Neustart

Neuer Verein, neue Ordnung, neue Namen

Der 42-Jährige Mathias Zeck ist zum Vorsitzenden des im Juli gegründeten FC Eintracht 2010 gewählt worden. Nach der Insolvenz des Vorgänger-Vereins will er mit einer neuen Führungsmannschaft den Klub in geordnete Bahnen lenken.
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Gute Laune bei Trainer und Vorstand: Christoph Starke, verantwortlich für die Bayernligamannschaft des FC Eintracht, hat Mathias Zeck eine Kopfbedeckung verpasst. Zeck hat jetzt auch als gewählter Vorsitzender im Verein den Hut auf. Foto: sportpress
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Eine neue Organisationsform des Vereins und neue Köpfe in der Führung sollen dem FC Eintracht Bamberg eine erfolgreiche Zukunft bescheren. Bei der ersten ordentlichen Hauptversammlung haben die Mitglieder des neuen FC Eintracht Bamberg 2010 den Sportjournalisten Mathias Zeck einstimmig zum Vorsitzenden gewählt und ihrem Klub eine neue Struktur verpasst. 93 Wahlberechtigte hatten sich im Keesmann-Saal eingefunden.

"Ich war überrascht von der großen Harmonie in der Versammlung", sagte Mathias Zeck. Die Botschaft der neuen Führungsleute des FC Eintracht war klar und einfach: Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen. Sie wollen Mitgliedern und Sponsoren nach einem teils katastrophalen Auftreten gegenüber der Öffentlichkeit, der Stadt und (Geschäfts-)Partnern und nach der wirtschaftlichen Pleite klarmachen, dass es auch solide und zuverlässig geht in Bambergs erfolgreichstem Fußballverein. "So etwas, was sich in den letzten Jahren und Monaten im FCE abgespielt hat, darf sich nicht mehr wiederholen", sagte Zeck in seinem Rechenschaftsbericht. In diesem ging es um das Geschehen der letzten zwei Monate.

Der neue FC Eintracht war am 5. Juli gegründet worden. In dieser Zeit, so Zeck, sei es gelungen, einen großen Teil der Sponsoren und Geschäftspartner des insolventen 1. FCE für den FCE 2010 zurückzugewinnen. "Da mussten wir uns in vielen Gesprächen sehr viel anhören", sagte Zeck. Den Etat für die laufende Bayernligasaison habe man aber bereits zusammen. 240 000 Euro sind das. Den Löwenanteil der Einnahmen bildet Werbung (141 000 Euro). Mit ihrer Bandenwerbung im Stadion bleiben 46 Firmen dem Verein treu, 17 der bisherigen Werbepartner zogen sich zurück. Einige sind noch unschlüssig. Der Rest kommt durch Spenden, Förderungen, Mitgliedsbeiträge, Zuschauereinnahmen und der Verkauf von Essen und Getränken im Stadion herein.


Mehr ehrenamtliche Helfer

Das Catering im Stadion, der Ordnungsdienst, das Akquirieren von Sponsoren und viele andere Aufgaben werde mittlerweile wieder durch Ehrenamtliche erledigt. Bis zur Insolvenz des Vorgängervereins seien damit Firmen beauftragt worden bzw. Entgelt oder teils hohe Provisionen bezahlt worden.

Bei den Mitgliedern ist man noch weit von der Zahl des alten Vereins entfernt. 900 waren es einmal. Am 28. August hatte der neue FCE 236 Mitglieder, gestern waren es schon 305. "So viele zum heutigen Tag sind schon überraschend", sagte Zeck gegenüber unserer Zeitung, denn Mitglieder des alten Vereins können nicht automatisch in den Nachfolgeverein übernommen werden. Wer bei dem neuen Verein dabei sein möchte, muss einen Aufnahmeantrag ausfüllen. Als Ziel hat sich der neue Vorsitzende gesteckt, bis zum 110. Gründungsfest des FC im nächsten Jahr die 1000er-Marke zu knacken. Weitere Ziele der neuen Vorstandschaft: bessere Einbindung der Abteilungen, Einrichtung einer Geschäftsstelle an der Breitenau, Wiederbelebung des Vereinslebens, Ausbau des Vereinszentrums Breitenau für die Jugendarbeit und als Treffpunkt für alle Abteilungen.


Unbelastete Führungsriege

Nicht nur Zeck ist ein neues Gesicht beim FCE. Auch seine Vorstandskollegen gehen unbelastet an ihre Arbeit. Gleichberechtigte stellvertretende Vorsitzende sind Markus Steger und Florian Kroier. Kegel-Abteilungsleiter Steger soll die Verbindung zu allen Abteilungen des Vereins herstellen. Zu den Aufgaben von Florian Kroier, von Beruf Notar, gehören die juristische Beratung des Vereins und die Ausgliederung der Fußball-Abteilung in eine GmbH. Der neue Schatzmeister Christian Wachter, in leitender Position bei der Sparkasse Bamberg beschäftigt, trägt die Gesamtverantwortung für die Finanzen, dazu gehört auch das Controlling des Vereins und der Abteilungen. Schriftführer Adolf Leicht (Farben Leicht), "alter" FCler und Eintrachtler, ist für Fragen des Sponsorings zuständig und Ansprechpartner der Fußball-Abteilung und für den Jugendsport im Verein. Der Geschäftsführer, Alexander Waltrapp, ist kein gewähltes Mitglied des Vorstands. Er ist der Mann für die Mitgliederverwaltung, Internetbeauftragter und Spielleiter Bayernliga-Mannschaft.


Neu: Ausschuss, Aufsichtsrat

In seinen Strukturen unterscheidet sich der neue Verein vom bisherigen FC Eintracht. Mehr Transparenz, mehr Kontrolle, mehr Miteinander lauten die Vorgaben. Neu installiert wird ein Vereinsausschuss. Er besteht aus allen Abteilungsleitern des Vereins, dem Vorstand und dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden. Jede Abteilung muss hier pro Quartal unter anderem ihre Finanzen vorlegen.

Aus dem bisherigen Verwaltungsbeirat wird ein "echter" Aufsichtsrat; ein Kontrollgremium, bestehend aus Experten, das eng mit dem Vorstand zusammenarbeitet und ein in der Satzung verankertes Mitspracherecht hat. Gerührt war Mathias Zeck besonders wegen eines Aufnahmeantrags. Die Ehefrau des vergangene Woche verstorbenen FC-Ehrenspielführers Dieter Zettelmaier habe ihren Antrag abgegeben.


Beeindruckt

Anstelle seiner, so hätte es Dieter kurz vor seinem Tod gewünscht, solle sie in den Verein gehen. Margot Zettelmaier habe den letzten Wunsch ihres Mannes beherzigt. Zeit ihres Lebens, so Zeck, werde sie natürlich beitragsfrei als Mitglied geführt.


Die Ämter beim FC Eintracht
 

 

Vorstand
Vorsitzender: Mathias Zeck
Stellvertretende Vorsitzende: Markus Steger, Florian Kroier
Schatzmeister: Christian Wachter
Schriftführer: Adolf Leicht
Geschäftsführer: Alexander Waltrapp

Aufsichtsrat
Vorsitzender Heribert Trunk (Geschäftsführender Gesellschafter Bi-log)
Thomas Clajus (Geschäftsführer Oberbank Bamberg)
Bernd Geyer (Steuerberater)
Markus Huml (Rechtsanwalt)
Thomas Mohnlein (Selbständiger Industriekaufmann)



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