Bamberg
Aktion

Mit dem OB Müll sammeln statt Mathe pauken

Ein Selfie mit OB Starke, ein Eis, ein Ferienpass als Belohnung und jede Menge dankender Worte - das alles gab's anstelle von Unterricht. In diesen sicher nicht alltäglichen Genuss kamen Jungen und Mädchen der Bamberger Erlöserschule, die Grünanlagen von Müll und Unrat befreiten.
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Als "Müllmann" packte auch OB Starke an, um die Schüler zu unterstützen.  Foto: RiegerPress
Als "Müllmann" packte auch OB Starke an, um die Schüler zu unterstützen. Foto: RiegerPress
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Ja, natürlich: Bevor die 16 Schüler ihre Belohnung einheimsen konnten, hatten sie kräftig zugepackt und eine Stunde lang die Grünanlagen rund um den Troppauplatz samt seiner Spielplätze von Abfällen befreit. Auch fiel der Unterricht für sie nur in den letzten beiden Schulstunden aus.

"Es hat Spaß gemacht und tut gut, etwas für die Stadt zu tun. Auch der Oberbürgermeister war gut gelaunt und hat tatkräftig mit angepackt", meinte die 14-jährige Adriana, eine der Aktivisten. Vor allem las sie Bonbonpapiere auf, Verpackungen von Süßigkeiten und Zigarettenstummel. Zu der Maßnahme habe sie sich freiwillig gemeldet und würde jederzeit wieder mitmachen, sagte die Schülerin.

Großes Umweltbewusstsein

Nicht weniger angetan von der Aufräumaktion war Oberbürgermeister Starke.
"Ich freue mich nicht nur über das Engagement, das die Schüler an den Tag legten, sondern auch über ihren Wissenstand in Sachen Umwelt", so Starke. Diesbezüglich seien alle bestens informiert und aufgeklärt, ja hätten ein bemerkenswertes Umweltbewusstsein. Ihn persönlich hätte es auch nicht im Geringsten gestört, sich mal als "Müllmann" zu betätigen, meinte Bambergs OB. Erschrocken sei er bei der Säuberungsaktion nur angesichts der vielen Glasscherben, die gerade im Bereich der Spielplätze und der Sitzbänke herumgelegen hätten. "Sie stellen schließlich nicht nur für Kleinkinder, die im Sommer barfuß auf der Wiese spielen, eine große Verletzungsgefahr dar. Darum habe ich beim Einsammeln gerade darauf mein Augenmerk gelegt."

Beliebter Aufenthaltsort

Die Idee zur Aufräumaktion kam übrigens an der Erlöserschule auf. Im Rahmen des Projektes "Politik zum Anfassen" hatte Starke im Herbst letzten Jahres die Einrichtung besucht. Jugendliche diskutierten mit ihm damals über die verschiedensten Anliegen und Themen. Ein Punkt darunter war die Sauberkeit in der Stadt. Einige Schüler beschwerten sich beispielsweise, dass oftmals im Zentrum oder an öffentlichen Plätzen viel Müll herumliege. Oberbürgermeister Starke erklärte dazu, dass jeder ein Stückweit verantwortlich sei für die Sauberkeit seiner Stadt und lud spontan zu einer Aufräumaktion ein. Einige Schüler waren sofort begeistert von seiner Idee. Unterstützt wurde das Projekt von der offenen Jugendarbeit, die von iSo organisiert wird, und der Jugendsozialarbeiterin an der Erlöserschule. Gemeinsam wählte man als Einsatzort den Troppauplatz aus, da er für viele der Schüler ein besonders beliebter Aufenthaltsort ist.

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