Bamberg
Straßenverkehr II

Ist Bamberg besonders unfallträchtig?

Ist Bamberg eine Unfall-Hochburg? Ja sagt der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland. Die Polizei hegt Zweifel an der Datengrundlage für diese These.
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511 Verletzte gab es 2014 nach der Statistik der Bamberger Polizei bei Unfällen im Stadtgebiet. Dieser passierte auf dem Berliner Ring. Archivfoto: Ronald Rinklef
511 Verletzte gab es 2014 nach der Statistik der Bamberger Polizei bei Unfällen im Stadtgebiet. Dieser passierte auf dem Berliner Ring. Archivfoto: Ronald Rinklef
Für Dieter Volk, den Bamberger Kreisvorsitzenden des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist es keine Frage: Bamberg sei eine Unfall-Hochburg und sollte sich dafür schämen.

Allerdings bezieht sich seine Kritik, die einer Pressemitteilung des VCD zu entnehmen ist, nicht auf die erschreckende Bilanz 2015 mit sechs Verkehrstoten im Stadtgebiet, sondern auf das Jahr 2014. Volk beruft sich auf das Internet-Verbraucherportal billiger.de, wonach Bamberg zu den zehn deutschen Städten zählt, in denen es die meisten Verletzten durch Verkehrsunfälle gab. Von 520 Verletzten und einem Toten ist die Rede.

Billiger.de wertete nach eigenen Angaben die Regionaldaten der statistischen Landesämter und des Statistischen Bundesamts aus. Für eine bessere Vergleichbarkeit unterschiedlich großer Städte wurden die Zahlen jeweils auf 100 000 Einwohner hochgerechnet.

So kommt das Verbraucherportal zu dem Schluss, dass das Risiko, in Bamberg in einen Unfall verwickelt zu werden, bei hohen 39 Prozent liegt. Nur in Weiden, Schweinfurt, Würzburg, Straubing und Erlangen sei es größer.

Bei der Polizei-Inspektion Bamberg-Stadt reagierte man überrascht auf die billiger.de-Aussagen. Erstens, weil man intern für 2014 mit anderen Zahlen rechnet: Man hat "nur" 511 Verletzte verzeichnet und gar keinen Verkehrstoten.

Zweitens nennt Pressesprecherin Silke Gahn das Hochrechnen auf 100 000 Einwohner eine "etwas verzerrte Sichtweise". Man wolle die Daten von billiger.de aber prüfen und habe sie an das übergeordnete Polizeipräsidium Oberfranken weitergeleitet.

VCD-Kreisvorsitzender Dieter Volk zweifelt nicht an den Erkenntnissen des Verbraucherportals. Er leitet für Bamberg daraus mehrere Forderungen ab: Tempo 30, mehr gegenseitige Rücksichtnahme und eine "diskriminierungsfreie" Neuverteilung des Straßenraums unter den verschiedenen Verkehrsmitteln.

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