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Neues Landkreisbier: Ein Bock aufs Reinheitsgebot

Vom Jubiläum des Bayerischen Reinheitsgebotes sollen auch die Brauer im Bamberger Land profitieren. Darum gibt es schon im Frühjahr ein neues Landkreisbier.
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Damit der Hopfen im Malz nicht verloren geht, erhält Landrat Johann Kalb (links) beim Würzen den Suds Nachschub von den Braumeistern David Hertl (mit Hopfenschale), Jörg Binkert (halb verdeckt) und Christian Sauer (rechts).
Damit der Hopfen im Malz nicht verloren geht, erhält Landrat Johann Kalb (links) beim Würzen den Suds Nachschub von den Braumeistern David Hertl (mit Hopfenschale), Jörg Binkert (halb verdeckt) und Christian Sauer (rechts).
Nein, ein "Kälbla" oder gar "Kalbator" soll es jetzt doch nicht werden, das nächste Landkreisbier. "Obwohl der Vater dieser Marketingidee für die Bierregion Bamberg selbst im vergangenen Jahr selbst mit diesen möglichen Namen kokettiert hatte, bleibt es nun beim Markennamen "36 Kreisla" - mit entsprechender Sortenbezeichnung als Zusatz. Weil es diesmal ein Bockbier wird, dessen erster Sud nun bei der Brauerei Sauer in Roßdorf am Forst angesetzt wurde, und weil es eine Sonderausgabe aus Anlass der anstehenden Feierlichkeiten zum Jubiläum des Reinheitsgebots sein soll, heißt es eben "Jubel-Bock".

Wieder haben sich drei Brauer aus dem Landkreis Bamberg zusammengefunden, um eine passende Rezeptur zu entwickeln. Es sind Christian Sauer aus Roßdorf, in dessen Brauhaus das Bier gebraut wird, David Hertl aus Thüngfeld und Jörg Binkert aus Breitengüßbach. Es ist eine interessante Zusammensetzung des Brauer-Teams, die neugierig macht auf das, was am 22. April auf der Giechburg erstmals das Licht der Welt erblicken, oder besser gesagt, den Gaumen der Bierfreunde erquicken soll.


Drei Brauer

Christian Sauer braut in alter Familientradition in dem seit über 230 Jahren bestehenden Brauhaus in Roßdorf am Forst. Unfiltriertes Lager, Pils, Weizen, Braunbier und heller Bock ist sein Metier. Dem Traditionalisten in dem Dreigestirn steht David Hertl sozusagen als junger Wilder gegenüber. Bereits mit 22 Jahren machte er 2012 den Braumeister und eröffnete auf dem elterlichen Hof im Schlüsselfelder Stadtteil Thüngfeld seine Braumanufaktur. Dort braut er dann zum Beispiel ein Black IPA, schwarzes India Pale Ale, mit starken Kakaoaromen - ganz nach dem Reinheitsgebot mit speziellen Hopfen- und Malzsorten. Oder es gibt auch schon mal ein belgisches Witbier, mit Koriander und Orangenschalen angesetzt.

Als Mittler zwischen der traditionellen fränkischen Bierwelt und dem Universum der auch hier aufblühenden Craftbeer-Szene kann Jörg Binkert gelten. Der Leiter der Forschung und Entwicklung beim Bamberger Braumaschinenhersteller Kaspar Schulz hat 2012 in Breitengüßbach sein eigenes Brauhaus eröffnet. Dort produziert er neben Pils und Weizen fränkische Klassiker wie Lager, aber auch hierzulande eher unbekannte oder in Vergessenheit gerate Biere wie Amber Ale oder Porter.


Ausgefeilte Rezeptur

Und was kommt nun in den Jubel-Bock? "Orangenschalen sind keine drin", stellt Hertl aber lachend klar. Dafür aber fünf Sorten Hopfen und fünf Sorten Malz, wie Sauer erklärt. Alles ausschließlich fränkische Rohstoffe. Von den Malzen seien vier Karamellmalze, "damit der Hopfen nicht dominiert". Die Hopfen kommen dafür teilweise erst im Lagertank hinzu, um ihre fruchtige Note zu entfalten, ohne Bitterstoffe abzugeben. Hopfengestopft, heißt das. "Eine neue Methode, um Bier zu schönen", nennt es Hertl. Und Brautechnikexperte Binkert erklärt, dass man beim Maischen teils mit dem Dekoktionsverfahren arbeite, bei dem portions- und stufenweise die Temperatur erhöht wird. Oder mit Vorderwürzehopfung, mit der man noch mehr Aromen aus dem Hopfen kitzeln kann.

Es verspricht also interessant werden, was sich da in dem kommenden zwei Monaten zusammenbraut. Bernsteinfarben wird es, soll über sieben Prozent Alkohol und 17 Grad Plato Stammwürze haben, so viel ist schon bekannt. Der Sondersud des Landkreisbiers im Frühjahr soll jedoch die Ausnahme bleiben, kündigt Landrat Kalb an. "500 Jahre Reinheitsgebot gibt es halt nur alle 500 Jahre", sagt er. Für den nächsten Termin zum Brauersilvester am 30. September stünden jedoch schon drei weitere Braumeister aus dem Landkreis in den Startlöchern. "Wir wollen ihnen ja keine Konkurrenz machen, sondern sie zusammenbringen", betont Kalb. Es solle nur eine Unterstützung sein, um Bamberger Bier - aus Stadt und Landkreis - als starke Marke zu formen.
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