Bamberg
Verkehr

Landkreis Bamberg will E-Mobilität fördern

Der Kreisausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, mit zahlreichen Maßnahmen die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge auszubauen.
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Ein bis zwei Fahrzeuge pro Tag stöpseln derzeit an der Ladesäule vor dem Landratsamt ein. Foto: Riegerpress
Ein bis zwei Fahrzeuge pro Tag stöpseln derzeit an der Ladesäule vor dem Landratsamt ein. Foto: Riegerpress
Vor etwas mehr als einem Jahr hat der Landkreis Bamberg seine erste Ladesäule für Elektrofahrzeuge vor dem Amtsgebäude in der Ludwigstraße in Betrieb genommen. "Seitdem wurde dort 425 Mal ein Auto aufgeladen. Im Schnitt sind dies ungefähr ein bis zwei Autos am Tag, die die Ladesäule nutzen", freute sich Landrat Johann Kalb (CSU) in der jüngsten Kreisausschusssitzung. Eine gute Bilanz, zumal neben den Bereichen Strom und Wärme auch der Verkehrssektor für die Erreichung der Klimaschutzziele von großer Bedeutung ist. Etwa 30 Prozent des Gesamtenergieverbrauches in Deutschland werden für die Mobilität verbraucht.

"Die Elektromobilität kann hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten.
Durch den verminderten Einsatz fossiler Brennstoffe sowie die bessere Effizienz von Elektromotoren gegenüber konventionellen Antrieben können die Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich gesenkt werden", erläuterte Robert Martin, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises Bamberg. Daher sollen nach den Plänen der Bundesregierung bis zum Jahre 2020 eine Million Elektrofahrzeuge und bis zum Jahre 2030 sechs Millionen auf Deutschlands Straßen fahren.

Das würde, wie Martin schilderte, für den Landkreis Bamberg einen umgerechneten Fahrzeugbestand von 2000 Fahrzeugen bedeuten. Derzeit sind im Landkreis und der Stadt Bamberg um die 270 Elektrofahrzeuge angemeldet und auf den Straßen unterwegs.

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, ist der Landkreis seit rund einem Jahr verstärkt aktiv. "Ein erstes Projekt der Region war es, die Schaffung einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur im Landkreis zu schaffen", sagte Martin. Aktuell haben nicht zuletzt durch Zuschüsse des Landratsamtes 24 von 36 Gemeinden ein oder mehrere Ladesäulen beschafft und inzwischen größtenteils installiert. Allerdings dürfe man mit diesen Maßnahmen nicht stehen bleiben, sondern müsse die Elektromobilität schrittweise weiterführen.

Daher beschloss der Kreisausschuss ohne Gegenstimmen, unter anderem Ladesäulen an allen kommunalen Liegenschaften des Landkreises wie beispielsweise den Realschulen oder dem Kreisbauhof zu installieren. "Wir müssen dabei allerdings zuvor immer erst eine Bedarfsabfrage starten, nicht dass wir am Ende Gefahr laufen, mehr Ladesäulen als E-Autos haben", warnte Kreisausschussmitglied Bernd Fricke (GAL/AL). Für den Landrat war dies eine Selbstverständlichkeit. Schließlich baue man nicht sinnlos, wo kein Bedarf herrsche. Allerdings betonte Kalb aber auch, dass man erst ein Angebot schaffen müsse, damit man es am Ende auch nützen könne.

Des Weiteren soll zeitnah eine Fuhrparkanalyse durchgeführt werden. Diese soll prüfen, inwieweit im Fuhrpark des Landkreises weitere Elektrofahrzeuge angeschafft werden können. Mit der Schaffung eines Stammtisches "Elektromobilität", an dem sich ein bis zweimal im Jahr Experten und Nutzer von E-Fahrzeugen treffen sollen, soll ein Erfahrungsaustausch ein reger Austausch von Know-how stattfinden.

Langfristig plant der Landkreis ferner in Kooperation mit Gaststätten eine Vielzahl von Lademöglichkeiten für Pedelecs und E-Bikes zu schaffen. Diese neuen Stationen könnten dann in einer Landkarte visualisiert werden.
"Nicht außer Acht lassen darf man auch nicht die Errichtung und den Verleih von Fahrradboxen speziell für Elektrofahrräder", unterstrich der Klimaschutzbeauftragte. Denn die Räder würden immer teurer - bis zu 4000 Euro sind im Bereich der E-Bikes fast schon Standard - und dementsprechend wollen Nutzer ihre Räder, wenn sie mit diesen unterwegs seien, gut aufbewahrt wissen.


Carsharingmodell im Blick

Und zu guter Letzt soll mittelfristig im Landkreis ein Carsharingmodell aufgebaut werden. Hierzu könnte, wie Martin ausführte, Gemeinden günstig E-Autos leasen und dann entweder als Dienstfahrzeuge oder als Gemeindeauto zur Verfügung stellen.

Insgesamt befürworteten die Kreisausschussmitglieder die weiteren Schritte des Landkreises. Denn der Elektromobilität gehört, wie Rüdiger Gerst (CSU) betonte, die Zukunft.



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