Bamberg
Sicherheitsproblem

Kunstraum Kesselhaus in Bamberg ist marode

Die Stadt Bamberg sprach wegen des Gebäudezustands ein sofortiges Nutzungsverbot aus. Die aktuelle Ausstellung mit Werken von Tobias Lehner kann unter Auflagen noch befristet stattfinden.
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Das einstige Wäschereigebäude des alten Krankenhauses avancierte zum Kunstraum, der auch viele Besucher von außerhalb anzog. Foto: Ronald Rinklef
Das einstige Wäschereigebäude des alten Krankenhauses avancierte zum Kunstraum, der auch viele Besucher von außerhalb anzog. Foto: Ronald Rinklef
"Die Krankenhaus-Stiftung Bamberg, vertreten durch die Stadt Bamberg, hat eine sofortige Nutzungsuntersagung für die ehemalige Wäscherei am Leinritt aussprechen müssen", teilte am Dienstag die städtische Pressestelle mit.

Nach einem aktuell vorliegenden Bericht zu den Untersuchungen des baulichen Zustandes und des vorhandenen Brandschutzes des früheren Wäschereigebäudes durch die Landesgewerbeanstalt Bayern seien "die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben und Gesundheit, im Kesselhaus und den zugehörigen Verkehrswegen bei der gegenwärtigen Nutzung als Ausstellungsraum mit Publikumsverkehr nicht in ausreichendem Maße gewährleistet". Was für den "Kunstraum Kesselhaus" das Aus bedeutet, der sich in nur zwei Jahren zum Anziehungspunkt für Freunde zeitgenössischer Kunst entwickelte.

Die Stadt Bamberg bedauert die Entscheidung bezüglich des Kesselhauses, "musste aber handeln, um Gefahren abzuwehren", wie es in der Pressemitteilung heißt. Die langfristig geplante Ausstellung "Vertigo - Malerei von Tobias Lehner" könne unter Auflagen befristet stattfinden. Auf Initiative des Kulturreferenten Werner Hipelius und in Absprache mit der Feuerwehr sei vereinbart worden, dass zu diesem Zweck noch der direkte Vorraum und das Erdgeschoss genutzt werden können. "Der Keller ist während der Veranstaltung so abzusperren, dass ein Zugang und Aufenthalt von Personen ausgeschlossen ist." Auch zu Lagerzwecken dürfe er nicht mehr genutzt werden.

Betroffen äußerte sich Hipelius zu der Entwicklung: "Das Kesselhaus war eine ausgezeichnete Ausstellungsmöglichkeit. Es bot ungeahnte Präsentations- und Spielmöglichkeiten. Sicherlich ist es in keinem modernen Kunstraum oder einer Galerie so gut möglich, einfach mal in die Wand zu bohren oder eine Spirale zu versenken wie im Kesselhaus. Allerdings war es eben nur eine Zwischenlösung. Die LGA hat nun festgestellt, dass hohes Gefährdungspotenzial besteht, dies kann und darf niemand ignorieren."

Interessante Perspektiven

Interessante Perspektiven für den Kunstraum Bamberg sieht Hipelius dagegen u.a. auf dem Konversionsgelände: "Ich kann mir gut vorstellen, dass dort, nach dem Vorbild anderer Städte, ein regelrechtes Kunstviertel entstehen wird." Die Stadt wolle sich dabei aktiv einbringen. Bleibt abzuwarten, wie der Förderverein des "Kunstraum Jetzt!" auf die Entwicklung reagiert, der sich am 30. September im Kesselhaus gründen wollte, um auch Alternativen zu dem Ausstellungsort zu entwickeln.

Neben dem Kesselhaus sind weitere Räume in dem Komplex am Leinritt baufällig, die durch die Stadt Bamberg selbst und Dritte vor allem als Lager genutzt werden. Laut Pressemitteilung bemüht man sich nun, geeignete Ersatzflächen zur Verfügung stellen. Unter Bezugnahme auf die Nutzungsvereinbarung für die ehemalige Wäscherei des alten Krankenhauses vom 27. Mai 2012 mit der Bayerischen Architektenkammer, München, hat die Krankenhausstiftung Bamberg in Anbetracht der Baufälligkeit und der bestehenden Brandschutzprobleme des Gebäudes das bestehende Nutzungsverhältnis "form- und fristgerecht zum 31.12.2013 gekündigt", wie es in dem Schreiben der Pressestelle noch heißt. Die Kündigung erfolge ausschließlich aufgrund des maroden Zustands des Gebäudes.


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