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Im Bamberger Raum gibt es jetzt 13 Altersberater

In der Region Bamberg gibt es nun 13 geschulte und zertifizierte Ehrenamtliche, die für Ältere als Lotsen fungieren.
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Zertifizierte Altersberater verfügen über spezifische Kenntnisse und eigene Visitenkarten.  Foto: A. Schreiber 
Zertifizierte Altersberater verfügen über spezifische Kenntnisse und eigene Visitenkarten. Foto: A. Schreiber 
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Ein bisschen stecken sie noch in den Kinderschuhen - die Altersberater. Sie sollen Senioren und deren Angehörigen dabei helfen, Stellen und Unterstützungs-Angebote zu finden, die sie benötigen. Altersberater sind sozusagen Lotsen und Schnittstellen zwischen ehrenamtlicher und professioneller Hilfe. 13 ihrer Art gibt es seit Juli in Stadt und Landkreis.

Nach den ersten Monaten im neuen Ehrenamt tauscht man sich in großer Runde aus, Pioniere unter sich. Der Walsdorfer Andreas Feulner und die Bambergerin Monika Skowranek gehören dazu. Projektleiterin Carmen Bogler spricht allen Respekt aus und Mut zu: "Sie werden gebraucht." Die Bestätigung tut gut; auch als Aufmunterung, da bislang noch nicht jeder einen Einsatz hatte, was wohl auch daran liegt, dass Altersberater neu sind.


Unbürokratische Hilfe

Altersberater gibt es seit wenigen Jahren in einigen Städten. Sie verfügen über das Wissen, dessen es bedarf, um Nachfrage und Angebot unbürokratisch und kostenlos zusammen zu bringen. Es geht um Pflege- und Betreuungsangebote oder Dinge wie Patientenverfügung. Zuerst müssen freilich Strukturen aufgebaut werden, wie die Aussprache zeigt. Für die Region Bamberg hat das Evangelische Bildungswerk zusammen mit der Diakonie Bamberg-Forchheim den Ansatz aufgegriffen und setzt ihn als Träger um.

2014 wurde mit der Planung begonnen, so Bogler. Die Seniorenbeauftragte der Stadt, Stefanie Hahn, und die Generationenbeauftragte des Landkreises, Sina Wicht, wurden für die inhaltliche Gestaltung der Ausbildung und als Referentinnen für den Kurs ins Boot geholt. Der Infoabend 2015 mit 50 Teilnehmern speiste den 45-Stunden-Kurs mit 15 Teilnehmern, der heuer stattfand. 13 Teilnehmer, Männer und Frauen, darunter alle Alters- und Berufsgruppen, haben im Juli ihr Zertifikat erworben. So fassen Wolfgang Wurch, Geschäftsführer und pädagogischer Leiter des Evangelischen Bildungswerks und die hier für diakonische Projekte zuständige Carmen Bogler die bisherige Entwicklung zusammen.

Andreas Feulner (67), selbstständiger Modellbaumeister und ehrenamtlicher Seniorenbeauftragter der Gemeinde Walsdorf, ist einer der wenigen, die als Altersberater schon zum Einsatz kamen. Eine alte Dame wollte nicht mehr in ihrem Haus wohnen bleiben und suchte nach Alternativen. Feulner zeigte Möglichkeiten und Anbieter auf. Nun ist der Umzug ins Betreute Wohnen in die Wege geleitet. Die Qualifizierung zum Altersberater hat Feulner als sinnvolle und wertvolle Ergänzung zum Ehrenamt des gemeindlichen Seniorenbeauftragten empfunden. Während seine Altersberater-Kollegen oft noch in der Vernetzungsphase stecken (z.B. Gemeinde, Kirche soziale Einrichtung), sei dies für einen bekannten Seniorenbeauftragten leichter.

"Man kennt mich ja schon und kommt mit entsprechenden Fragen zu mir". Freilich sollen die privaten Telefonnummern nicht öffentlich bekannt sein, sondern die Vermittlung über den jeweiligen Partner erfolgen. So hat man es im Kurs gelernt. Mit dem Seniorenmanagement der Stadt Bamberg hat sich Monika Skowranek vernetzt.
Im früheren Berufsleben war sie in der Familienfürsorge tätig und hat dabei am Rande auch den Bedarf bei den Älteren mitbekommen. Weil sie sich ehrenamtlich engagieren und dabei mit einer neuen Personengruppe zu tun haben möchte, ist sie Altersberaterin.


Ein zweiter Kurs

Bei der Aussprache ist zu spüren, wie sehr die geschulten Berater darauf brennen, in Aktion zu treten, freilich betreten sie dabei auch Neuland. Sie werden sich vierteljährlich treffen, begleitet vom Träger und Fachleuten austauschen - natürlich unter Wahrung ihrer Schweigepflicht.

Der nächste Kurs wird wohl von den Erfahrungen der Pioniere profitieren.
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