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Mehr Wohnraum auf Lagarde-Campus in Bamberg-Ost geplant

Der neue Rahmenplan für die alte Lagarde-Kaserne sieht rund 1000 Wohneinheiten vor.
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Die blau unterlegte Fläche unten im Bild zeigt den Teil der ehemaligen Lagarde-Kaserne, den die Bundespolizei westlich des Berliner Rings beansprucht. Grafik: Stadt Bamberg
Die blau unterlegte Fläche unten im Bild zeigt den Teil der ehemaligen Lagarde-Kaserne, den die Bundespolizei westlich des Berliner Rings beansprucht. Grafik: Stadt Bamberg
Der wesentliche Unterschied zum Rahmenplan vom Juni 2015 ist ein Mehr an Wohnhaus-Neubauten. 1000 Einheiten sind nach dem neuesten Stand der Planungen in dem Stadtteil vorgesehen, der auf dem Gelände der alten Lagarde-Kaserne entstehen soll - begrenzt von Pödeldorfer Straße, Weißenburgstraße, Zollnerstraße und Berliner Ring. Der zusätzliche Wohnraum geht zu Lasten der vorher überaus großzügig geplanten Grünflächen.

Die Verdichtung ist ein Ergebnis aus dem Workshop, zu dem sich Stadträte Mitte August hinter verschlossenen Türen getroffen haben. Und sie ist der Tatsache geschuldet, dass Bamberg vorerst nicht mit den Gebäuden und Flächen der ehemaligen Warner Barracks östlich des Berliner Rings rechnen kann: Den allergrößten Teil reklamiert die Bundespolizei für sich, die am kommenden Donnerstag ihr 6. Aus- und Fortbildungszentrum in Bamberg-Ost eröffnet.


Ende 2016 unterschriftsreif?

Der Feriensenat bekräftigte die überarbeitete Rahmenplanung für den sogenannten Lagarde-Campus. Sie ist zugleich die Grundlage für die weiteren Verkaufsverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (Bima). Stadtplanungsamtsleiter Harald Lang formulierte das Ziel, bis Jahresende einen abgestimmten Entwurf des Kaufvertrags auf dem Tisch zu haben.

Bis das Papier von allen Seiten unterschrieben ist, dürfte es Mitte 2017 werden. Grund: Voraussichtlich redet der Haushaltsausschuss des Bundestags ein Wörtchen mit.

Das hat mit dem Kaufpreis zu tun, der laut Lang "wahrscheinlich" über 5 Millionen Euro liegen wird. Der Bima-Vorstand darf nach seinen Angaben nur Geschäfte bis 4,999 Millionen Euro selbstständig tätigen. Was darüber liegt und unter 20 Millionen Euro bleibt, müsse der Vorstand der Bima dem Bundestags-Gremium vorlegen.

Der Rahmenplan sieht nach wie vor eine Vielzahl von Bausteinen vor: Platz zum Wohnen, Arbeiten und für Dienstleistung, Kreativ- und Kulturräume, ein Gesundheits- und Medizinquartier, Standorte für ein IT-Quartier und das künftige digitale Gründerzentrum sowie die Montessorischule.


Versuch, in die Zukunft zu sehen

Ob in 20 Jahren alles genau so realisiert sein wird, wie jetzt angedacht, ist eine Frage, die heute niemand beantworten kann. Auch Lang nicht. Man versuche, jetzt voraus zu sehen, was mittelfristig benötigt werde. Auch neue Erkenntnisse in puncto Altlasten, Kampfmittel oder Schädlingsbefall in den Altbauten könnte die Planungen noch beeinflussen.

Der überarbeitete Rahmenplan wurde bei der Abstimmung nur von den beiden GAL-Stadträtinnen abgelehnt. Ihre Hauptkritik machte namentlich Ursula Sowa am Fehlen von Zahlen und Kubaturen fest. Ohne sie zu präzisieren, meinte Dieter Weinsheimer (BA), der Rahmenplan lasse viele Wünsche offen.

Nur positiv äußerten sich die Fraktionsvorsitzenden von CSU und SPD. "Wirklich erfreut" zeigte sich Helmut Müller. Die Verdichtung schaffe Platz für vielleicht 3000 Menschen und auch die Mischung im neuen Stadtteil stimme. Die Schwerpunkte seien richtig gesetzt, befand Klaus Stieringer. Der künftige Lagarde-Campus biete "für alle etwas".


Zustimmung und Kritik

Zu den Befürwortern ohne Wenn und Aber gehörte Daniela Reinfelder (BuB). Sie befürchtete, dass die Kritik aus Stadtratsreihen an der Planung die "derart positive Nachricht" in den Schatten stellen könnte. Dabei sei doch "so viel untergebracht, was sich die Bürger gewünscht haben".

Die Fläche der ehemaligen Lagarde-Kaserne, die der Freistaat und das Bundesverteidigungsministerium zum Verkauf freigegeben haben, umfasst 19,4 Hektar. Ausgespart ist ein Areal im Südosten, angrenzend an das Präsidium der Bereitschaftschaftspolizei an der Pödeldorfer Straße: Dieser Teil wird von der Bundespolizei beansprucht. Alle übrigen Flächen und Liegenschaften für ihr neues Aus- und Fortbildungszentrum liegen östlich des Berliner Rings.


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