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Diskussion

"Junge Kultur" braucht Raum in Bamberg - Schlachthof eine Option?

Seit der Schließung des Morphclubs herrscht Raumnot, sagen Kulturschaffende. Beim nächsten "Runden Tisch Jugendkultur" könnte es im November deshalb auch um die leer stehende Gaststätte des Bamberger Schlachthofs gehen.
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Die Schlachthof-Gaststätte als Raum für Jugendkultur? Kurzfristig sei eine Öffnung nicht möglich, heißt es von der Stadt.  Foto: Ronald Rinklef
Die Schlachthof-Gaststätte als Raum für Jugendkultur? Kurzfristig sei eine Öffnung nicht möglich, heißt es von der Stadt. Foto: Ronald Rinklef
Das Ende des Morphclubs hat Spuren hinterlassen. Eine der "letzten Bastionen der Subkultur", wie viele den beliebten Club in der Oberen Königstraße bezeichneten, hat im Sommer seine Tore geschlossen. Auch deshalb soll es im November wieder einen "Runden Tisch Jugendkultur" geben. Das bestätigt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar, die Initiatorin der Gesprächsrunden zwischen Stadtverwaltung, Vertretern des Stadtrats und jungen Kulturschaffenden.

Angeregt hat die Wiederbelebung des Runden Tisches das Kontaktfestival-Team - eine Gruppe Studenten der Uni Bamberg, die seit zehn Jahren das Kulturfestival "Kontakt" in Bamberg organisiert. "Ausgangspunkt ist die Schließung des Morphclubs, durch die es für Subkultur weniger Raum gibt", sagt Anja Lubosch zu den Gründen, warum ein Gesprächsbedarf von Seiten der Studierenden gesehen wird.

Die Situation der Subkultur soll wieder auf und an den Tisch, sagt die Sprecherin des Kontakt-Teams. Konkrete Themen würden nun in Besprechungen gesammelt, die dann der Verwaltung und den Stadträten gegenüber zur Sprache gebracht werden sollen.

Bei dem Treffen könnte es auch konkret um die leer stehende Schlachthof-Gaststätte im Norden Bambergs gehen. Sie war schon einmal ins Gespräch gebracht worden als möglicher Ort für kulturelle Veranstaltungen. Das Schlachthof-Gelände sei sicher interessant für viele Kulturschaffende, heißt es vom Kontakt-Team, das selbst wechselnde Veranstaltungsräume bevorzugt, aber auch bedauert, dass leer stehende Gebäude oft nicht für einzelne Veranstaltungen zur Verfügung stehen.

Das Kontaktfestival, eine mehrtägige Veranstaltung, die seit zehn Jahren immer im Frühsommer in Bamberg stattfindet, wird an wechselnden Orten angeboten. Mal war das Festival im alten Hallenbad, mal - wie zuletzt - in der Maisel-Brauerei. Immer gehe es darum, eine Verbindung zwischen den Bamberger Bürgern und den Studierenden herzustellen, erklären die Organisatoren.

Auch Grünen-Stadtrat Tobias Rausch erkundigt sich in einem aktuellen Antrag an die Stadtverwaltung, was mit einer möglichen Nutzung der Schlachthof-Gaststätte als Kulturraum sei. Die Antwort der noch weitere Punkte umfassenden Anfrage steht noch aus. Was die Stadtverwaltung allerdings bereits jetzt verlauten ließ: Eine kurzfristige Nutzung des Gebäudes ist nicht möglich. Allein der Zustand der sanitären Anlagen lasse das nicht zu, erklärt Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar. Es müsse viel Geld investiert werden, um eine langfristige Nutzung möglich zu machen.


Das letzte Mal im Februar
Der bisher letzte "Runde Tisch Jugendkultur" hat im Februar stattgefunden. "Es war immer eine gute Gelegenheit, offen über die Themen zu sprechen", sagt Kontakt-Sprecherin Anja Lubosch. Nun scheint wieder Bedarf aufgrund von Raumnot vorhanden zu sein.

Aber nicht alle Kulturschaffende spüren sie: Christian Ritter, der "Poetry Slams" in Bamberg organisiert, berichtet, dass er kein Problem habe, Räume zu finden. Seit der Schließung des Morphclubs, wo er bisher seine Dichterwettbewerbe veranstaltete, finden diese hauptsächlich im "Stilbruch" statt. Allerdings sagt auch er: Einen entsprechend großen Veranstaltungsraum zu finden, sei nicht einfach.


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