Nur noch wenige Tage fahren die roten Triebzüge der Deutschen Bahn im Baunachgrund. Am Sonntag, 12. Juni, beginnt in der Geschichte des "Maro-Express" eine neue Zeitrechnung. Ab diesem Tag übernimmt die private Eisenbahngesellschaft "Agilis" mit komplett neuem Fahrzeugpark in grau-grüner Farbe die Dienste im Personenverkehr auf der Bahnlinie zwischen Bamberg, Reckendorf und Ebern. Doch schon im April könnte die fast 116-jährige Geschichte der Staatsbahn zu Ende sein, denn auf der Strecke stehen Bauarbeiten bevor, die das vorzeitige Aus bedeuten könnten.

Die staatseigene DB Netz AG, der die Schienen weiterhin gehören, investiert im Zeitraum vom 22. April bis 6. Juni mehrere Millionen Euro in die Runderneuerung der Bahnlinie. In diesem Zeitraum wird die Strecke zwischen Baunach und Ebern für den Zugverkehr gesperrt. Zwischen Reckendorf und Ebern werden auf einer Länge von zehn Kilometern Schwellen und Schienen ausgetauscht und das Schotterbett gereinigt.
Mehrere Bahnübergänge werden aufgelöst bzw. vollkommen erneuert und mit Ampelanlagen ausgestattet.

Im Stundentakt


Ziel der Baumaßnahmen ist, die Strecken-Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 60 Stundenkilometer zu erhöhen, damit künftig Züge im Stundentakt zwischen Ebern und der oberfränkischen Domstadt verkehren können.
Seitdem die Linie zum Bereich des Verkehrsverbundes Nürnberg gehört, verzeichnet die Bahn einen erheblichen Fahrgastzuwachs. Schon im Oktober 2008 ist die DB Regio AG allerdings im Bieterwettbewerb um die Strecke der konkurrierenden Bahngesellschaft Agilis GmbH unterlegen.

Sollten die Baumaßnahmen pünktlich am Montag, 6. Juni, beendet sein, werden die "Roten Brummer" der Baureihe 642 nochmals für wenige Tage, bis 11. Juni auf den sanierten Gleisen unterwegs sein.
Die 16 zuletzt auf den Zügen eingesetzten Lokführer der DB Regio AG müssen sich an höhere Geschwindigkeiten gewöhnen: Sie fahren künftig auf den bis zu 160 km/h schnellen Regionalexpress Linien von Bamberg nach Würzburg, Hof und Jena in Thüringen.

Während der Arbeiten an den Gleisen werden in der Zeit von 23. April bis 5. Juni die Regionalbahnen zwischen Baunach und Ebern durch Busse ersetzt. Die Busse fahren in Ebern fünf Minuten früher ab und in Baunach erst nach Anschluss-Aufnahme. Durch den Schienenersatzverkehr kann sich die Reisezeit verlängern, teilt die DB Regio Nordostbayern mit.