Bamberg

Lob für "Leuchtturmprojekt"

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle eröffneten im Hegelsaal offiziell des Leibniz-Institut für Bildungsverläufe.
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Bundesbildungsministerin Johanna Wanka trägt sich ins goldene Buch der Stadt ein. Aufmerksame Beobachter (von links): Christian Lange, Godehard Ruppert, Karl Ulrich Mayer, Ludwig Spaenle, Hans Günther Roßbach und Wolfgang Metzner. Foto: RiegerPress
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka trägt sich ins goldene Buch der Stadt ein. Aufmerksame Beobachter (von links): Christian Lange, Godehard Ruppert, Karl Ulrich Mayer, Ludwig Spaenle, Hans Günther Roßbach und Wolfgang Metzner. Foto: RiegerPress
Bereits Anfang des Jahres wurde das Nationale Bildungspanel (NEPS) in Bamberg in die Gemeinschaft des Leibnitz-Instituts aufgenommen. Am Montag wurde noch einmal offiziell in einem Festakt im Hegelsaal die Aufnahme gefeiert.

Zu Beginn der Feierlichkeiten erinnerte der Direktor des Leibnitz-Instituts für Bildungsverläufe (LIfBi), Hans-Günther Roßbach, an die Anfänge des Bildungspanels. "Bereits im Jahre 2000 wurden Informationsdefizite in Sachen Bildungsverläufe beklagt. Daher wurde 2009 nach einer Machbarkeitsstudie in Bamberg das Nationale Bildungspanel ins Leben gerufen", schilderte er. Seitdem habe man vom Wilhelmsplatz aus, wo das Institut untergebracht ist, rund 60 000 Personen auf ihrem bisherigen Bildungs- und Lebensweg begleitet. Denn NEPS habe es sich zur Aufgabe gemacht, die Kompetenzentwicklung und Bildungsprozesse von früher Kindheit bis zum hohen Erwachsenenalter zu untersuchen.
Dabei sollen beispielsweise Antworten auf die Fragen gefunden werden, warum jemand Medizin studiert oder warum jemand seine Ausbildung abbricht.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bezeichnete das Projekt als "Großgerät für die empirische Bildungsforschung". "Die Pisa-Studie zeigt nur Momentaufnahmen von Schülern und Jugendlichen. NEPS hingegen geht weit darüber hinaus und begleitet über einen längeren Zeitraum Menschen allen Alters auf ihrem Bildungs- und späteren Arbeitsweg", würdigte die Ministerin. Damit liefere das Institut auch wichtige Informationen für die Volkswirtschaft und die Politik. Dabei würden Daten gewonnen werden, die beispielsweise die künftige Familienförderung beeinflusse. Anhand der Ergebnisse würden sowohl viele Entscheidungen, die die Politik auf den Weg gebracht hat, bestätigt oder aber in Frage gestellt werden.

Auch Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) war der Meinung, dass mit den Ergebnissen der Untersuchungen des neuen Leibnitz-Instituts die "Stunde der Wahrheit" schlage und dabei so manch geliebte Ideologie bestätigt oder in Frage gestellt werden könnte. "Das Leibnitz-Institut in Bamberg ist ein Leuchtturmprojekt am Wissenschaftsstandort Nordbayern", betonte er. Und wie die Bundesministerin lobte auch Spaenle den langfristigen Ansatz. Denn die Sozialwissenschaftler wollten mit "Blick auf den Lebenslauf der Menschen die Gründe für Bildungsentscheidungen, die Bildungsentscheidungen selbst und deren Folgen für das Leben der Menschen untersuchen".

Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Karl Ulrich Mayer, freute sich über das "neue" Mitglied der Gemeinschaft und versicherte, dass dadurch die Forschungen für die Zukunft langfristig gesichert seien. Er sei sich sicher, dass die Bamberger Einrichtung künftig eine große Rolle in der Bildungspolitik spielen werde.

Stadt ist stolz

Godehard Ruppert, Präsident der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, "bedauerte" ein wenig, nun nicht mehr der Hausherr, sondern nur noch Gast des Instituts zu sein. Gleichzeitig sei es aber auch ein Tag der Freude für ihn. "Schließlich war die Uni Bamberg die Brutstätte und das Nest des Leibnitz-Instituts. Und ich bin mir sicher, dass wir künftig weiter eng miteinander verbunden bleiben", betonte Ruppert.

Stolz auf das Leibnitz-Institut ist auch die Stadt Bamberg. Dies betonte Zweiter Bürgermeister Christian Lange (CSU). Durch die Einrichtung würde die Schul-, Kultur- und Bildungsstadt Bamberg weiter gestärkt werden. "Wir wollen und wir werden, wie ich hoffe, auch von den Impulsen profitieren, die dieses neue Institut setzen wird", sagte Lange.

Bamberg hat das erste Leibnitz-Institut in Oberfranken und hier befindet sich eines von nunmehr insgesamt sechs Leibnitz-Instituten in Bayern.

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