Vor dem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Bamberg ging es heute um nicht weniger als um die Verteidigung der Rechtsordnung. Und um einen besonders tragischen Unfall, bei dem am 12. September 2010 bei Höfen (Lkrs. Bamberg) ein 51 Jahre alter Uni-Professor aus Bamberg ums Leben kam. Er war auf dem Radweg von einem schleudernden VW Golf erfasst und tödlich verletzt worden.

Am Steuer des Autos saß der damals 20-jährige H. 16 Monate später und kurz vor seinem 22. Geburtstag hoffte er nun vergebens auf eine Bewährungsstrafe. Wenn das Urteil rechtskräftig wird, muss der Auszubildende ins Gefängnis. Er ist der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässigen Körperverletzung (zu Lasten seines Beifahrers) schuldig und wurde zu einem Jahr und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung kam für das Gericht nicht in Frage, sagte vorsitzender Richter Martin Waschner. Er pflichtete Staatsanwältin Christina Höfler und Rechtsanwältin Martina Leuteritz bei, die die Witwe des Opfers als Nebenklägerin vertrat. Sie waren sich einig, dass es für das allgemeine Rechtsempfinden nicht nachvollziehbar wäre, wenn jemand mit fast drei Promille Auto fährt, den Tod eines Menschen verursacht und doch nicht ins Gefängnis müsste. Das Urteil dient laut Waschner auch der vom Bundesgerichtshof geforderten Verteidigung der Rechtsordnung in Fällen wie diesen.

H.s Verteidiger Ralph Heinrich hatte vergebens für eine Straf plädiert, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Ein Gefängnisaufenthalt seines Mandanten möge der Generalprävention dienen. bringe der Familie aber den Vater nicht zurück und zerstöre ein weiteres Leben, hatte er an das Gericht appelliert.

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