Bamberg

Kosten für die Landesgartenschau Bamberg bald klar?

Rund eine Millionen Menschen haben die Landesgartenschau vor drei Jahren in Bamberg besucht - und Geld in die Kassen gespült. Noch immer ist nicht heraus, was sie gekostet hat. Das könnte sich im November ändern: In einem Zwischenbericht im Stadtrat soll eine Zahl genannt werden.
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Da war was los auf der Landesgartenschau in Bamberg. Das könnte für geringere Ausgaben sorgen als erwartet. Archivfoto: Ronald Rinklef
Da war was los auf der Landesgartenschau in Bamberg. Das könnte für geringere Ausgaben sorgen als erwartet. Archivfoto: Ronald Rinklef
Es tut sich was in Sachen Abrechnung der Landesgartenschau (LGS): Zwar hält man sich in der Stadtverwaltung mit Zahlen nach wie vor bedeckt, wenn es um die Kosten für die Großveranstaltung geht.

Aber: In der nächsten Vollsitzung des Stadtrats soll es einen Zwischenbericht geben. Stefan Goller, Geschäftsführer und Liquidator der Landesgartenschau-Gesellschaft, spricht von einem "vorläufigen Abschluss". Die wichtigste Nachricht: In dieser Sitzung, die voraussichtlich Mitte/Ende November stattfinden wird, "wird auch eine Zahl genannt werden", sagt Goller. Mehr lässt er sich nicht entlocken.

Gleiches gilt für die Mitglieder des Aufsichtsrates der "Landesgartschau Bamberg 2012 GmbH" - jene Gesellschaft, die zur Vorbereitung und Durchführung des Großereignisses gegründet worden war. Die jüngste Aufsichtsratssitzung fand erst dieser Tage statt, jedoch unter dem Siegel der Verschwiegenheit, wie von Mitglied You Xie (CSU) zu erfahren war.

Klaus Stieringer von der SPD merkte immerhin an: "Der Stadtrat dürfte mit dem Ergebnis zufrieden sein." Er zeigt Verständnis dafür, dass die Abrechnung ihre Zeit braucht. "In der Sitzung hat das die Verwaltung sehr schlüssig aufgezeigt."


Skepsis in der Vergangenheit

In der Vergangenheit waren die Stadtratsfraktionen der Grün-Alternativen Liste (GAL) und "Bambergs unabhängige Bürger" (BUB) misstrauisch geworden. Sie hatten im Februar 2014 den Verdacht geäußert, dass die Stadt möglicherweise das vermutete "Plus" aus der Gartenschau "irgendwo gebunkert hat", wie es BUB-Vorsitzende Daniela Reinfelder damals formuliert hatte.

Auch aktuell moniert sie: Irgendwann müsse doch eine Bilanz mit den Einnahmen und Ausgaben der Schau vorliegen. "Das dauert mir zu lange", sagt Reinfelder gegenüber dem FT. Sie möchte wissen, "wie hoch das Plus ist und wo das Geld liegt". Ihre Fragen werde sie schriftlich an Gesellschafts-Geschäftsführer Stefan Goller richten. An einen Zwischenbericht glaube sie schon gar nicht mehr.

Doch genau mit diesem ist offenbar in wenigen Wochen zu rechnen, in besagter Stadtratssitzung. "Wir haben klar gesagt: Wir wollen wissen, was abgedeckt ist und was nicht", sagt Aufsichtsratsmitglied Christiane Laaser (GAL). Und sie betont: "Wir reden hier nicht über einen möglichen Gewinn, sondern allenfalls geringere Ausgaben. Denn die Stadt hat nun einmal 18,3 Millionen Euro gezahlt."

Bei der Summe handelt es sich um den Eigenanteil der Kommune. "Die Stadt hätte sich alleine die Landesgartenschau niemals leisten können. Sie wurde maßgeblich durch Fördergelder finanziert", sagte Aufsichtsratsmitglied Klaus Stieringer.

Stefan Goller erklärt: "Erst, wenn wir wissen, was uns aus der Prüfung der Fördermittel und des Finanzamtes erwartet, ist eine Schlussbilanz möglich." Er merkt an, dass es durchaus Landesgartenschauen gegeben habe, bei denen die Gesellschaften Fördermittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro hätten zurückzahlen müssen - "was ich für uns nicht hoffe."


Alle Maßnahmen abschließen

Goller nennt das erste Quartal 2016 als Zielzeitpunkt, zu dem die Gesellschaft dann endgültig abgeschlossen, sprich die Liquidation beendet sein soll. Erst dann könne man langsam auf einen Bescheid des Finanzamtes spekulieren. Der Liquidator bringt es auf den Punkt: "Man kann nicht einfach auf den Knopf drücken und schauen, was hinten rauskommt." Man müsse abwarten, bis alle Maßnahmen abgeschlossen seien.

Bereits in der Vergangenheit hatte Goller erläutert: Andere Kommunen hätten sechs Jahre gebraucht, vom Zeitpunkt der Durchführung bis zum Zeitpunkt der Auflösung der Gesellschaft. In Bamberg sei man also sogar relativ schnell.


"Immaterieller Wert"

Wann tatsächlich endgültig klar ist, was die Großveranstaltung in Bamberg gekostet hat, wird sich zeigen. Nun darf man erst einmal auf die Zahlen aus dem Zwischenbericht gespannt sein - und die Frage, wofür die Stadt das Geld, das sie weniger ausgegeben hat, verwenden will.

Klaus Stieringer freut sich jedenfalls über den "immateriellen Wert" der Schau. "Es wurde einer der größten städtebaulichen Missstände in ein dynamisches, vitales Quartier verwandelt."

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