Bamberg
Meinung

Leser sprechen sich für Nennung der Nationalität aus

Anrufe, Mails und jede Menge Online-Kommentare: Der Artikel "Diskussion: Spielt die Nationalität im Polizeibericht eine Rolle?" wurde breit diskutiert.
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Auf Grund dieser Polizeimeldung beschwerte sich ein Leser beim Presserat, der daraufhin einen Hinweis aussprach, die kleinstmögliche Sanktion. Foto: Fotolia
Auf Grund dieser Polizeimeldung beschwerte sich ein Leser beim Presserat, der daraufhin einen Hinweis aussprach, die kleinstmögliche Sanktion. Foto: Fotolia
Eine überwältigende Mehrheit unterstützte infranken.de und den Fränkischen Tag und sprach sich - entgegen der Haltung des Presserats - dafür aus, grundsätzlich die Nationalität eines Tatverdächtigen zu nennen. Eine Online-Abstimmung, an der sich 529 User beteiligten, verdeutlicht das: 86,2 Prozent beantworteten die Frage "Sollte in Polizeiberichten die Nationalität bei Tatverdächtigen genannt werden?" mit "Ja, generell ist das ein unerlässlicher Hinweis wie das Alter des Tatverdächtigen". 8,32 Prozent stimmten für "Die Redaktion muss von Fall zu Fall abwägen, ob die Staatsbürgerschaft eine Rolle spielt". Nur 5,48 Prozent klickten bei "Nein, weil dadurch nur Vorurteile geschürt werden".


Eine Auswahl an Meinungen

Rosi B.: Ich finde es richtig die Nationalität anzusprechen! Warum sollte man sie verschweigen? Wenn jemand ein Verbrechen begeht ist er ein Täter, egal aus welchem Land! Und man muss es aussprechen dürfen. Sonst werden Spekulationen unnötig angeheizt.

Alex R.: Der FT sollte sich vielleicht grundsätzlich mal überlegen was eine Meldung wert ist und was nicht. Ist eine Meldung über einen Diebstahl "im Wert von einem Euro" durch einen Flüchtling die Druckerschwärze wert oder trägt man dadurch tatsächlich etwa zur negativen Stimmungsmache bei?

Natascha C.: Teilweise hat das schon irgendwo einen Sinn, wenn man die Nationalität angibt, z. B. für Täterbeschreibungen. Was ich gar nicht nachvollziehen kann, ist, wenn es wieder heißt "bei einem Flugzeugabsturz sind x Deutsche ums Leben gekommen blabla". Wen interessiert's ob deutsch oder nicht deutsch?

Lou C.: Dieser Maulkorberlass gehört auf den Müllhaufen der Geschichte! Dadurch kommt der Begriff "Lügenpresse" erst zustande.

Tino D.: Bitte lassen sich vom Presserat nicht einschüchtern, es muss auf jeden Fall die Staatsangehörigkeit gennant werden. Um transparent zu bleiben. Fakten sind nun mal Fakten, auch wenn das "jemand" nicht zu billigen versucht.

Peter M.: Wieso können Tatsachen irgendjemanden diskriminieren?

Ottilie S.: Die Nationalität bei Tatverdächtigen soll unbedingt genannt werden! Wir fühlen uns auch nicht mehr so sicher in der Stadt. Da sollte nichts beschönigt werden!

Markus R.: Der Artikel zeigt die Gradwanderung, in der sich Medienschaffende befinden.

Helmut R.: Der Leser hat das Recht, durch den Journalisten unbeeinflusst und uneingeschränkt über alle zugänglichen Fakten informiert zu werden. Welche Schlüsse der Leser aus den Informationen zieht, ist allein Sache des Lesers und liegt nicht in der Verantwortung der Journalisten.

Franz A.: Es ist die Achtung vor unverfälschter und vollständiger Information der mündigen Bürgerschaft, die hier an erster Stelle steht. Unangemessene und diskriminierende Vorurteile erlaubt sich ein Presserat, der diese Leser pauschal mit der diffamierenden Behauptung überzieht, sie seien nicht in der Lage solche Information angemessen einzuordnen.

Georg W.: Wenn schon keine Staatsangehörigkeit, dann logischerweise auch keine Angaben über Alter, Wohnort ec. von Personen. Warum muss eine bestimmte Altersgruppe diskriminiert werden oder beim Verursacher einer Straftat der Wohnort genannt werden. Da weiß doch auf dem Land in Kürze der ganze Ort, um wen es sich handelt. Ich ersuche sie deshalb, in Zukunft von solchen Diskriminierungen abzusehen. Bleiben sie objektiv, nicht nur bei Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, sondern auch bei Einheimischen, die genauso Recht und Schutz von den Medien erwarten können. Zeigen sie Rückgrat wie andere Zeitung und entscheiden sie sich für die eine oder die andere Berichterstattung und nehmen sie nicht nur Rücksicht auf Menschen mit Mitgrationshintergrund sondern für alle oder für keinen.

NeuFranke: Vorurteile werden nicht durch Informationen, sondern allein durch die Taten der Personen geschürt und gegebenenfalls bestätigt. In der Bevölkerung herrscht längst die Meinung vor, dass wenn keine Nationalität angegeben wird, es sich automatisch um Asylanten handelt. Daran sind die Medien mit der Art und Weise ihrer Berichterstattung die Hauptschuldigen.

Alex H.: Ich als normaler Bürger von Bamberg möchte weiterhin informiert werden über die Nationalität, denn nur so kann man auch Klarheit mit dieser "Augenwischerei" schaffen.

Neroherz: Da sollte man sich mal Nachrichten aus Südtiroler Zeitungen ansehen: voller Name, Alter, Geschlecht, Nationalität, Wohnort. Und bei uns? Wo beginnt es und wo ist Schluss? Dann kann man gleich schreiben: "Es ist beim Ladendiebstahl ertappt worden."

Scheindemokratie: Je mehr Daten der Leser über einen vermeintlichen Straftäter und über die Tatumstände etc. erfährt, desto objektiver kann er sich einen Eindruck über das Tatgeschehen bilden. Wenn alle Täterkennzeichen wegfallen sollen, dann kann nur noch wie folgt berichtet werden: Ein Mensch stahl, vergewaltigte, überfiel etc. Es dürfte demnach nicht einmal berichtet werden, wenn der Täter männlich ist.

Heinrich: Gleiches Recht für alle! Wenn in Polizeiberichten geschrieben wird "Zwei Drogendealer, 36 und 42 Jahre, aus Hessen" oder "fünf jugendliche Randalierer aus Memmelsdorf im Alter zwischen 16 und 18 Jahren" und "die 59-jährige Unfallverursacherin aus Ebern", dann kann man auch schreiben "drei marokkanische Ladendiebe, 16, 18 und 22 Jahre aus der AEO in Bamberg".

Foeds: Eine eigenständige "Einordnung einer Nachricht nach professioneller Abwägung" erscheint mir in diesem Fall als eine Nummer zu groß. Darum empfehle ich den Rahmen wahrend und mit etwas Bescheidenheit dem Presserat zu folgen.

CognitiveEfficiency: Ein klares Bild und eine politische Meinung zur deutschen Migrationspolitik kann sich nur der bilden, der von den Medien objektive Informationen über die Migration erhält. Dazu gehören die positiven Seiten der Migration, aber auch die zahlreichen weniger positiven Seiten. Zu letzteren gehört die Kriminalität von Migranten, die keineswegs nur in Bamberg ein Problem darstellt.

Johman: Der Fränkische Tag macht das einzig Richtige, nichts unter den Tisch kehren, so wie in der Kölner Silvesternacht! Es geht nicht darum, Kriminelle beim Namen zu nennen, aber es ist nicht unwichtig, dass die Herkunft dieser Person bekannt gemacht wird. Wahnsinn, wie viele Leute sich selbst und ihre Mitmenschen für unreif erklären, mit der Wahrheit umgehen zu können.

Nachgehakt: Endlich wird über die Filterung von Nachrichten objektiv berichtet, man ahnte es ja schon immer. Mit den Richtlinien des Deutschen Pressserates wird nun Roß und Reiter benannt, meine Hochachtung vor der Zeitung und dem stellv. Chefredakteur der Zeitung! Es kann nicht sein, dass die Bürger im ach so freiheitlichen Deutschland weiterhin für dumm verkauft werden.
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Kommentare (12)

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