Scheßlitz
Leerstände

In Scheßlitz werden neue Nutzer für alte Märkte gesucht

In Scheßlitz liegen seit dem Umzug von Rewe und zuletzt Netto die alten Gebäude brach. Konkrete Nachfolger für die Gewerbe-Immobilien gibt es noch nicht.
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Auch der ehemalige Rewe am Kreisel im Brandäcker steht leer. Foto: Ronald Rinklef
Auch der ehemalige Rewe am Kreisel im Brandäcker steht leer. Foto: Ronald Rinklef
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Seit rund eineinhalb Wochen hat der Netto-Markt in Scheßlitz seine Tore in neuen Räumlichkeiten geöffnet. Das Gebäude ist größer als die alte Immobilie, die jetzt etwas verloren dasteht. Ein Schild an der Tür des ehemaligen Marktes weist auf den Umzug der Filiale hin, was eigentlich unnötig ist. Der neue Netto-Standort ist von dort aus gar nicht zu übersehen: Er liegt ebenfalls an der Straße Oberend gegenüber der Jura-Klinik nur wenige Meter neben dem alten Markt. Die 23 Mitarbeiter, die der Discounter beschäftigt, müssen sich also erst gar nicht einen neuen Arbeitsweg einprägen - und die Kunden können fast an der selben Stelle einkaufen.


Kein Jubel angesichts der Pläne

Es ist ein positives Signal: Bestehende Märkte wie Netto, der seit 16 Jahren in der Stadt ist, bleiben Scheßlitz erhalten. Der Discounter hat seine alte Filiale verlassen, um in ein größeres Gebäude zu ziehen. So erweiterte Netto seine Verkaufsfläche von rund 700 auf über 1000 Quadratmeter.

Allerdings brechen angesichts des durch den Umzug drohenden Leerstands nicht gerade Jubelstürme aus. Bürgermeister Roland Kauper (CSU) beantwortet die Frage nach der Nachfolge mit: "Je schneller, desto besser."
Nach Wunsch des Bürgermeisters soll es jedenfalls schneller als im Gebiet "Brandäcker" im Südwesten der knapp 7200-Einwohner-Stadt gehen: Dort liegt seit Monaten eine Immobilie mit einer Nutzfläche von rund 1100 Quadratmetern brach. Rewe ist nur wenige Meter weiter gezogen. Das Gebäude steht zum Verkauf, Interessenten sollen vorhanden sein, doch gab es bisher noch keine positive Nachricht über eine Nachfolge. Die Immobilie wird derzeit für 1,1 Millionen Euro angeboten.

Grund zur Hoffnung, dass die alte Netto-Filiale dagegen schnell wieder mit Leben erfüllt werden kann, gibt eine Nachfrage unserer Zeitung bei der zuständigen Immobiliengesellschaft Pegasus Capital Partners in Erlangen. Demnach würden bereits Verhandlungen mit potenziellen Nachfolgern geführt. "Wir sind optimistisch, da Anfragen da sind, dass wir zeitnah einen geeigneten Nachmieter finden", erklärt ein Firmensprecher. Allerdings müsse das Gesamtpaket stimmen, die Rahmenbedingen des Mietverhältnisses abgesteckt werden.


Nachfolge bereits Anfang 2017?

Möglicherweise könnte so schon Anfang kommenden Jahres ein Nachmieter präsentiert werden. Früher sei dies ohnehin nicht möglich: Der Mietvertrag mit Netto läuft laut Auskunft der Immobiliengesellschaft noch bis Ende des Jahres. Netto hatte demnach den Vertrag gekündigt. Das neue Gebäude gehört wiederum einer anderen Immobilienfirma.

Was Kritiker wie Grünen-Stadtrat Ralph Behr auf den Plan ruft: Dieser fürchtete im vergangenen Jahr, als die Erweiterungspläne diskutiert wurden, dass es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis sich der gleiche Vorgang so oder ähnlich wiederholen würde. Dass also nach ein paar Jahren die Märkte wiederum alte Gebäude durch neue ersetzen könnten - und damit Leerstände drohten. Die breite Mehrheit des Stadtrats hatte allerdings die Netto-Pläne abgenickt.

Dass es anders gehen kann, zeigt das Beispiel von Aldi-Süd: Der Discounter plant zwar im Gewerbegebiet "Brandäcker" ebenso eine Erweiterung der bisherigen Verkaufsfläche auf 1200 Quadratmeter, will aber das alte Gebäude dort gleich abreißen und an nahezu gleicher Stelle ersetzen. Der Stadtrat hat bereits grünes Licht gegeben. Auf dem Grundstück wird den Plänen nach auch ein dm-Drogeriemarkt angesiedelt. Wann das Projekt realisiert werden kann, ist aber offen: Das Bauleitverfahren läuft noch.

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