Bamberg
70 Jahre FT

Neuer Name, neue Dimensionen

Vor zehn Jahren wurde das Forum zur Jako-Arena erweitert. Bamberg verfügt seither über die drittgrößte Multifunktionshalle des Freistaates.
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Die Vorderfront der Arena wurde geöffnet, um eine neue Tribüne zu errichten.  Foto: Archiv Ronald Rinklef
Die Vorderfront der Arena wurde geöffnet, um eine neue Tribüne zu errichten. Foto: Archiv Ronald Rinklef
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Forum, Jako Arena, Stechert Arena, Brose Arena: Gibt's Städte, in denen Mehrzweckhallen schneller als in Bamberg den Namen wechseln? Stoff für ein eigenes Bühnenstück bietet die Geschichte der Location, in der unsere Basketballer schon gegen viele Gegner den Kampf um die Deutsche Meisterschaft gewannen. So schlägt das Herz von "Freak City" in der Halle an der Forchheimer Straße, mit der sich leider aber auch Pleiten, Pech und Pannen verbinden.


Drittgrößte Halle

Immerhin verfügt Bamberg mit der Brose Arena seit 2006 über die drittgrößte Multifunktionshalle des Freistaates - nach der Münchner Olympiahalle und der Arena in Nürnberg.
So wurden vor zehn Jahren ehrgeizige Erweiterungspläne realisiert, bei denen das ehemalige Forum mit einer Grundfläche von 4800 Quadratmetern um ganze 3200 Quadratmeter vergrößert wurde: Man öffnete die Vorderfront. Der Neubau der Tribüne ließ die Halle in dieser Richtung um fast 20 Meter wachsen; seitlich waren es rund 30 Meter. 1 500 zusätzliche Sitzplätze gab es fortan, die gesamte Kapazität lag bei nun 6 500 Sitzplätzen. Auch die Oddset Sports Lounge und neun Logen entstanden. Als "gewaltiges Upgrade" wertete Horst Feulner als Chef der Arena-Betriebsgesellschaft die Erweiterung in einer Rede zum zehnjährigen Bestehen.



Rekordverdächtige Bauzeit

Nach einer rekordverdächtigen Bauzeit von nur vier Monaten waren die Arbeiten insoweit abgeschlossen, dass man im Oktober 2006 die Eröffnung der neuen Jako-Arena feiern konnte. "Draußen vor der Tür herrschte noch das nackte Chaos einer Baustelle, drinnen stieß die geballte Prominenz aus der Region bei Jazzmusik und Häppchen auf eine hoffnungsvolle Zukunft an", berichtete FT-Chefreporter Michael Wehner. Und würdigte in seinem Artikel Sabine Günther als Bauherrin und Alleingesellschafterin der Sabo GmbH, der Bamberg die nun "Wetten-dass-fähige" Halle zu verdanken hatte. Auch die Stadt hatte ihr Versprechen eingelöst, 584 zusätzliche Parkplätze pünktlich fertigzustellen.



Viele Stars

Megastars sollten in den kommenden Jahren in die neue Arena kommen, deren Erweiterung letztendlich doch zehn Millionen Euro kostete. Die Backstreet Boys gastierten hier, Joan Baez und Lionel Richie. Bob Dylan zeigte sich auf seine alten Tage von einer melancholischen Seite. James Blunt sorgte für ein Verkehrschaos, nachdem der Brite eine gewaltige Anhängerschaft aus ganz Nordbayern mobilisierte. Und viele andere wären an der Stelle noch zu nennen.


In den Sand gesetzt

Die größten sportlichen Highlights waren Play-Off-Spiele, die die Basketballer der Domstadt gewannen - unter dem Namen Brose Bamberg, Brose Baskets oder GHP Bamberg. Auch die Davis-Cup-Begegnung "Deutschland gegen Argentinien" sorgte 2012 für Furore. Innerhalb von zwei Tagen wurde aus der Basketball-Arena eine Tennishalle. 32 Tonnen Sand wurden zur Herstellung des erforderlichen Bodenbelags angeliefert: Sand, in den das deutsche Team dann allerdings auch den Wettkampf setzte. Schon in der ersten Runde kam das Aus, was Boris Becker nicht verhindern konnte, der den Spielern auf der Tribüne vergeblich die Daumen drückte.



Eine Vision

Wer hätte das alles gedacht, als das Forum zur Jahrtausendwende aus dem Nichts entstand. Nein, genauer gesagt aus einer Vision des damaligen OBs Herbert Lauer heraus, der Bambergers Basketballern eine adäquate Halle für Heimspiele bieten wollte. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück - und dem nötigen Investor - war Ende 1998 erfolgreich abgeschlossen. Der erste Spatenstich folgte im März 2000, das Richtfest am 23. September 2000. Am 16. Juni des darauffolgenden Jahres fand die erste Veranstaltung an der Forchheimer Straße statt: "Ein Konzert mit ,Austria 3', also Georg Danzer, Wolfgang Ambros und Reinhard Fendrich", erinnerte sich Horst Feulner. "Die Halle war aber noch nicht wirklich fertig, die Nummerierung der Sitzplätze eine einzige Katastrophe." Keiner hätte gewusst, welcher Schlüssel welche Türe sperrte. "Jedoch hatte das Oberzentrum Bamberg von diesem Tag an seine Mehrzweckhalle und damit den Standortwettbewerb gegen Hirschaid gewonnen."


Im Spitzenfeld

Die weitere Geschichte der 2013 zur Brose Arena avancierten Location ist bekannt. Und bis heute erfreut sich die Halle - in der auch Kongresse, Tagungen und Messen über die Bühne gehen - großer Beliebtheit: So stiegen die Besucherzahlen seit den Anfangszeiten von rund 142 000 (2002) auf über 344 000 (2015) an. Wobei der Rekord von 2007, dem Jahr nach der Erweiterung mit fast 413 000 Besuchern, ungebrochen ist. "Was die Zuschauerzahlen angeht, so liegen wir deutschlandweit sogar im Spitzenfeld - führend vor Hallen wie der Ratiopharm Arena Ulm und der Porsche-Arena Stuttgart", bilanzierte Bambergs Hallenchef Feulner.
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