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Pressig
Neugestaltung

Kein Brunnen auf dem Marktplatz

Die Ortsmitte Rothenkirchens präsentiert sich derzeit als Baustelle. Der Bauausschuss begutachtete dort das neue Pflaster. Der Wunsch des Ortsheimatpflegers wird sich wohl nicht erfüllen.
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Am Marktplatz in Rothenkirchen informierte Bauamtsleiter Andreas Schorn (vorne) über die Beschaffenheit des neuen Pflasters.  Foto: Karl-Heinz Hofmann
Am Marktplatz in Rothenkirchen informierte Bauamtsleiter Andreas Schorn (vorne) über die Beschaffenheit des neuen Pflasters. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der Bau- und Umweltausschuss des Marktgemeinderates Pressig begab sich vor Beginn der jüngsten Sitzung auf Exkursion zum Marktplatz in Rothenkirchen. Dieser ist zurzeit eine einzige Baustelle. Und auch gegenüber vom Marktplatz, auf dem sogenannten Suffa-Gelände am Hotel Hansveit, gehen die Bauarbeiten zur Neugestaltung der Ortsmitte zügig voran, informierte Bürgermeister Hans Pietz (FW). Hauptgrund der Exkursion war aber eine Materialänderung des Pflasterbelages. Anstatt des dunkelgrauen Bayerwaldgranits "Fürstensteiner" wird der Böhmerwaldgranit Malco den Marktplatz zieren.

Möglichst autofrei

Zu dieser Besichtigung hatten sich auch Bürger eingefunden, die Anregungen einbrachten. Waldemar Schelhorn war der Meinung, dass vier Parkplätze auf dem Marktplatz zu wenig sind.
Vor allem für die nahegelegene Bäckerei wären mehr Parkplätze vonnöten, meinte er. Bürgermeister Hans Pietz entgegnete, dass dies im Vorfeld diskutiert wurde, letztlich aber eine Mehrheit dafür war, den Marktplatz so weit wie möglich autofrei zu halten. Deshalb schaffe man auch auf dem Suffa-Gelände weitere Parkplätze.

Ortsheimatpfleger und Heimatkundler Josef Beitzinger plädierte dafür, unbedingt wieder einen Brunnen neben der Tanzlinde zu errichten. Dies würde der Verein für Gartenbau und Landschaftspflege finanziell unterstützen. Ein Dorfbrunnen war in jedem Ort ein Aushängeschild, daher sollte man bei einer Neugestaltung auch an die Geschichte denken, denn Rothenkirchen habe schon 1377 Marktrecht zugesprochen bekommen. Der Bürgermeister musste Beitzinger jedoch enttäuschen: Der Sieger des Architektenwettbewerbs hat dies in seiner Planung nicht vorgesehen.

Der Vorsitzende des Vereins für Gartenbau und Landschaftspflege, Georg Zinner, schlug vor, einen Platz mit einzubeziehen, der durch ein abgebranntes Wohnhaus frei wurde. In Richtung Schwimmbad könne man ein kleine Ruheoase direkt am Bach schaffen, eine Bank und einige Bäume könnten in Eigeninitiative dort angebracht werden.

Die Ausschussmitglieder vergaben in der Sitzung im Rathaus dann mehrere Aufträge. So für die Beleuchtungseinrichtung am Marktplatz Rothenkirchen - mit LED-Technik, jedoch in historischen Laternenleuchten - zum Preis von 36 495 Euro, die an die Bayernwerk AG vergeben wurden. Auch der Sanierung des Sandsteinsockels am Rathaus in Rothenkirchen wurde für 4000 Euro zugestimmt.

Aufträge vergeben

Für den Ausbau der Mensa an der Grund- und Mittelschule Pressig wurden die Aufträge für folgende Gewerbe vergeben. Trockenbau- und Malerarbeiten an Alexander Wolf, Stockheim, rund 17 695 Euro; Estrich- und Abdichtungsarbeiten für rund 10 338 Euro an die Firma Schober Estrichbau, Eltmann; Bodenbeläge für 16 209 Euro an die Firma AWK, Kronach. Tischlerarbeiten für bewegliche Trennwände gingen an die Firma Dorma Hüppe, Westerede zum Preis von 32 285 Euro. Für Heizungs-, Sanitär- und Raumlufttechnik erhielt die Firma Limmer Söllner, Altenkunstadt, zum Preis von 113 703 Euro den Zuschlag. Die Firma Feuerpfeil (Ludwigsstadt) wurde mit der Elektrotechnik zum Preis von 57 868 Euro beauftragt. Der Bauhof des Marktes Pressig erhält einen neuen Tandem-Dreiseitenkipper für 27 885 Euro von der Firma Müller, Mitteltal.

Etwas Befremden löste bei den Räten ein Antrag des Staatlichen Bauamtes auf Kostenbeteiligung des Marktes Pressig anlässlich des Ausbaus der Staatsstraße 2198 aus. Ursprünglich war dieser Ausbau nur außerhalb des Ortsbereichs von Förtschendorf vorgesehen. Trotzdem stimmte das Gremium einer Kostenbeteiligung in Höhe von rund 20 376 Euro für den Ausbau im Ortsbereich auf einer Länge von 600 Metern zu. Dabei wird es zu Anpassungen von Schachtdeckeln, Schieber- und Hydrantenkappen sowie Bordsteinen und Gehwegen kommen.

Bahnhofsplatz gefällt nicht

Klaus Dressel (CSU) fragte nach, ob sich hinsichtlich des Grundstücksverkaufs an die katholische Kirchenstiftung für den Bau eines Kinderspielplatzes etwas getan habe. Bürgermeister Pietz zufolge wird ein Gespräch zwischen den Beteiligten am 26. Juni stattfinden. Anstelle eines Grundstückes auf dem Suffa- Areal habe die Gemeinde die Auflassung der Personalparkplätze vorgeschlagen, was von der Kirchenverwaltung befürwortet wurde, fügte der Bürgermeister hinzu.

Werner Löffler (CSU) schlug ein Unterstellhäuschen am Bahnhof in Pressig vor. Dritter Bürgermeister Wolfgang Förtsch (SPD) ging noch weiter und meinte, der gesamte Bahnhofsvorplatz müsse neu gestaltet werden, weil er Bahn- oder Busreisenden einen äußerst schlechten ersten Eindruck von Pressig vermittle. Pietz meinte, dass man Lösungen nur in Zusammenarbeit mit der DB finden könnte. Da aber auch die Staatsstraße 2201 mit einer Bahnunterführung neu gestaltet werden soll, plädiere er dafür, abzuwarten und ein Gesamtkonzept zu erstellen, dies schließe auch die Bahngärten bis zum Ortsausgang Pressig in Richtung Rothenkirchen mit ein.
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