Bei den Auerochsen im Aurachtal hat sich reichlich Nachwuchs eingestellt. Fünf Kälber wurden in diesem Frühjahr geboren, das jüngste erst vor vier Wochen. Die Herde der Heckrinder, wie die Züchtung korrekt heißt (siehe Kasten) ist damit in fünf Jahren auf 24 Tiere angewachsen.

Mit sechs Rindern hatte das Landschaftspflege-Projekt - die Auerochsen sollen Talgrund an dem einst nach ihnen Fluss beweiden - im Frühjahr 2006 begonnen.

Nun ist die Herde für das rund 20 Hektar große eingezäunte Areal zwischen Walsdorf und Zettelsdorf eigentlich schon zu groß, stellt Klaus Weber, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes im Landkreis Bamberg, fest. "Maximal 20 Tiere - inklusive der Kälber - sollten es sein", sagt er. "Also müssen im Herbst welche raus."

Aus der Herde herausgenommen werden dann zum einen die Jungbullen. Denn Bulle Luzifer duldet keine Konkurrenz. Und der Herdenchef soll, sagt Weber, "noch so lange wie möglich gehalten werden". Luzifer ist jetzt etwa zehn Jahre alt, seine Lebenserwartung liegt bei 20 bis 25 Jahren. Raus müssen auch die Enkeltöchter von Luzifer, denn diese soll der Bulle möglichst nicht mehr decken.

Verkaufen, tauschen, schlachten


Der männliche Nachwuchs wird nach Vorzugsweise zur Zucht weiterverkauft, die weiblichen Tiere nach Möglichkeit gegen Tiere aus anderen Herden getauscht, um das Genmaterial aufzufrischen. "Doch das ist nicht immer ganz einfach", sagt Weber.
Also kommt auch das eine oder andere Tier zum Schlachter. Das Fleisch sei sehr begehrt, hört man im Aurachtal. Aber nur die Wenigsten haben das bislang ausprobieren können. Und so soll es auch bleiben. Denn die wirtschaftliche Nutzung der Auerochsenherde steht nicht im Vordergrund, selbst als Touristenattraktion werden die Tiere nicht offensiv vermarktet. Vorrangig ist der Naturschutz und die Landschaftspflege.

Das Gelände ist in den fünf Jahren so stark beweidet worden, dass nun noch rund sechs Hektar zwischen Zettelsdorf und Kolmsdorf eingezäunt werden. Dorthin soll die Herde demnächst umziehen. Ob sie später im Wechsel oder auf dem gesamten Areal weiden wird, ist laut Weber noch nicht entschieden. Man will flexibel bleiben.

Neue Nachbarn


Weil die Auerochsen in einem aber nicht wunschgemäß "gearbeitet" haben, bekommen sie nun noch neue Nachbarn. Die Rinder haben nämlich das reichlich an der Aurach sprießende Schilfgras verschmäht - und über das sollen sich demnächst Wasserbüffel hermachen. Für sie wird zunächst ein Gelände bei Feigendorf umzäunt.

Bulle Schorsch und vier weibliche Wasserbüffel sind derzeit noch bei einem Züchter in Sachsen in Quarantäne. Wenn alles in problemlos läuft, könnten die Tiere vielleicht schon in vier Wochen ins Aurachtal kommen, schätzt Weber. Dann gibt es vielleicht auch bald den einen oder anderen heiß begehrten Aurach-Mozzarella geben.
Die eigentlich aus Südasien stammenden, aber schon lange auch in Südeuropa verbreiteten Wasserbüffel gelten zwar als robust und widerstandsfähig, für den Winter sollen sie aber im Gegensatz zu den Auerochsen einen Unterstand erhalten.