Bamberg
Stadtgestaltung

Streitthema: Keine Events mehr auf Bamberger Maxplatz?

Wie soll der Maxplatz künftig aussehen? Wie steht es um den Nutzen von Großveranstaltungen? Bei einem Streitthema zeichnet sich eine neue Entwicklung ab.
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Zur Zeit dient der Maxplatz vor allem als Vorhaltefläche für Großveranstaltungen. Nicht all e im Stadtrat sind damit zufrieden.  Foto: Ronald Rinklef
Zur Zeit dient der Maxplatz vor allem als Vorhaltefläche für Großveranstaltungen. Nicht all e im Stadtrat sind damit zufrieden. Foto: Ronald Rinklef
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Es fielen Städtenamen wie Wien oder München. Dort können Passanten erleben, wie Plätze im städtischen Raum belebt werden, ohne dass dafür ein Bagger anrückt und Millionen in den Untergrund fließen: etwa durch bunte und bewegliche Sitz- und Liegemöbel. Ist das ein Beispiel, das sich sich auch für den Bamberger Maxplatz anbietet?

Auf diese Frage möchte man im Rathaus bis zum Herbst eine Antwort finden. Wie der Bausenat entschied, soll die Verwaltung Vorschläge entwickeln, wie solche mobilen Möbel auch den umstrittenen Maxplatz zur guten Stube verwandeln könnten.

Der Beschluss, der die Kostenfrage noch ausklammert, ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den man sich im Stadtrat einigen konnte.

Schon in der Vergangenheit wurde heftig darüber gestritten, wie der Maxplatz schöner werden kann und wie viele Events die Stadt verträgt. Dass die Debatte nun wiederkehrt, hat mit Erkenntnissen zu tun, die der Bamberger Geographieprofessor Marc Redepenning bei einer Befragung von Einzelhändlern gewann. In seiner Studie konnte der Wissenschaftler ein häufig in Bamberg zu hörendes Argument widerlegen: Dass Events den Umsatz der Händler befruchten.

Eher ist das Gegenteil ist der Fall. Gerade für die Mehrheit der kleinen Händler, die es so nur in Bamberg gebe, bedeuten Großveranstaltungen wie "Bamberg zaubert" oder die Sandkirchweih eher Hemmnis als Segen, fasst Redepenning die Einschätzung der befragten Händler zusammen.


Events lieben oder hassen?

Was folgt aus diesen Erkenntnissen für den Maxplatz, auf den eine Vielzahl von Veranstaltungen in Bamberg bekanntlich angewiesen sind? Die Kontroverse im Stadtrat spiegelt die Meinungen wider, die es dazu auch in der Bevölkerung gibt: Viele mögen die Events, viele lehnen sie aber auch ab. Selbst durch die Fraktionen zieht sich in dieser Frage mancher Riss. So betont die CSU in einem von Birgit Dietz und Helmut Müller unterschriebenen Antrag, "wie unzufrieden viele Bürger unserer Stadt mit der heutigen Platzgestaltung sind".

In der Rede von Franz-Wilhelm Heller, dem Sprecher der CSU im Bausenat, ist davon nichts mehr zu spüren. "Wir sind froh, dass wir so viel Platz mitten in der Stadt haben", sagt Heller. Der Maxplatz sei auch leer sehr schön. Auch die Bamberger SPD-Fraktion will, dass alles so bleibt wie es ist. Der Maxplatz werde schlecht geredet, findet Heinz Kuntke (SPD). Er wie auch Heller sprechen auch von einer Sättigungsgrenze für Events in der Innenstadt.

Gibt es noch andere Ideen für den Maxplatz? Für die Verlegung des Brunnens in die Mitte plädiert Peter Gack von den Grünen, eine immer wieder zu hörende Forderung, die von der Stadtspitze wegen des Platzbedarfs der Großereignisse aber rundheraus abgelehnt wird. Auch die Schaffung eines Rathauskellers wäre aus Gacks Sicht eine Möglichkeit zur Belebung des Platzes.


Ein Café oder ein Brunnen?

Herbert Lauer (BA) macht sich dafür stark, den 2003 gefassten und nie revidierten Beschluss für ein Café über der Tiefgaragenabfahrt weiter zu verfolgen. Ein solche, möglicherweise auch mobile Einrichtung würde die Funktionen der Freifläche nicht beeinträchtigen - ebenso wie ein Brunnen, glaubt er. Herbe Kritik an einer übertriebenen Veranstaltungsdichte kam von Pankraz Deuber (BuB). "Viele Bamberger gehen doch gar nicht mehr in die Stadt - wegen des Tumults."

Von drei fundamentalen Hemmnissen für die Platzaufwertung sprach Baureferent Thomas Beese. Der Maxplatz falle zur Fleischstraße ab, der Publikumsverkehr ziehe im Süden vorbei und die Tiefgaragenüberdeckung sei so schwach, dass vieles nicht möglich sei - zum Beispiel Bäume zu pflanzen.

Indes: Die Mehrheit im Bamberger Stadtrat ist zufrieden mit dem Maxplatz wie er sich heute präsentiert - auch Bambergs OB Andreas Starke (SPD). "Vom Weltkulturerbelauf bis zur Fahrradmesse - wir brauchen den Maxplatz in seiner ganzen Pracht und Größe".


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