Bamberg
Kirche

Neue Ikonen in der St.-Otto-Kirche in Bamberg

Der Deutsch-Griechische Club Bamberg hatte den Erwerb ermöglicht. Die griechisch-orthodoxe Gemeinde freut sich.
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Für die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Bamberg sind die neuen Ikonen eine Bereicherung ihrer Gottesdienste. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Für die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Bamberg sind die neuen Ikonen eine Bereicherung ihrer Gottesdienste. Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Langsam füllt sich die St. Otto-Kirche an diesem frühen Samstagmorgen. Zielstrebig gehen etliche Besucher bis an die Chorschranken, halten inne. Dort ruhen auf Ständern für diese römisch-katholische Kirche ungewohnte Tafelbilder: fünf Ikonen, die sonst nur in den Ostkirchen zu sehen sind. Die Gläubigen bekreuzigen sich, beugen sich über die Ikonen, küssen sie. Dann werden dünne Opferkerzen entzündet und in das mit Sand gefüllte Kästchen gesteckt. Wieder ein Kreuzzeichen.

In der St. Otto-Kirche an der Siechenstraße wird sonst an jedem zweiten Sonntag im Monat ein Gottesdienst für die etwa 200 in Bamberg lebenden Griechen gefeiert, und zwar im byzantinischen Ritus.
Aus Lauf an der Pegnitz kommt der Priester, Archimandrit Titos Giannoulis, um für diese griechisch-orthodoxe Gemeinde zu zelebrieren.

Ausnahmsweise ist er jetzt am Samstag nach Bamberg gefahren: Im Rahmen des Gottesdienstes weiht er die neuen Ikonen, die in der Theologie und Spiritualität seiner Kirche eine große Bedeutung haben. Bislang mussten sich die griechischen Gläubigen mit nur einer Ikone zufrieden geben.


Großzügig gespendet

"Ich bin den Mitgliedern des Deutsch-Griechischen Clubs Bamberg sehr dankbar, dass sie die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde unterstützen", erklärt Panagiotos Malekas, Präsident des Clubs. Denn Club-Mitglieder haben für den Erwerb von vier Ikonen und Ikonostasen (Ständer) großzügig 3000 Euro gespendet, ein Bamberger fügte als ergänzende Spende die fünfte Ikone aus dem Fertigungsjahr 1985 hinzu.

Die neuen Ikonen (griechisch: eikón=Bild) haben Nonnen eines kleinen Frauenklosters in Manolada im Norden des Peloponnes gemalt: "Sie verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt", weiß Präsident Malekas. Zwei Bamberger Ehepaare leisteten Botendienste, um die kostbaren Bilder samt Ständer wohlbehalten von Griechenland nach Bamberg zu bringen.

Die Motive und die Maltechnik für Ikonen sind fest vorgegeben: Dargestellt werden stets Jesus Christus, seine Mutter Maria sowie Apostel und Heilige. Die neuen "Bamberger Ikonen" fügen sich in diesen Canon ein: Zwei zeigen "Christus Pantokrator", eine weitere Maria mit dem Jesuskind, eine andere Johannes den Täufer und dann die heilige Paraskevi, eine Märtyrerin aus dem zweiten Jahrhundert: "Sie ist die Kirchenheilige unserer griechisch-orthodoxen Gemeinde in Bamberg", erzählt Panagiotos Malekas.

Selbst während Archimandrit Titos Giannoulis in diesem Samstagsgottesdienst Brot und Wein segnet und der stimmgewaltige Vorbeter die liturgisch vorgeschriebenen Texte singt - auf Griechisch -, gehen Männer und Frauen aus den Kirchenbänken nach vorn zu den Ikonen. Zu diesen wahren Hymnen aus echtem Blattgold und leuchtenden Farben, die Gott loben und preisen.

Ein kleines Mädchen hebt seinen noch kleineren Bruder in die Höhe, damit auch er die Ikonen küssen kann: ganz still und ehrfürchtig.
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