Bamberg
Kirchenmusik

Neue Klänge für die Auferstehungskirche

Viele Jahre sammelte die in der Pestalozzistraße beheimatete evangelische Kirchengemeinde Gelder für den Bau einer neuen Orgel. Am Pfingstsonntag konnte das lang ersehnte Instrument endlich geweiht werden.
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Pfarrer Diethard Buchstädt vor der neuen Orgel auf der Empore der Auferstehungskirche. Foto: Matthias Hoch
Pfarrer Diethard Buchstädt vor der neuen Orgel auf der Empore der Auferstehungskirche. Foto: Matthias Hoch
"Eigentlich war es ein Provisorium, das aber 50 Jahre gehalten hat", erzählte Pfarrer Diethard Buchstädt wenige Tage bevor jenes Provisorium endgültig in den Ruhestand geschickt wurde. Denn am Pfingstsonntag war es endlich soweit: Die evangelische Gemeinde Auferstehung begrüßte in einem festlichen Gottesdienst ihre neue Orgel.

Im Beisein von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), Vertretern auch der katholischen Kirche, und Mehmet Cetindere, dem Vorsitzenden des Türkisch-islamischen Kulturvereins, weihte die Regionalbischöfin Dorothea Greiner gemeinsam mit Dekan Otfried Sperl die Orgel. In ihrer Festpredigt verband die Bischöfin das Instrument mit der Pfingstgeschichte und erklärte: "Die Orgelmusik berührt uns tief im Innersten und entzündet uns für den Glauben."

Nachdem das Lied zum Einzug noch auf einem Klavier gespielt wurde, erklang die neue Orgel erstmals mit Johann Sebastian Bachs "Komm heiliger Geist, Herr Gott", gespielt von dem Orgelsachverständigen und Dekanatskantor Martin Schiffel.

Gemeinde finanziert Orgelbau

Die bisherige Orgel wurde erst einige Jahre nach Fertigstellung der Kirche eingebaut und bestand aus alten Orgelregistern der Stephanskirche. Doch schon in den 1980-er Jahren waren die "gravierenden Mängel" hörbar, erinnert sich Pfarrer Buchstädt.

Im Jahr 2007 beschloss der Kirchenvorstand, dass die Finanzierung einer neuen Orgel nun in Angriff genommen werde. Von da an gingen zahlreiche Spenden von Bewohnern des Gemeindegebietes ein. Auch ein eigens gegründeter Förderverein füllte über den Jahresbeitrag seiner Mitglieder das Spendenkonto. Durch sogenannte "Pfeifenpatenschaften" erhielt das Projekt weitere finanzielle Unterstützung.

Die Firma Zeilhuber aus Altstädten bei Sonthofen bekam den Auftrag, der Auferstehungsgemeinde eine neue Orgel zu bauen. Pfarrer Buchstädt entschied sich für diese Firma, da sie "auf hohem handwerklichen Niveau arbeitet". Bei dem neuen Instrument handelt es sich um ein "romantisches Konzept", was aber nicht bedeutet, dass nicht auch andere Werke darauf gut gespielt werden können.

Insgesamt verschlang der Bau ganze 350 000 Euro, die schon jetzt über den Spendenaufruf fast vollständig gedeckt wurden. "Wir hatten eigentlich mit einem größeren Darlehen gerechnet, aber wie es jetzt aussieht, ist das gar nicht mehr nötig", verrät Pfarrer Buchstädt stolz.

Trotz der hohen Kosten ist er sich sicher, dass sich der Neubau lohnen wird. "Die Orgel ist für viele Menschen auch heute noch der Inbegriff für die Musik in der Kirche", erklärt Buchstädt.

Mit dem neuen Instrument hat die Gemeinde viel vor in der Zukunft. So sind für die nächsten Monate schon Konzerte mit der Orgel in Planung. Zudem singt auch der Kaiser-Heinrich-Chor bald in der Auferstehungskirche.
Neben den zahlreichen Möglichkeiten, die neue Orgel durch Konzerte in Verbindung mit anderen Instrumenten zu präsentieren, wird sie hauptsächlich für die normalen Gottesdienste eingesetzt werden. Pfarrer Buchstädt freut sich über die Neuanschaffung: "Wir haben hier in die Zukunft investiert, auch für Menschen, die nicht in unserer Gemeinde leben."
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