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Bamberg
Datenschutz

Kamerafahrzeuge fotografieren wieder Bamberg

Derzeit fahren Kamerafahrzeuge durch Bamberg. Da werden Erinnerungen an Google Street View wach: Wer seine Hausfassade nicht im Internet finden will, muss Widerspruch einlegen.
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Die Tochtergesellschaft "Here" der finnischen Firma Nokia fährt zur Zeit mit Kamerafahrzeugen durch Bamberg und nimmt Straßenansichten auf. Das Foto entstand in dieser Woche in der Gutenbergstraße.  Foto: Falk Zimmermann
Die Tochtergesellschaft "Here" der finnischen Firma Nokia fährt zur Zeit mit Kamerafahrzeugen durch Bamberg und nimmt Straßenansichten auf. Das Foto entstand in dieser Woche in der Gutenbergstraße. Foto: Falk Zimmermann
Sie sind wieder unterwegs, die Autos mit den Kameras auf dem Dach. Auch in Bamberg kurven sie zur Zeit herum: Anzeichen dafür, dass die Domstadt erneut vermessen wird. Die Firma Nokia lässt derzeit Fotos von Straßenzügen machen. Das eigene Haus oder die Wohnung könnte also demnächst wieder im Internet oder auf der Karte eines Navigationsgerätes auftauchen.

Das weckt Erinnerungen: Bereits vor sechs Jahren hatte Google mit seinem Dienst Google Street View begonnen, Straßenansichten zu erstellen, ebenso Microsoft (Bing Maps Streetside). Damals hat es große Aufregung um den Datenschutz gegeben.

Nun fährt also die finnische Firma Nokia mit Kamerafahrzeugen durch Bamberg und nimmt Häuser und Straßen auf, darüber informiert auch Bernd Bauer-Banzhaf, der Datenschutzbeauftragte der Stadt Bamberg. Diese Kamerafahrzeuge sind entsprechend mit dem "Here"-Logo gekennzeichnet.


"Here" steht für die niederländischen Tochtergesellschaft "Here Europe B. V." der Nokia Corporation. Wie die Stadt Bamberg mitteilt, sollen laut Nokia mit den Aufnahmen bereits bestehende digitale Straßenkarten verbessert werden. Solche Karten stecken unter anderem auch in Navigationsgeräten.

Außerdem werden die Bilder laut Nokia im Internet veröffentlicht. Das Unternehmen gibt an, dass zufällig aufgenommene Personen oder Kraftfahrzeugkennzeichen vorher unkenntlich gemacht würden. Das so bearbeitete Bildmaterial soll dann frühestens sechs Monate nach der Erhebung der Daten veröffentlicht werden.

Beschwerden und Fragen

Das Unternehmen bietet laut Auskunft der Stadt Bamberg betroffenen Bürgern, die einer Veröffentlichung ihrer Hausfassade widersprechen oder sonstige Fragen und Beschwerden haben, eine direkte Kontaktaufnahme mit der Firma an. Das soll in deutscher Sprache per Mail oder Brief möglich sein (Adressen siehe unten). Auch das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach empfiehlt bei Fragen oder der Geltendmachung eines Vorabwiderspruchs die Kontaktaufnahme mit Nokia.

Vor einigen Jahren, als Google mit seinem Dienst "Street View" Daten von Häusern und Straßen im Internet veröffentlichte, war unklar, wie sich betroffene Bürger wehren könnten. Das scheint nun einfacher. Allerdings: Vor vier Jahren, als sich der Stadtrat mit dem Thema beschäftigte, sprach Jurist Heinz Kuntke (SPD) von einer "verkehrten Welt", wenn Bürger sich aktiv gegen das Filmen ihrer Häuserfassaden und Gärten wehren müssten. Daran hat sich auch im Jahr 2014 noch nichts geändert.

Landesamt für Datenschutz

Für die aktuelle Filmaufnahmen ist wegen des Sitzes der durchführenden Firma Nokia das finnische Datenschutzrecht in Deutschland anwendbar und damit die finnische Datenschutzaufsichtsbehörde primärer Ansprechpartner auch für die Bürger aus Bayern, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Dennoch biete das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht an, sich bei Problemfällen auch dorthin zu wenden (Telefon 0981/53-1300). Auch der Datenschutzbeauftragte der Stadt Bamberg, Bernd Bauer-Banzhaf, steht für weitere Fragen telefonisch zur Verfügung. Er ist erreichbar unter der Telefonnummer 0951/87-1130.


Adresse für Fragen und Widerspruch
Wer Fragen hat oder Widerspruch gegen die Veröffentlichung eines Bildes der eigenen Hausfassade einlegen will, erreicht Nokia per E-Mail unter privacy@here.com oder per Post, die an die Nokia Corporation, c/o Privacy, Karakaari 7, 02610, Espoo, Finnland, zu richten ist. Das teilt die Stadt Bamberg mit.

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