Mit dem Abzug der amerikanischen Armee aus Bamberg wollen auch die Gemeinden rund um den Haupts moorwald nach Möglichkeit wieder in ihre alten Rechte an dem Gebiet eintreten. Litzendorf, Memmelsdorf und Strullendorf sollten deshalb ihre Ansprüche auf die Einbeziehung von bisher gemeindefreien Gebieten im Hauptsmoorwald geltend machen, informierte der Geschäftsbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, Holger Dörfler, im Gemeinderat Litzendorf. Die Stadt Bamberg wolle ihr Gebiet über die Autobahn A 73 hinaus in Richtung Osten ausdehnen.

Bisher gilt die Autobahn als Grenze zwischen Stadt und Landkreis Bamberg. Dabei soll es nach dem Willen des Gemeinderates auch bleiben. Sozusagen "landkreis-intern" will man sich um die Aufteilung des östlichen Gebietes auseinandersetzen. Würde man die Reviere anhand der in West-Ost-Richtung durch den Hauptsmoorwald verlaufenden Staatsstraßen von Bamberg nach Pödeldorf und Geisfeld festlegen, kämen auf die Gemeinde Memmelsdorf nördlich der Pödeldorfer Straße 476 Hektar, auf die Gemeinde Litzendorf zwischen beiden Straßen 633 Hektar und auf die Gemeinde Strullendorf südlich der Geisfelder Straße 973 Hektar (insgesamt 2082 Hektar).

Interessenkonflikt vorprogrammiert


Angesichts des vorprogrammierten Interessenkonfliktes zwischen Stadt und Landkreis-Kommunen ließ Dörfler wissen, dass die Staatsregierung das Vorhaben auch ablehnen könne, wenn sie das öffentliche Wohl gefährdet sehe. Dies sei beispielsweise dann der Fall, wenn man den kommunalen Frieden in Gefahr sehe.

Bei der Festlegung der Westgrenze plädierte Dörfler dafür, an der A 73 festzuhalten. Man habe in der jüngeren Vergangenheit schon große Flächen an die Stadt Bamberg verloren, ohne dass es zu einem Ausgleich gekommen wäre. Die Eigentumsverhältnisse an den Waldgrundstücken änderten sich dadurch nicht, es gehe lediglich um die kommunalpolitische Zuordnung. Der Wald selbst sei zudem Bannwald und Landschaftsschutzgebiet.
Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) ergänzte dazu, dass vor allem die jetzt nach Litzendorf eingemeindete ehemalige Gemeinde Pödeldorf "mit dem Hauptsmoorwald eng verbunden" sei. Die alte Pödeldorfer Flur habe noch in den 1930er Jahren bis zu den heutigen Kasernen gereicht, bevor sich zunächst das deutsche Militär hier niederließ.

Nicht ganz einverstanden zeigte man sich bei der CSU mit den Grenzen entlang der Staatsstraßen. "Es gibt nördlich der Staatsstraße 2281 auch Bereiche mit historisch gewachsenen Bezügen zu Pödeldorf wie zum Beispiel Fürstenstein und Besenplatz, erinnerte CSU-Sprecher Herbert Schütz. Die sollten wieder in die Gemeinde Litzendorf einbezogen werden. "Den Vorgängern verpflichtet" sah sich auch Bürgermeister Möhrlein. Dabei müssten sich aber zunächst die Landkreis-Gemeinden einig sein.

Kein "Krieg" mit Bamberg


"Wir wollen keinen Krieg mit der Stadt Bamberg", betonte Franz-Josef Schick für die SPD. Hier bilde die A 73 eine "natürliche Grenze", entscheiden müsse aber die Staatsregierung. Damit liege auch die wirtschaftliche Nutzung der bisherigen Panzerwaschstraße künftig auf Litzendorfer Gebiet. Erhalten werden solle die Autobahn-Abfahrt, die bisher den amerikanischen Streitkräften vorbehalten ist.
Beschlossen wurde mit 9:8 Stimmen von CSU und CWV gegen SPD, Grüne und CWV, die Waldreviere Fürstenstein und Besenplatz zunächst in den Antrag der Gemeinde Litzendorf einzubeziehen. Einigkeit bestand darin, Ansprüche auf einen Wald-Anteil östlich der Autobahn zu erheben.