Kemmern
Jubiläum

Markus Söder: Kemmern ist in bester Verfassung

Der Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) drückte dem Festabend zum 1000-jährigen Bestehen von Kemmern seinen Stempel auf.
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Markus Söder bei seiner Rede im Festzelt. Foto: Marion Krüger-Hundrup
Markus Söder bei seiner Rede im Festzelt. Foto: Marion Krüger-Hundrup
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Das jubilierende Kemmern erhob Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) am Samstagabend kurzerhand zum Ministerpräsidenten. Und zwar durch einen "Formfehler", auf den Söder mit einem gar nicht so bescheidenden Lächeln hinwies. Der Schirmherr und Festredner der Jubiläumsfeier zur urkundlichen Ersterwähnung Kemmerns vor 1000 Jahren war bei seinem Eintreffen im Festzelt vom Bayerischen Defiliermarsch begrüßt worden - zünftig intoniert vom Musikverein Zapfendorf. Doch dieser Marsch "ist eigentlich nur dem Ministerpräsidenten vorbehalten", wie Söder erklärte. Wohlwollender Applaus quittierte diese politische Zukunftsvision.

Söders frei gehaltene und launige Rede animierte die Zuhörer auch weiterhin zu tosendem Beifall. Vor allem sein klares Bekenntnis zu Franken und zu kleinen Gemeinden kam an. Einige Kostproben: "München ist ganz schön, aber Franken ist einfach schöner!" Oder: "Franken ist ein starkes Stück Bayern und hat ein Recht darauf, ein gleich großes Stück vom finanziellen Kuchen zu bekommen!" Oder: "Bayerns Zukunft liegt nicht nur in den Metropolen, sondern hängt davon ab, wie wir den ländlichen Raum und die kleinen Gemeinden stärken!"

Mit Dank an die Kemmerner Lokalpolitiker - allen voran an den Bürgermeister Rüdiger Gerst (CSU) - versicherte Minister Söder, dass "die Gemeinde in bester Verfassung ist". Und dass das gefeierte Geschichtsdatum ein "Beweis für die Vitalität" Kemmerns sei.


Einige Querschläger

Ganz Finanzminister heftete sich der Redner diese Erfolge auch ans eigene Revers. Denn er habe dafür gesorgt, dass mehr Geld für den kommunalen Finanzausgleich zur Verfügung stehe, was für Kemmern gleich ein Plus von 21 Prozent bedeute: "Wenn Sie künftig mehr Geld vom Bürgermeister brauchen, gehen Sie zu ihm, er hat es!", rief Söder in die Runde. Auch in Zukunft könne Kemmern "zu tausend Prozent auf die Hilfe des Finanz- und Heimatministers bauen!", schob der Redner nach. Und lieferte schnell noch einige Querschläger wie "Breitbandausbau auch für kleinste Höfe", "christlich-abendländisches Leitbild" oder "bewiesene Barmherzigkeit für eine Million Flüchtlinge in Bayern".

Zahlreiche Ehrengäste verfolgten Söders Auftritt, darunter der in Kemmern geborene Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn, die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, Landrat Johann Kalb oder Bürgermeister und Kreisräte aus dem Landkreis Bamberg. In vorderster Reihe am "Söder-Tisch" saßen Kemmerns einzige Ehrenbürgerin, Schwester Helene Hutzler, sowie ihre Mitschwestern Luitgard Ilg und Philippine Schuhmann mit Pfarrer Valentin Tempel und dem Hallstadter Pfarrer-Ehepaar Andreas und Susanne Wittmann-Schlechtweg.


Ein Eintrag wie gemalt

Und natürlich hörte auch Erzbischof Ludwig Schick zu, der vor dem Festakt das feierliche Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zelebriert hatte. "Der Gottesdienst steht wie bei allen unseren Festen in der Gemeinde selbstverständlich am Beginn unserer Feierlichkeiten", spielte Bürgermeister Gerst in seinen Dankesworten an Schick auf die stets gute Verbindung von Kommune und Kirche in Kemmern an. Und bat den Erzbischof auf die Bühne im Zelt für einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde. Der Oberhirte wünschte denn auch Kemmern für das zweite Jahrtausend "Gottes reichen Segen". Sein Eintrag "sieht aus wie gemalt, den kann man auch noch in tausend Jahren lesen!", urteilte Andi Ebert, der als Redakteur des Bayerischen Rundfunks moderierend durch den Abend führte.


Abendserenade zu später Stunde

Weitere Ehrengäste trugen sich in das Goldene Buch ein, Grußworte wurden gesprochen, "Frankenkönig" Mäc Härder trat auf. Dazwischen Musik wie das "Kemmerner Heimatlied" und als spektakulärer Akzent das Böllerschießen als Salut für den Jubilar. Sogar ein militärisches Zeremoniell fehlte nicht: eine am Großen Zapfenstreich angelehnte Abendserenade zu fortgeschrittener Stunde, für die der Reservisten-Ehrenzug Oberfranken und die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Kemmern sorgten. Letztere kann 2017 auf 125 Jahre ihres Bestehens zurückblicken: "Ein echtes Doppeljubiläum in diesem Jahr!" freute sich Bürgermeister Gerst.
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