Einstimmig hat der Gemeinderat unter Leitung von Bürgermeisterin Gisela Hofmann (Bürgerblock) das gemeindliche Einvernehmen für die Aufstellung von drei Windenergie-Anlagen zwischen dem Königsfelder Gemeindeteil Poxdorf und dem Scheßlitzer Stadtteil Neudorf erteilt. Nur eines der an die 200 Meter hohen Windrädern ist allerdings auf dem Gebiet der Gemeinde Königsfeld vorgesehen, die beiden anderen würden auf Scheßlitzer Gebiet entstehen. Die Entscheidung des dortigen Stadtrates steht noch aus.

Bürgermeisterin Hofmann erläuterte das Vorhaben der Firma Naturstrom mit Sitz in Forchheim, einer Tochtergesellschaft des Konzerns gleichen Namens mit Sitz in Düsseldorf. In einem ersten Schritt seien drei Windräder des Typs Nordex N 100 geplant mit einer Nabenhöhe von mehr als 140 Metern sowie einem Rotor-Durchmesser von 99,8 Metern, insgesamt also gut 190 Meter. Die Masten sind in Massivbauweise geplant mit einem Durchmesser am Boden von etwa zehn Metern, an der Spitze von drei Metern. Zwei weitere sollten, entweder von Naturstrom oder einer anderen Gesellschaft, in Richtung Ludwag "nachgeschoben" werden. Die Einspeisung der erzeugten Energie sei im Umspannwerk Würgau möglich.

Die Einspruchsmöglichkeiten der Gemeinde Königsfeld gegen das Vorhaben sind laut Bürgermeisterin Hofmann begrenzt. "Wenn wir das Einvernehmen nicht erteilen, wird es durch das Landratsamt Bamberg ersetzt", erklärte sie auf Anfrage. "Wenn uns die Pläne nicht gefallen, hätten wir schon bei der Ausweisung der Vorbehaltsflächen dagegen Einspruch erheben müssen."

In der Debatte wurde zunächst die Höhe der Windräder kritisiert, die deutlich über der der bisher aufgestellten liege. "Ein Hochspannungmast ist ein Dreck dagegen", beschrieb Gemeinderat Markus Niemetz (Bürgerblock) den großen Unterschied zur nicht weit entfernt verlaufenden 360-kV-Leitung. Positiv gesehen wird dagegen das Angebot der Betreibergesellschaft, einen bestimmten Anteil der Investitionssumme von 8,3 Millionen Euro für Investoren aus der Region offen zu halten und damit zumindest teilweise eine Bürgerwindrad-Komponente zu ermöglichen.

Auf Vorschlag von Niemetz wurde dieser Wunsch-Anteil auf 20 Prozent der 8,3 Millionen Euro festgelegt. "Bei Beteiligungen von 25 Prozent oder mehr hätten die Bürger eine Sperrminorität, das wird die Gesellschaft wohl nicht akzeptieren", so Niemetz. Vom Geräuschpegel des auf Königsfelder Gebiet geplanten Windrades sind weder Poxdorf noch Neudorf betroffen, beide Orte liegen aber am Rande des Schattenwurf-Bereiches.

Grünes Licht gab der Gemeinderat ebenfalls einstimmig für eine mögliche Erweiterung der Vorbehaltsfläche in Richtung Osten bis zur 360-kV-Leitung. Damit könnten zwei weitere Windräder aufgestellt werden. "Die Landschaft wäre dann sowieso von der Windkraft geprägt", so Gisela Hofmann.

Zweiter Bürgermeister Franz Brehm (CSU/FW) regte an, sich von einem neutralen Fachmann (des Bauernverbandes) über die Möglichkeit eines "Bürgerwindrades" informieren zu lassen, um allen die Möglichkeit zur Teilhabe an der Energiegewinnung zu geben. Man solle aber nicht über die Hochspannungsleitung hinausgehen.
Ein kurzer Disput entspann sich um den Weg dorthin: Stefan Brehm (CSU/FW) plädierte dafür, zuerst mit den Bürgern von Poxdorf über das Vorhaben zu sprechen und dann zu planen, aus den Reihen des Bürgerblocks hieß es dagegen, man solle erst ein Konzept bilden und dann nach Poxdorf gehen.