Bamberg
Verkehr

Kreuzung am Luitpoldeck in Bamberg: Deshalb staut es sich

Geradeausfahrer und Linksabbieger müssen sich auf der sanierten Fahrbahn an der Kreuzung Luitpoldstraße/ Königstraße nun eine Spur teilen.
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Blick stadteinwärts: Will ein Linksabbieger in die Obere Königstraße einbiegen, wird es für die Geradeausfahrer knifflig. Foto: Ronald Rinklef
Blick stadteinwärts: Will ein Linksabbieger in die Obere Königstraße einbiegen, wird es für die Geradeausfahrer knifflig. Foto: Ronald Rinklef
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Die ersten Autofahrer regen sich bereits auf: Vor gerade zwei Wochen wurde die Fahrbahnsanierung am Luitpoldeck abgeschlossen, doch schon kommen Beschwerden. Nicht nur bei der Zeitung, sondern auch bei der Stadt melden sich Verkehrsteilnehmer, die über Rückstaus, teilweise bis zum Bahnhof, schimpfen. Letzteres bestätigt Claus Reinhardt aus dem Baureferat.

Doch wie kommt's? Und warum wurden die Verkehrsbeziehungen überhaupt neu geordnet? "Hauptgrund für die Sanierung war der schlechte Straßenzustand", sagt Reinhardt. Bei dieser Gelegenheit sei es sinnvoll gewesen, die Aufteilung der Verkehrsarten zu überdenken.

So wurde nicht nur die Bushaltestelle stadteinwärts barrierefrei umgebaut, sondern auch die Radfahrer haben einen eigenen Streifen rechts neben der Busspur bekommen - übrigens auch gegenüber: Stadtauswärts, auf der Seite des Bettengeschäftes, haben die Radler nun ebenfalls eine 1,50 Meter breite Spur für sich. "Ziel war eine sichere Radverkehrsführung", merkt Reinhardt an.

Allerdings: 1,50 Meter für die Radfahrer, stadteinwärts wie stadtauswärts, das bedeutet auch: weniger Platz. Zum Beispiel für einen Linksabbiegerstreifen. Konnte man früher von der Luitpoldstraße auf einer eigenen Spur nach links in die Obere Königstraße Richtung Theuerstadt/ St. Gangolf abbiegen, so gibt es nach der Baumaßnahme nur noch eine Spur. Diese teilen sich Geradeausfahrer, die in die Innenstadt wollen, mit den Linksabbiegern.


Auswertungen waren Grundlage

Claus Reinhardt aus dem Baureferat betont: "Die Auswertung der Verkehrsbeziehungen hat ergeben, dass die Linksabbiegerspur deutlich untergeordnet ist. Nur vier bis zehn Prozent der Autofahrer pro Tag nutzen sie." Also kam man im Rathaus zu dem Schluss, dass man "zugunsten von mehr Qualität für Radfahrer und Stadtbusse" auf die Linksabbiegerspur verzichten könne. "Die Crux an der Geschichte ist: Der Linksabbieger muss von der gemeinsamen Spur bis in die Kreuzung hineinfahren", sagt Reinhardt mit Nachdruck. Viele Autofahrer wären unsicher und würden auf dem querenden Fußgängerstreifen oder sogar dahinter stehen bleiben. "Wenn sich jemand nicht traut, bis in die Kreuzungsmitte zu fahren, staut sich der Verkehr bald bis zum Bahnhof."

Würden die Linksabbieger stattdessen weit genug vorfahren, könnten diejenigen, die geradeaus in Richtung Luitpoldbrücke wollen, vorsichtig an den wartenden Abbiegern vorbei fahren, wie Reinhardt erläutert. Dabei müssen sie gleichwohl aufpassen, nicht zu weit nach rechts auszuscheren, da sie sonst der Busspur in die Quere kommen.

Im Baureferat weiß man um die begrenzte Fläche. "Deswegen haben wir als erste Nachbesserung Markierungen für die Linksabbieger auf die Kreuzung aufgemalt", merkt Reinhardt an - damit die Abbiegewilligen von der Luitpoldstraße in die Obere Königstraße wissen, wie weit sie vor fahren können (siehe Grafik).


Lob von den Stadtbusfahrern

Doch wie wirkt sich die neue Verkehrsführung eigentlich auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aus? Handelt es sich bei der Luitpoldstraße doch um eine Stammstrecke zwischen Bahnhof und Zentralem Omnibusbahnhof (ZOB).

Stadtwerkesprecher Jan Giersberg berichtet, dass die Stadtbusfahrer durchweg positive Erfahrungen machen würden. "Gerade stadteinwärts bringt die Trennung in Bus- und Radweg eine erhebliche Verbesserung der Sicherheit", sagt Giersberg auf FT-Anfrage. "Die Kollegen sind glücklich, dass sie sich nicht mehr eine Spur mit den Radfahrern teilen müssen."


Fahrbahnmarkierung im Kreuzungsbereich

Ab Montagmorgen (26.09.16) erfolgen Markierungsarbeiten im Kreuzungsbereich Luitpoldstraße/Obere und Untere Königstraße. Dabei wird eine rote "Radfahrerfurt" von Bahnhof kommend in Richtung Luitpoldbrücke auf die Straßenoberfläche aufgetragen. Die Arbeiten werden voraussichtlich drei Tage dauern und sollen morgens zwischen 5 Uhr und 7 Uhr durchgeführt werden. Dabei wird in der Oberen Königstraße zeitweise immer nur eine Spur gesperrt.
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