Bamberg
Platzkarten

Missbrauch am Klinikum in Bamberg: Prozess-Zuhörer brauchen Karten

Das Publikumsinteresse dürfte groß sein, wenn ab Dienstag nach Ostern der frühere Leiter der Gefäßchirurgie am Bamberger Klinikum in Bamberg vor Gericht steht. Für die Allgemeinheit stehen im Sitzungssaal etwa 40 Plätze zur Verfügung.
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In diesem Saal des Justizgebäudes am Wilhelmsplatz findet ab 7. April die Hauptverhandlung gegen einen früheren Bamberger Chefarzt am Klinikum statt. Auf den Hochlehnstühlen im Hintergrund werden die Mitglieder der Großen Strafkammer Platz nehmen. Foto: OLG Bamberg
In diesem Saal des Justizgebäudes am Wilhelmsplatz findet ab 7. April die Hauptverhandlung gegen einen früheren Bamberger Chefarzt am Klinikum statt. Auf den Hochlehnstühlen im Hintergrund werden die Mitglieder der Großen Strafkammer Platz nehmen. Foto: OLG Bamberg
Das Publikumsinteresse dürfte groß sein, wenn ab Dienstag nach Ostern der frühere Leiter der Gefäßchirurgie am Bamberger Klinikum in Bamberg vor Gericht steht. Für die Allgemeinheit stehen im Sitzungssaal etwa 40 Plätze zur Verfügung. Ein Arzt, der sich an wehrlosen Patientinnen vergangen haben soll: Man muss keine prophetischen Fähigkeiten besitzen, um vorherzusagen, dass viele dem Prozess werden beiwohnen wollen, in dem sich der Mediziner ab 7. April vor dem Bamberger Landgericht verantworten muss.

Für die Öffentlichkeit stehen im Sitzungssaal rund 40 Plätze zur Verfügung. Wer einen ergattern will, muss an den Verhandlungstagen früh aufstehen: Besucher werden nur mit Platzkarte eingelassen und die Platzkarten werden an den Prozesstagen ab 7.45 Uhr vor dem Justizgebäude am Wilhelmsplatz ausgegeben.

Die Bamberger Gerichtsbehörden haben sich kurzfristig für diese Handhabung entschlossen, wie sie schon früher bei ähnlich spektakulären Verfahren angewendet wurde.

Man wolle mit Hilfe der Platzkarten den erwarteten Ansturm kanalisieren und verhindern, dass es im Haus und insbesondere vor dem Sitzungssaal zu Gedränge kommt, sagt Franz Truppei, der bisherige Leiter der Pressestelle am Oberlandesgericht (und künftige Direktor des Amtsgerichts Forchheim).

Die Ausgabe der Platzkarten erfolgt jeweils ab 7.45 Uhr am Haupteingang des Justizgebäudes, der um diese Zeit auch geöffnet wird. Alle Besucher müssen sich den Sicherheitskontrollen unterziehen. Dafür sollten sie Zeit und Geduld mitbringen, rät der Pressesprecher.

Beim Betreten des Sitzungssaal müssen die Platzkarten wieder abgegeben werden und verlieren dadurch ihre Gültigkeit. Plätze könnten nicht reserviert werden, heißt es.
Der Sitzungssaal im Erdgeschoss wird an allen Verhandlungstagen um 8.30 Uhr geöffnet; Sitzungsbeginn ist jeweils um 9 Uhr.

Die Justiz muss ab 7. April einen Skandal strafrechtlich aufarbeiten, der ab Sommer 2014 das Klinikum erschüttert hat. Damals kam heraus, dass der Chefarzt der Gefäßchirurgie Patientinnen unter dem Vorwand einer ärztlichen Behandlung oder wissenschaftlichen Studie im Intimbereich manipuliert haben soll.

Vorher hat er sie angeblich durch ein Medikament willenlos gemacht. Die Staatsanwaltschaft geht von 13 mutmaßlichen Opfern aus.
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