Breitengüßbach

Keine Halbzeit-Pause auf der ICE-Baustelle

Täglich tut sich etwas und die meisten Menschen in Breitengüßbach spüren, dass es vorangeht. Es schwingt die Hoffnung auf ein Ende mit.
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Das Luftbild (entstanden Anfang Mai) zeigt das volle Ausmaß der Schneise, die sich durch Breitengüßbach zieht. Luftaufnahmen: RonaldRinklefweitere Fotos: Hans Kurz
Das Luftbild (entstanden Anfang Mai) zeigt das volle Ausmaß der Schneise, die sich durch Breitengüßbach zieht. Luftaufnahmen: RonaldRinklefweitere Fotos: Hans Kurz
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Die ganz großen Bohrgeräte sind seit dem letzten Besuch verschwunden. Und auch die Laster und Schlepper, die tonnenweise Erdaushub und Abbruchmaterial wegfahren sind etwas weniger geworden. Dafür wird nun Gleisschotter angeliefert. Ruhiger geht es also auf und an der Bahnbaustelle in Breitengüßbach nicht unbedingt zu.

Unsere Informanten, die dem Fränkischen Tag regelmäßig ihre Erfahrungen und Eindrücke schildern, sind an diesem Nachmittag nicht zu Hause. Vielleicht ist das besser so. Direkt unterhalb ihres Gartens frisst sich mit ohrenbetäubendem Lärm gerade eine große Fräse am Betonfundament für die Schallschutzmauern entlang. "Es tut sich was", stellt ein Mann aus der Nachbarschaft fest, der gerade vorbeikommt.


Gesprächsstoff geht nicht aus

Noch immer ist die Baustelle ein Treffpunkt für Breitengüßbacher - und auch für Ortsfremde -, der für Gesprächsstoff sorgt. Es tut sich was. "Es geht voran", ist regelmäßig zu hören. Es schwingt Faszination für die offenbar gut funktionierende Baustellenlogistik mit - und wohl auch die Hoffnung, dass es auch mal zu Ende geht.

"Es geht voran", meint auch ein älterer Mann, der am Fuße der Zückshuter Brücke steht und beobachtet, wie die Widerlager für das neue Bauwerk hinter den Verschalungen empor wachsen. Die neue Brücke wird deutlich höher als die alte, die Anfang Februar abgerissen wurde. Das erkennt man an den Resten der alten Rampen, die noch da sind. Sie werden steiler werden müssen. Der Mann erinnert sich, wie es manchmal eng wurde auf der alten Brücke und er vom Rad absteigen musste, wenn wieder mal ein Laster eines örtlichen Tiefbauunternehmens vorbeipreschte. Künftig soll es immerhin auf beiden Seiten der Brücke breite Geh - und Radwege geben. Und sie soll bereits Ende des Jahres für den Verkehr freigegeben werden - und nicht wie ursprünglich vorgesehen erst Mitte 2017.


Gleise rücken näher ans Haus

Für Fußgänger ist jetzt immerhin in der Ortsmitte die erste Unterführung direkt am Güßbach fertig. Der Behelfsübergang etwas weiter südlich ist dafür zu. Es soll ja niemand mehr hinüber, wenn geschottert wird und demnächst auch schon die Gleise verlegt werden. Der Untergrund wird schon bereitet.

"Vorher fuhren stattdessen die Züge", sagt ein unmittelbarer Anwohner der Baustelle schulterzuckend mit Blick auf den Bagger, der wenige Meter weiter Kies auf dem künftigen Gleisbett verteilt. Er setzt, was den Lärm betrifft, auf die Schallschutzwände, die doch eine enorme Pegelminderung bringen sollen. Seine Bedenken gelten mehr einem anderen Problem. "Die äußeren Gleise rücken doch noch mal ein ganzes Stück näher an das Haus heran", meint er. "Das wird die Erschütterungen verstärken."


Ende im Nichts

Auf den Außengleisen sollen ja nicht nur die ICEs, sondern auch die Güterzüge fahren. Allerdings erst ab Ende kommenden Jahres, wenn auch die Neubaustrecke durch den Thüringer Wald freigegeben wird. Und nur wenige hundert Meter weiter südlich werden diese Außengleise auf Jahre hinaus im Nichts enden. Ab der Autobahnbrücke wird frühestens dann weitergebaut, wenn klar ist, wie es durch Bamberg weitergeht.


Serie Bautagebuch

Folge 1 - Die Ruhe vor dem Sturm
Folge 2 - Der letzte Baum ist gefällt
Folge 3 - Kehraus in Breitengüßbach
Folge 4 - Nach dem Matsch nun der Staub
Folge 5 - Baggern, bohren, rütteln

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