Frensdorf
Einweihung

Kinderhaus lockt junge Familien nach Frensdorf

Mit einem bunten Fest ist das neue Kinderhaus in Frensdorf seiner Bestimmung übergeben worden.
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Frensdorf ist jung, was das Familienfest am Kinderhaus deutlich unter Beweis stellte. Foto: Evi Seeger
Frensdorf ist jung, was das Familienfest am Kinderhaus deutlich unter Beweis stellte. Foto: Evi Seeger
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Das "größte und innovativste Kinderhaus in ganz Oberfranken" steht - nach den Worten von Werner Dippold, Geschäftsführender Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Bamberg - in Frensdorf: Platz für 220 Kinder gibt es in der Einrichtung, die in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (Awo) geführt wird. Derzeit beherbergt die Kita Sankt Elisabeth sechs Kindergarten-, drei Krippen- und eine Hortgruppe, die von einem mehr als 20-köpfigen Team betreut werden. Jetzt wurde die Einweihung mit einem großen Familienfest gefeiert. Gleichzeitig wurde die neue Gemeindebücherei offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Dass es in Frensdorf so viele junge Familien mit Kindern gibt, überraschte dann doch: Bei herrlichstem Sonnenschein war der Platz vor der Kita voll mit jungem Leben. Kindergartenleiterin Silvia Müller moderierte und der Frensdorfer Nachwuchs hieß die Gäste mit einem Lied willkommen.

"Hier in Frensdorf blüht es kräftig", stellte denn auch Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL) fest. Der Gemeindechef bestätigte damit die Worte des Awo-Geschäftsführers, das neue Haus habe sich mit seiner pädagogischen Ausrichtung als "Zugpferd" für junge Familien auf ihrer Suche nach Wohn- und Siedlungsraum erwiesen. Dippolds Dank galt den Gemeindevätern dafür, "dass sie die richtigen Beschlüsse zur richtigen Zeit gefasst haben". Die Investition habe sich für Frensdorf bereits "rentiert".

3,4 Millionen Euro hat die Gemeinde nach den Worten von Bürgermeister Kötzner investiert. 1,8 Millionen seien an staatlicher Förderung geflossen. Die Awo habe sich mit einem größeren Betrag beteiligt.

Der alte Kindergarten sei aus allen Nähten geplatzt, erinnerte Kötzner an die Entscheidung für einen Neubau. Hinzu kam, dass die alte Einrichtung sehr sanierungsbedürftig war. In Awo-Trägerschaft und unter der Planung des Architekturbüros Eis sei ein Bau entstanden, "der in der Umgebung seinesgleichen sucht". Das pädagogische Konzept könne hier optimal umgesetzt werden. Nachdem sich die Familienstrukturen verändert hätten, es die Großfamilie von einst nicht mehr gebe, seien solche Einrichtungen die Lösung, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Diese Kita sei mehr als Aufbewahren und Beaufsichtigen: Hier könnten sich die Kleinen entfalten und Gruppenerfahrung sammeln, wie es in der Familie kaum noch möglich sei.

Die mit dem Haus verzahnte Gemeindebücherei biete die Möglichkeit, Kinder schon im Kindergartenalter ans Lesen heranzuführen. Der Pfarrei und dem Sankt Michaelsbund dankte Kötzner für die Unterstützung in der Trägerschaft.

Unter der Leitung von Rita Walker-Ruppert steht ein Büchereiteam von 25 Ehrenamtlichen zur Verfügung. "Wenn sich Büchereien nicht ständig neu erfinden und jung bleiben, stehen sie eines Tages in einer Ecke und die Bücher zerfallen zu Staub", betonte Michael Sanetra vom Landesverband des Sankt Michaelsbunds. Büchereien dürften nicht in kleinen Kammern mit verstaubten Büchern ihr Dasein fristen, sondern sollten als lichte freundliche Einrichtungen zum Lesen einladen. "Träger der Buchkultur in Deutschland" sind nach Sanetras Worten die Frauen: Diözesanbibliothekarin Melanie Dirauf und die Leiterin der Frensdorfer Bücherei, Ria Walker-Ruppert zeichnete Sanetra mit dem Verbandsehrenzeichen in Silber aus.

Als "den Motor des Projekts" hatte Werner Dippold die derzeit in Elternzeit befindliche Leiterin der Kita, Sabine Brehm, bezeichnet. Auch für die Bücherei waren von ihr maßgebliche Impulse ausgegangen. Walker-Ruppert sah in ihrer Rede die Bücherei und ihr Team "wie einen Teenager von 14 Jahren": "Mit großem Autonomiebestreben und ein bisschen renitent!" In der alten, kleinen Bücherei habe das Team eine Kinderstube gehabt, die zur Selbstverantwortung erzogen habe. Als wichtige Partner sieht Walker-Ruppert das Kinderhaus, die Schule, den Michaelsbund und die Uni, speziell die Studierenden des Lehrstuhls für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur, die die Arbeit der Bücherei unterstützen.

Ortspfarrer Wolfgang Schmidt und Pfarrerin Angelika Steinbauer erteilten dem Neubau in ökumenischer Verbundenheit den kirchlichen Segen. "Das Haus ist ein kreatives Dach, unter dem man spürt, dass es eine Kraft gibt, die in Gott verwurzelt ist", sagte Pfarrerin Steinbauer.

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