Kemmern
ICE-Ausbau

Kemmern hat eine neue Brücke

Mit einem 500-Tonnen-Kran ist das letzte Element des neuen Bauwerks über der B 4 eingesetzt worden. Der Verkehr stand bis Mittwochabend still.
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Unter Vollsperrung der B4/Staatsstraße 2244 bei Kemmern wurden gestern drei je 100 Tonnen schwere Brückenteile eingesetzt.  Foto: Ronald Rinklef
Unter Vollsperrung der B4/Staatsstraße 2244 bei Kemmern wurden gestern drei je 100 Tonnen schwere Brückenteile eingesetzt. Foto: Ronald Rinklef
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An der ICE-Ausbaustrecke zwischen Zapfendorf und Hallstadt steht seit Mittwoch eine Brücke mehr: An dem Tag erfolgte der Lückenschluss an dem insgesamt fast 130 Meter langen Bauwerk, das nach Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2017 über die Gleise und die Staatsstraße 2244 (B 4) bei Kemmern führen soll.



Allerdings dürfen die Brücke später nur Landwirte, Radfahrer und Fußgänger nutzen - es handelt sich um einen Wirtschaftsweg. Die Brücke ersetzt den bisherigen Bahnübergang. Die Vorgabe für das deutschlandweite Bahnprojekt VDE 8 lautet schließlich, dass möglichst keine Übergänge die Trasse durchschneiden dürfen.


Drei Teile kamen per Tieflader

Deshalb auch der Brückenbau bei Kemmern: Aufgrund der Montage des letzten Elements war seit Dienstagnacht die Staatsstraße 2244 zwischen Hallstadt und Breitengüßbach für Autofahrer gekappt. Kurz vor der Einfahrt Kemmern-Nord an der A 73 stand stattdessen ein 500-Tonnen-Autokran, der in der Nacht zum Mittwoch aufgebaut worden war.

In der Nacht trafen auch laut Stefan Vangelov, zuständiger Projektleiter für Straßenbrücken, die Brückensegmente mit Tiefladern aus Richtung Frankfurt ein. "Der Brückenüberbau wird aus drei rund 100 Tonnen schweren Teilen zusammengesetzt", erklärte Vangelov, während die Mitarbeiter die Tieflader am Mittwochmorgen in Position winkten.


Teile werden in der Luft gedreht

Aus Richtung Breitengüßbach rollte der erste Schwertransporter, wendete an der Zufahrt Kemmern-Nord und fuhr rückwärts zur Brücke. Ihm folgten die beiden anderen Lkw. Es sollte rasch voran gehen. Vangelov rechnete mit einer Einbauzeit von einer Stunde pro Teil.

Der 500-Tonnen-Kran hievte anschließend das erste Element vom Hänger. In der Luft musste das rund 30 Meter lange Teil um 90 Grad gedreht werden. Es war das Mittelstück, an das später die beiden Außenstücke angesetzt wurden. So dass am Ende das knapp zehn Meter breite Brückenelement mit sechs Meter breiter Fahrbahn und jeweils 1,50 Meter breiten Gehsteigen entstand. Dass der Brückenüberbau zusammengesetzt werden musste, war laut Projektleiter Vangelov dem Transport geschuldet.


Straße nach Plan freigegeben

Verfolgt wurden die Arbeiten von ein paar interessierten Bürgern aus Kemmern. Die Polizei regelte zeitweise den Verkehr. Die offizielle Umleitung erfolgte über die Autobahnen 70 und 73.

Die Anschlussstelle Breitengüßbach-Süd im Norden von Kemmern war von der Sperrung zwar nicht betroffen. Allerdings kam es am Mittwoch durch die Rangierarbeiten der Schwertransporter an der Stelle zu leichten Behinderungen. Gegen Mittag dann war die Montage des Überbaus abgeschlossen. Planmäßig wurde die Staatsstraße gegen 17 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Kosten für das Brückenbauwerk waren am Mittwoch von der Bahn nicht zu erfahren. Insgesamt zahlt der Bund für den Ausbau der ICE-Strecke im Abschnitt zwischen Ebensfeld und Hallstadt rund 200 Millionen Euro.
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