Bamberg
Bühne

Neue Spielzeit im E.T.A.-Hoffmann-Theater hat begonnen

Die Theater-Saison ist eröffnet: Am Freitag stellte sich die neue Intendantin Sibylle Broll-Pape gemeinsam mit dem von ihr zusammengestellten Schauspielerensemble dem Bamberger Publikum vor. Plötzlich trat auch ein Politiker in Frauenkleidern auf...
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Wolfgang Metzner (SPD), dritter Bürgermeister der Stadt Bamberg, sang verkleidet als Travestie-Künstlerin Irene Mittermaier. Foto: Lukas Reinhardt
Wolfgang Metzner (SPD), dritter Bürgermeister der Stadt Bamberg, sang verkleidet als Travestie-Künstlerin Irene Mittermaier. Foto: Lukas Reinhardt
Die Spannung vor der Eröffnungsfeier der Spielzeit 2015/16 am E.T.A.-Hoffmann-Theater war spürbar - bringt die neue Saison doch nach 25 Jahren mit Sibylle Broll-Pape, die den Platz des altersbedingt ausscheidenden Rainer Lewandowski einnahm, eine neue Intendantin.

Dementsprechend hoch waren die Erwartungen der Besucher, die am Freitag in Scharen in das Theater strömten, auch um das neu zusammengestellte Schauspielerensemble, bestehend aus zwölf neuen und vier übernommenen Schauspielern, das erste Mal in Aktion zu erleben.

Sibylle Broll-Pape suchte dabei direkt den Kontakt zum Publikum: "Nur mit und für Sie spielen wir - ohne Publikum geht gar nichts", erklärte sie in ihrer Begrüßungsrede.
Dabei war sie sichtbar erfreut, dass die Arbeit der letzten Wochen und Monate nun auch präsentiert werden konnte: "Seit Wochen arbeiten wir darauf hin - aber jetzt geht es endlich los". Kultur-Bürgermeister Christian Lange (CSU) bezeichnete das E.T.A.-Hoffmann-Theater als "tragende Säule", die eine wichtige Funktion für die kulturelle Vielfalt Bambergs darstelle.

Dann war es so weit: Das Licht erlosch, der Spot ging an. Einzeln oder in Gruppen, singend oder in kleinen Bühnenszenen schauspielernd traten die 16 Mitglieder des Ensembles auf.

Nicht nur auf der Bühne, auch Thematisch standen die Schauspieler und ihr Handwerk dabei im Fokus: Begreifen die Schauspieler, aber das Publikum das, was auf der Bühne geschieht, was der Regisseur sagen will? Was passiert, wenn Autor, Regisseur und Schauspieler entgegengesetzte Ansichten bezüglich einer Inszenierung haben?

Wie kommen Neid und Missgunst unter Schauspielerkollegen auf? Was macht den Erfolg eines Schauspielers aus? Ist es die Qualität des Schauspielers, die bei den Zuschauern ankommt?


Einblick in letzte Probe-Wochen

Es schien so, als würde dem Publikum durch diese kleinen Szenen, zwischen denen es immer wieder Gesangseinlagen gab, ein Einblick in die Theater- und Innenwelt der Schauspieler während der letzten Probe-Wochen gewährt. Beim Publikum des sehr gut gefüllten Theaters kam diese Mischung blendend an: Es wurde gelacht, gestaunt und geklatscht.

Zwischendurch gab es auch einige Gastauftritte, so zum Beispiel von Kabarettist "Mäc Härder" - Manfred Härder - der sich die ein oder andere Spitze gegen Rainer Lewandowski aufgrund der langen Amtszeit nicht verkneifen konnte und diesen schon mal als direkten Nachfolger von E.T.A. Hoffmann bezeichnete. Für die neue Intendantin hatte er auch gleich ein Geschenk parat: Er brachte ihr den stärksten Kaffee der Welt mit - wohl um in der anstrengenden neuen Spielzeit stets hellwach zu sein.

Auch Wolfgang Metzner (SPD), dritter Bürgermeister der Stadt Bamberg, hatte seinen Aufritt. Verkleidet als Irene Mittermaier - im roten Kleid, mit blonder Perücke und reichlich Make-up - sang er "Ich finde mich schön".
Im Anschluss an die Vorstellung kamen die Gäste im prall gefüllten Foyer zusammen, wo eine Jazz-Band spielte, reichlich getrunken und über die neue Spielzeit diskutiert wurde.

Von Lukas Reinhardt

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