Zapfendorf

Markt Zapfendorf stellt drei Sieger

Steppach, Zapfendorf, Trabelsdorf, Kirchschletten und Sassendorf sind die Orte im Landkreis Bamberg, die im nächsten Jahr am Bezirkswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" teilnehmen können.
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Zapfendorf sorgt dafür, dass sich die Baulücken im Ort schließen. Fotos: lra
Zapfendorf sorgt dafür, dass sich die Baulücken im Ort schließen. Fotos: lra
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Mürsbach hat es vorgemacht: vor wenigen Wochen erhielt das Dorf im Itzgrund im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" eine Goldmedaille auf Bundesebene. Jetzt steht der Reigen der schönsten Dörfer wieder am Beginn, und so war die Kreiskommission des Wettbewerbs drei Tage lang unterwegs, um die 15 gemeldeten Ortschaften im Landkreis Bamberg zu bereisen und zu bewerten.

Als Punktsieger, die an den Bezirkswettbewerb weitergemeldet werden, gehen bei den Orten unter 600 Einwohnern Kirchschletten und Sassendorf ins Rennen, mit über 600 Einwohnern Steppach, Zapfendorf und Trabelsdorf. Stark vertreten war in diesem Jahr die Gemeinde Zapfendorf, die gleich acht Gemeindeteile gemeldet hatte und mit drei Siegern wahrlich stolz auf sich sein kann.

Dabei geht es beim "Dorfwettbewerb" nicht um gepflegten Blumenschmuck und saubere Rasenkanten, ganz im Gegenteil, ein bisschen Wildnis kann nicht schaden. Umwelt- und Naturschutz, das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Engagement von Bürgern und Kommunalpolitikern, die Dorfgemeinschaft, die Baukultur und die Lage des Dorfes in der Landschaft werden von den zuständigen Fachleuten auf Landkreisebene genau unter die Lupe genommen.

Gepflegte Wildnis

In Sachen "Natur" hatte Steppach gepunktet, da nach der nun abgeschlossenen Dorferneuerung gleich der Kreisverkehr am Ortseingang mit gepflegter Wildnis aufwartet. Man hatte eigens vor dem Besuch der Kreiskommission die Pflanzmischung "Silbersommer" nicht gemäht, um die ganz eigene Schönheit von trockenheitsverträglichen Stauden zu zeigen. Auch eine echte europaweite Besonderheit gibt es in Steppach zu bestaunen, nämlich ein Dach, auf dem sich sowohl das Nest eines Weißstorchen- wie auch eines Schwarzstorchenpaares befindet.

In Zapfendorf lag das Augenmerk auf der lebendigen Dorfgemeinschaft mit über 50 Vereinen, Schule, Kindergarten und viel bürgerschaftlichem Engagement. So bedient beispielsweise ein Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern alle Gemeindeteile. Gegen die im ländlichen Raum häufig zu bemerkenden Baulücken im Innerortsbereich wirkt ein entsprechendes Kataster, mit dem regelmäßig bei Eigentümern nachgefragt wird, ob sie nicht doch ein leeres Grundstück auf den freien Markt bringen wollen - mit Erfolg, denn die Lücken schließen sich nach und nach.

Als echtes "Baumdorf" hat sich Trabelsdorf herausgestellt, denn neben vielen neuen Linden, die im Rahmen der Dorferneuerung gepflanzt wurden, gibt es auch über 1000 Apfelbäume. Streuobstwiesen, die den Übergang vom Dorf in die Landschaft markieren, sind ein großer Pluspunkt, von dem Trabelsdorf profitierte. Die Anbindung in die Natur mit Badesee und Vogelbeobachtungsplattform erlauben den kleinen und großen Einwohnern, ihre Umgebung hautnah zu erleben.

Kirchschletten profitiert stark von der Abtei Maria Frieden, an die ein biologischer Landwirtschaftsbetrieb angeschlossen ist und so Arbeits- und Ausbildungsplätze bietet. Außerdem wurden in den letzten Jahren zahlreiche alte Bauernhäuser saniert und wiederbelebt, so dass das historische Ortsbild wieder gut zu sehen ist.

Grüngürtel und bunte Gärten

Ein Jugendheim, das allen örtlichen Vereinen und Gruppen zur Verfügung steht, dient der Dorfgemeinschaft. Innerörtliches Grün ist das Merkmal von Sassendorf. Schöne bunte Vorgärten, mit Kletterpflanzen begrünte Fassaden und ein Grüngürtel um das Dorf geben Sassendorf ein ansprechendes Gesicht.

Steppach, Zapfendorf, Trabelsdorf, Kirchschletten und Sassendorf dürfen also im kommenden Sommer die Bewertungskommission des Bezirkes Oberfranken begrüßen und sich in Bestform präsentieren. Für alle anderen gibt es bei einer Feierstunde im Herbst eine Anerkennung und das anspornende Beispiel von Mürsbach, wo die Anregungen der Kommissionen immer wieder konsequent umgesetzt und damit der Weg zum bundesweiten Erfolg geebnet wurde.

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