Laden...
Bamberg
Exkursion

FT-Leser entdecken den Hauptsmoorwald

Er liegt direkt vor den Toren der Stadt und doch kennen viele Bamberger nicht seine Vielfältigkeit. Bei einer Wanderung klärte Egbert Sauer auf.
Artikel drucken Artikel einbetten
Egbert Sauer (Zweiter v. r.) erklärte den Lesern viele Details aus dem Hauptsmoorwald... Foto: Michael Memmel
Egbert Sauer (Zweiter v. r.) erklärte den Lesern viele Details aus dem Hauptsmoorwald... Foto: Michael Memmel
+46 Bilder
Seit 26 Jahren lebt Birgit Abraham in Bamberg, da fand sie es höchste Zeit, einmal mehr über den 2800 Hektar großen Hauptsmoorwald direkt vor der Haustür zu erfahren. "Ich wollte ihn besser kennenlernen", erzählt die Gymnasiallehrerin, warum sie sich am Samstag mit weiteren 35 FT-Lesern an der geführten Wanderung durch den Wald beteiligte.

Als Leiter der 15 Kilometer langen Exkursion lenkte Egbert Sauer die Gruppe zu einigen "Stellen, die ich selbst nicht gefunden hätte" (Abraham). Denn neben bekannten Stationen wie etwa die Kunigunden-Martern, den Oberjägermarter oder den Hubertus-Brunnen zeigte er den Lesern auch versteckte Orte wie einen Kreuzstein mitten im Wald, der wohl als Grenzstein diente, vielleicht aber auch ein Sühnestein für einen Mord war, oder den Pfarrer-Ultsch-Brunnen. Dabei handelt es sich um eine eisenhaltige Quelle, deren Wasser braun-orange leuchtet.


Eine Gefahr für Dampfloks

Der hohe Eisengehalt des Wassers im Sendelbachtal spielte auch bei der Geschichte eine Rolle, die Birgit Abraham am bemerkenswertesten empfand. "Ablagerungen von Kalk gefährdeten im 19. Jahrhundert die Dampfkessel der Loks enorm", erklärte Sauer. Deshalb sei kalkarmes und eisenreiches Wasser damals sehr begehrt gewesen - so sehr, dass die Bahn damals eine 4,5 Kilometer lange Rohrleitung vom Hauptsmoorwald bis an den Bahnhof baute, um das "gute Wasser" dorthin zu befördern. Der "Königlich Bayerische Eisenbahnbrunnen" ist im Wald noch heute zu finden und wurde am Samstag von den Lesern bestaunt.

"Ich hätte nicht gedacht, dass der Hauptsmoorwald so vielfältig ist", resümierte Birgit Abraham, als sie nach gut fünf Stunden - inklusive einer Rast an der Kunigundenruh mit Verpflegung durch die Bäckerei Stuber - wieder zu ihrem Auto zurückkehrte. Keine Frage, für sie hat es sich gelohnt: "Ich habe ein Stück meiner Heimat entdeckt."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren