Bamberg
Straftaten

Jeder vierte Straftäter in Bamberg ist ein Zuwanderer

2016 brachte in der polizeilichen Kriminalstatistik einen markanten Anstieg der Straftaten von Zuwanderern in Bamberg.
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Ladendiebstähle, aber auch Rohheitsdelikte von Zuwanderern heilten die Bamberger Polizei 2016 in Atem. Erst am vorletzten Freitag kam es wegen der Bedrohung durch einen Bewohner der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken zu einem Großeinsatz am Zentralen Omnibusbahnhof.  Foto: Ronald Rinklef
Ladendiebstähle, aber auch Rohheitsdelikte von Zuwanderern heilten die Bamberger Polizei 2016 in Atem. Erst am vorletzten Freitag kam es wegen der Bedrohung durch einen Bewohner der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken zu einem Großeinsatz am Zentralen Omnibusbahnhof. Foto: Ronald Rinklef
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Es ist die Bestätigung dessen, was viele mit Blick auf die Ereignisse der letzten Monate bereits gemutmaßt haben: Die Kriminalität in der Stadt ist mit der Inbetriebnahme der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) deutlich gestiegen.

Bei nahezu allen Deliktsfeldern kam es im vergangenen Jahr zu teils deutlichen Steigerungen. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Raub, Körperverletzungen und bei Ladendiebstählen. Von 641 ermittelten Ladendieben waren nach der neuen Polizeistatistik 432 nicht Deutsche und davon wieder 350 Zuwanderer, das heißt mehr als die Hälfte. Deutlich angestiegen ist mit 588 auch die Zahl der Fahrraddiebstähle. Rund 40 Prozent gehen auf das Konto nicht deutscher Tatverdächtiger.

Es ist das erste Mal, dass ein Polizeichef bei der Kriminalstatistik zwischen deutschen, nicht deutschen Tätern und Zuwanderern differenziert. Unter letzteren sind alle alle Flüchtlinge, ob anerkannt oder nicht, sowie die Bewohner der AEO erfasst, rund 3000 Personen.

Thomas Schreiber, Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, macht diese Unterscheidung wohlweißlich nicht, um Vorurteilen Vorschub zu leisten. "Die überwiegende Zahl der Bewohner der AEO verhält sich gesetzestreu", betont er. Es geht ihm um die Einschätzung von Tätergruppen und und die bestmögliche polizeiliche Ermittlungsarbeit. Fakt sei, dass die Aufgaben der Polizei seit der Inbetriebnahme der AEO deutlich zugenommen haben. "Zeitweise haben wir die ganze Wache voll mit Ladendieben aus allen Herren Ländern. Und die Hälfte stammt aus der AEO."

6791 Straftaten wurden der Statistik zufolge 2016 in Bamberg begangen. Das entspricht einem Anstieg von 7,6 Prozent. Deutlich überrepräsentiert sind in der Zahl von 3098 ermittelten Tatverdächtigen die nicht Deutschen mit 1089 Personen (35 Prozent) und auch die Zuwanderer mit 739 Personen (24 Prozent). Fast jeder vierte Straftäter in Bamberg ist also ein Zuwanderer.

Bemerkenswert ist aus Sicht der Polizei auch der Anstieg bei so genannten Rohheitsdelikten, also Raub und Körperverletzungen. Sie stiegen 2016 von 1108 auf 1146, wobei sich hier die Zahl der Zuwanderer unter den Tatverdächtigen von 34 auf 143 fast vervierfacht hat. Viele dieser Taten geschehen laut Schreiber in der AEO, wo die Polizei praktisch täglich zu Schlägereien, Diebstählen und Raub gerufen wird - was die Kräfte der PI mit 119 Beamten (Sollstärke 159) massiv bindet.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: So stieg die Aufklärungsquote der Bamberger Polizei von 63 auf 66 Prozent. Ein Rückgang auf nur noch 30 ist bei Wohnungseinbrüchen zu verzeichnen.Und auch die Straßenkriminalität mit Vandalismus ist dem Einwohnerzuwachs zum Trotz nur gering gestiegen - eine Folge wohl der sichtbar gestiegenen Polizeipräsenz.

Wie kommt es, dass die gemessen an der Gesamtbevölkerung kleine Gruppe von Zuwanderer in der Polizeistatistik so deutlich hervorsticht? Thomas Schreiber begründet dieses Phänomen mit der ständigen Überwachung durch Sicherheitspersonal, mit der Auffälligkeit ihrer Erscheinung und der Tatsache, dass die meisten der Gruppe von jungen Männern zwischen 16 und 26 Jahren angehören: Diese Altersgruppe gerate weltweit am meisten mit dem Gesetz in Konflikt.
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