Um darauf Antworten zu geben, hat der Naturwissenschaftler Dr. Winfried Potrykus, ein erklärter Freund der Nationalparkidee, in Archiven und alten Quellen recherchiert. Sein Ergebnis: Bamberg, das am Rande des Steigerwalds liegt, hatte schon immer engste Beziehungen zu dem Waldgebiet, ja es ist ein Teil dieser Landschaft. Vorwürfe, die Stadt solle sich in den Werdegang der Region, mit dem es eine tausendjährige Geschichte verbindet, nicht einmischen, wie sie unlängst in Rauhenebrach erhoben wurden, hält er für abwegig. „Der Nationalpark Steigerwald geht auch Bamberg an. “
Die älteste Notiz von dem Gebiet, das wir heute Steigerwald nennen, erscheint laut Potrykus in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom Jahre 1023. Darin verleiht der Kaiser den Wildbann (die Hohe Jagd) an das Bistum Würzburg. Die in dieser Urkunde aufgeführten Orte markieren in etwa das Gebiet des heutigen Steigerwaldes.
Doch woher kommt der Name? Steigerwald leitet sich wohl von „Steigirwald“ ab, was eine ansteigende Höhe bedeutet oder Wald auf einer hochragenden, aber unzugänglichen Gegend, sagt Potrykus. Erstmals erscheint der Name Steigerwald im Jahre 1151 auf einer Urkunde Königs Konrad III. und bezeichnet einen Wald, der in Richtung Oberschwarzach an das Kloster Ebrach anstößt. Es sei anzunehmen, dass der dem Kloster Ebrach nordwestlich anschließende Höhenwald damit gemeint ist.

„Main hinauf bis nach Bamberg“
Nach dem Erlöschen der alten Gaue im 14. Jahrhundert wandelte sich die Bezeichnung. So heißt es 1317, dass die Burg Ebersberg bei Zell, der Großbach-Wald bei Hombeer mit dazu gehörten. Ein wichtiges Jahr, in dem die auch heute noch bestehenden Grenzen des Steigerwaldes, erstmals urkundlich erwähnt werden, sind die Verhandlungen des Reichskammergerichtes zu Speyer im Jahre 1575. Dort wurde der damals strittige Wildbann verhandelt.
„Bamberg ist mit 70.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt im Steigerwald.“
Winfried Potrykus

Der Steigerwald erstreckte sich demnach „vom Zabelstein den Grund hinauf bis nach Sand, dann den Main hinauf bis nach Bamberg; von da das Gehölz hinauf bis an den Eisch-Grund, diesen hinauf bis gen newen Hoff (Neustadt an der Aisch). Von dort weiter bis Yphofen, von da bis Castell und von da bis an den Zabelstein“.
Diese Grenzen legte auch die fränkische Reichsritterschaft zugrunde, als sie gegen Ende des 15. Jahrhunderts dem Steiger-waldgebiet die Verfassung eines Kantons gab. 1801 heißt es bei Bundschuh folgendermaßen: „Der Steigerwald hebt am linken Ufer des Mains an, zieht hinauf gegen Bamberg, weiter am linken Ufer der Regnitz hinauf bis dahin, wo sich die Aisch in die Regnitz ergießt…“
Alte aus der Karolingerzeit stammende Orte des Steiger-waldrandes sind nach dem Autor Klarmann (1909) Bamberg, Viereth, Eltmann, Donnersdorf, Wonfurt, Castell, Iphofen, Höchstadt und Windsheim. Sie gehörten dem Volkfeld und dem dem Radenzgau an.
Die günstige Lage über der Regnitz veranlasste erst die Herzogfamilie der Hedenen (718) und dann die Babenberger (800) zum Bau einer Burg. Danach errichtete Kaiser Heinrich II. den Dom an dieser Stelle. In neuerer Zeit bezeichnete der Autor Scherzer in seinem Werk „Franken“ Bamberg mit seiner Altenburg zum Steigerwald gehörig. Ebenso urteilte der Heimatforscher Herrmann 2002 in seinen Wanderungen in die Erdgeschichte „Der Steigerwald und sein Vorland“.
„Ohne allen Zweifel gehört Bamberg zu den Steigerwaldgemeinden, fasst Potrykus die Ergebnisse seiner Recherchen zusammen: „Die Stadt ist malerisch hingebreitet auf die Hügel der Ostabdachung des Steigerwaldes und mit etwa 70.000 Einwohnern dessen bevölkerungsreichste Stadt.“
Noch heute könne man sich beim Blick auf den prachtvollen Ebracher Hof in Bamberg ein Bild von den reichen kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen machen, die Bamberg und den Steigerwald verbinden. Zudem seien fast alle Bamberger Kirchen und der Dom aus Steinen gebaut, die aus Steinbrüchen des Steigerwaldes stammten. Dies gelte auch für das Wahrzeichen Bambergs, den Bamberger Reiter
Auch heute sind die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bamberg und dem Steigerwald nicht abgerissen. Dies zeigt sich schon daran, dass die Stadt mit ihren Stiftswäldern noch immer große Ländereien im Steigerwald hat.