Bamberg
Kooperation

Museum soll aufgewertet werden

Das Bamberger Naturkundemuseum profitiert vom Neubau eines zentralen Standortes in München und gehört bald zu einem bayernweiten Netzwerk der Wissenschaft.
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Auguste von Bayern, Prinzessin zur Lippe, im Gespräch mit Matthias Mäuser Foto: Ronald Rinklef
Auguste von Bayern, Prinzessin zur Lippe, im Gespräch mit Matthias Mäuser Foto: Ronald Rinklef
Die Schüler des Dientzenhofer-Gymnasiums interessieren sich sehr für die Naturwissenschaft. Das sieht man an ihrer regen Beteiligung bei der Podiumsdiskussion in der Mehrzweckhalle der Schule zum bald entstehenden Naturkundemuseum Bayern. Sie zögern auch nicht, die Probleme an vielen der heutigen naturkundlichen Museen offenzulegen: "Die Wissenschaft versucht nur, Studenten und Experten zu erreichen, nicht die Laien!", "Die mediale Aufmerksamkeit ist zu gering!", "Die Informationen sollten interaktiver gestaltet werden, damit man nicht nur vor einem Glaskasten steht!"

Keine Langeweile im Museum

Genau das ist es, was sich die Protagonisten des Förderkreises Naturkundemuseum Bayern von ihren Zuhörern erhofft hatten.
Der geplante Neubau eines zentralen Museums für Bayern im Schloss Nymphenburg in München soll nämlich mit den Wünschen und Vorstellungen der künftigen Besucher einhergehen.

"Das Museum soll ein Bindeglied zwischen Schule, Wirtschaft und Wissenschaft werden. Daher brauchen wir die Gedanken und den Input der Schüler", erklärt Auguste von Bayern, Prinzessin zur Lippe ihren Zuhörern. Außerdem will man einen Museumsbesuch wieder attraktiver machen, denn viele Menschen würden mit dem Wort "Museum" oftmals Langeweile verbinden. Thematisch soll der Schwerpunkt auf den sogenannten Life-Sciences, also Wissenschaften, die sich mit dem Leben und Lebewesen beschäftigt, liegen.

Einen kleinen Einblick gab Ralf Heermann von der Universität München, als er die Aufgaben und Möglichkeiten der Mikrobiologie erklärte, die vor allem für die Bekämpfung von Krankheiten - aktuell zum Beispiel den Ebola-Virus - benötigt wird.

Große Chance für Bamberg

Allerdings dreht sich das Projekt nicht nur um das Museum in München. Vielmehr wolle man mit dem Neubau verschiedene Naturkundemuseen in Bayern miteinander verbinden, um ein großes Netzwerk zu schaffen. Auch der Standort in Bamberg ist Teil dieses geplanten Netzwerkes. Museumsleiter Matthias Mäuser sieht darin "eine einmalige Chance, um unsere Kräfte zu bündeln".

Neben dem finanziellen und personellen Gewinn für das Museum gäbe es auch die Möglichkeit, neue Dauerausstellungen nach Bamberg zu holen, unter anderem eine Ausstellung über Paradiesvögel. Der Plan des Projekts sieht vor, dass im Münchner Museum die meisten großen Ausstellungen zentral zu bewundern sein könnten, aber diese dann in etwas kleinerer Form an andere bayerische Partnermuseen ausgeliehen werden könnten. Zwar wurden bereits in der Vergangenheit Vorträge und Ausstellungen zwischen Bamberg und München ausgetauscht, allerdings sei es bisher in Bayern nicht möglich, wirklich große Ausstellungen zu präsentieren, da die Kapazitäten fehlten, berichtet Ferdinand Prinz zur Lippe vom Förderkreis.

Mehr Menschen erreichen

Durch diese Vernetzung könne man auch viel mehr Menschen erreichen, denn "das Verständnis für Forschung schwindet durch den raschen Fortschritt. Unsere Aufgabe aber ist, die Wissenschaft an die breite Bevölkerung zu übertragen", weiß Mäuser. Dies soll auch durch eine Museums-App für das Smartphone erreicht werden. Die App soll das Prunkstück des Bamberger Naturkundemuseums, nämlich den 1791 gegründeten Vogelsaal mit seinen etwa 2000 Präparaten, erschließen.

Die Besucher könnten sich dann, während sie den Raum durchstreifen, weitere Informationen über die Exponate einholen. Auf diese Technik sollen sich dann auch alle anderen Mitglieder des Netzwerkes für eigene Entwicklungen stützen können. Heermann hält diese Kombination für sehr nützlich. "Allerdings", gibt er zu bedenken, "kann eine App den Museumsbesuch nicht ersetzen."


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