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Bamberg
Ateliertage

Künstler öffnen ihre Ateliers in Bamberg

In ganz Bamberg haben am Wochenende Künstler ihre Ateliers für Besucher geöffnet, um ihnen einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Dort gab es einige Schätze zu entdecken.
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Norbert Beck ist einer von vier Künstlern, der im Atelier Concordia arbeitet. Ihm haben es vor allem expressionistische Strömungen angetan. Foto: Stephan Großmann
Norbert Beck ist einer von vier Künstlern, der im Atelier Concordia arbeitet. Ihm haben es vor allem expressionistische Strömungen angetan. Foto: Stephan Großmann
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Hunderte Pinsel warten in ihren Gläsern auf den nächsten Einsatz, in schwarzen Billy-Regalen schauen einem Bücher über Kandinsky und Picasso entgegen, die Couch in der Ecke lädt zum Verweilen ein. An der alten Druckerpresse in der Mitte des Raumes ist ein älteres Pärchen stehen geblieben, um sich einige Radierungen anzusehen, die dort fein säuberlich in eine Mappe einsortiert sind. An diesem Samstagnachmittag herrscht ungewöhnlich viel Trubel im Atelier von Walli Bauer. Wie viele andere Künstler hat auch sie ihre Räumlichkeiten an diesem Wochenende für die Öffentlichkeit aufgeschlossen.

Einen Blick hinter die Kulissen der bildenden Kunst gewähren; darum geht es, wenn der oberfränkische Berufsverband der Bildenden Künstler und Künstlerinnen zu seinen Ateliertagen "Artur" lädt.

25 Maler, Grafiker und Bildhauer aus ganz Oberfranken zeigten sich an diesen beiden Tagen ihrem kunstinteressierten Publikum. Ateliers in Bayreuth, Coburg, Kulmbach und aus dem Bamberger Umland haben sich beteiligt. Allein in Bamberg gab es etliche Schätze zu entdecken. Seien es expressionistisch angehauchte Gemälde des Kunstlehrers Norbert Beck, beinahe surrealistisch anmutende Arbeiten der Keramikerin Susanne Braun oder Plastiken des Bildhauers Adelbert Heil. Insgesamt sieben dem hiesigen Berufsverband zugehörige Kunstschaffende haben sich an den in diesem Jahr bereits zum 17. Mal stattfindenden Ateliertagen beteiligt.

Spezielle Arbeitsweise

Direkt an der Nonnenbrücke, etwas versteckt hinter einer roten Mauer, zeigt Gudrun Besslein-Bauer ihre neuesten Werke. Hauptsächlich lebt und arbeitet die gebürtige Bambergerin in Erlangen, nutzt aber seit Jahren die alten Räumlichkeiten ihres Vaters Robert Bauer-Haderlein für Ausstellungen. Ihre Papierarbeiten zeigen vor allem Monumente der Weltgeschichte, aber auch der Gegenwart. Was den reliefartigen Werken an Farbe fehlen mag, machen sie mit ihrer enormen Tiefe mehr als wett. Besslein-Bauer erklärt dies mit ihrer Arbeitsweise; dem Vorgehen Stück für Stück, in Schichten. Immer wieder erklärt sie Besuchern einzelne Bilder, führt sie herum und plauscht.

"Wenn Künstler sich treffen und ihre Werke zeigen, ist das gut für die Bamberger Kunstszene", sagt Barbara Gardill. Sie ist mit ihrem Mann Rudolf unterwegs, schaut sich um und lässt die Atmosphäre auf sich wirken. Wann bekommt man schon einmal die Chance, solch intime Einblicke in den Arbeitsplatz der Kreativen zu ergattern? Meint auch Walli Bauer und freut sich, dass zudem Menschen vorbeischauten, die sonst eher selten in Galerien oder Ateliers anzutreffen seien. Überhaupt dreht sich viel in Bauers Werk um den Menschen, vielmehr um Begegnungen desselben mit anderen. Flüchtige, lang währende, unendliche.

Und ein bisschen geht es jedes Jahr auch bei den Ateliertagen um solche Begegnungen. Kunst entsteht im Auge des Betrachters. Mit "Artur 17" ist es wieder einmal gelungen, beide Seiten ein Stück näher zu bringen.

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