Bamberg
Abschaltung

Malerviertel Bamberg: Strom ist noch mal weg

Ein bei Tiefbauarbeiten beschädigtes Stromkabel hat am Dienstag im Malerviertel in Bamberg einen Brand in einem Umspannhäuschen ausgelöst. Dadurch fehlte dort und kurzzeitig auch in anderen Teilen Bambergs der Strom.
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Im Malerviertel ist es zu einem Kurzschluss gekommen: Erst um kurz nach zwölf Uhr hatte Anwohner Karl Heinz Sachs am DIenstag wieder Strom. Foto: Ronald Rinklef
Im Malerviertel ist es zu einem Kurzschluss gekommen: Erst um kurz nach zwölf Uhr hatte Anwohner Karl Heinz Sachs am DIenstag wieder Strom. Foto: Ronald Rinklef
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Karl Heinz Sachs geht wie jeden Morgen zum Briefkasten und will die Zeitung holen. "Das muss so um dreiviertel acht gewesen sein", schätzt der Rentner, der in der Treustraße im Bamberger Malerviertel wohnt. Vor der Tür verlegen an diesem Dienstagmorgen Arbeiter Glasfaserkabel, mit denen schnelleres Surfen im Internet möglich sein soll. Sachs ist da noch nichts Besonderes aufgefallen. Als er dann wieder in der Stube am Tisch sitzt, um zu lesen, wundert er sich über den Geruch, der sich ausbreitet. "Ich habe gedacht, da verbrennt jemand Autoreifen."

Es tat einen Knall

Doch das waren keine Autoreifen - der Gestank kam vielmehr aus dem Trafo-Häuschen wenige Meter vor seiner Haustüre. Da tat es schon einen Knall, erzählt Sachs weiter. Er rief bei der Feuerwehr an: Die war schon unterwegs und der Strom war weg - nicht nur bei Sachs, viele Haushalte in Bamberg waren betroffen.

Der Grund: Bei den Tiefbauarbeiten vor der Tür von Karl Heinz Sachs wurde Dienstagmorgen um kurz nach acht Uhr eine Niederspannungsleitung beschädigt. Unmittelbar daneben liegt das Trafo-Häuschen, das die Stromversorgung der Häuser in Teilen des Malerviertels sichert. Durch den Schaden am Kabel kam es dann zu einem Kurzschluss, der einen Brand in dem Versorgungshäuschen verursachte. Eine Kettenreaktion wurde ausgelöst: Vom automatischen Schutz der Anlage wurden sechs weitere Umspannstellen abgeschaltet (siehe unten).

In weiten Teilen Bambergs spürten auch andere Stadtbewohner den Zwischenfall durch ein Lichtflackern oder am Radiowecker, der sich durch den Spannungsabfall auf null stellte. Der Stromausfall war noch im südlichen Gaustadt und im Berggebiet bemerkbar, erklärte Christian Fendt, Leiter des Netzbetriebs der Stadtwerke. Unmittelbar betroffen von der Abschaltung der Trafo-Stationen war unter anderem auch die Polizei in der Schildstraße.
Mitarbeiter der Stadtwerke konnten die eigentliche Fehlerstelle schnell finden - im Laufe des Vormittags wurde die Versorgung wieder aufgebaut.

Weitere Abschaltungen

Allerdings blieb die Station in der Treustraße außer Betrieb. Durch den Feuerball, der sich infolge des Kurzschlusses im Trafo-Häuschen gebildet hatte, war die Anlage zu stark beschädigt worden. In der Treustraße musste ein Provisorium errichtet werden. "Die Station musste dazu erneut für mehrere Stunden außer Betrieb genommen werden", erklärte am Dienstag Christian Fendt von den Stadtwerken.

Karl Heinz Sachs und andere Anwohner blieben deshalb bis kurz nach zwölf Uhr ohne Strom. Für Sachs sei das kein Problem gewesen: "Ich habe kaum was im Kühlschrank." Die endgültige Behebung der Schäden wird sich bis zum Wochenende ziehen. Dafür müssen nochmals Abschaltungen vorgenommen werden. Die betroffenen Haushalte werden laut Stadtwerke am Vortag informiert. Die Schadenshöhe konnte noch nicht abgeschätzt werden.

Betroffene Stationen


Abgeschaltet:
Kurzzeitig waren gestern Stationen am Theodor-Heuss-Ring, in der Schildstraße, der Pfarrfeldstraße, der Kloster-Langheim-Straße und der Starkenfeldstraße sowie in der Treustraße abgeschaltet.

Reparatur:
Bewohner der Treustraße, der Katzheimerstraße und der Mattheimerstraße müssen noch bis zum Wochenende mit Abschaltungen rechnen.

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