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Bamberg
Benefizaktion

In die Tasten hauen für ein Piano

Am 18. Januar geben Heiko Triebener und Rena Hashimoto ein Benefizkonzert, um die Alte Seilerei zu unterstützen. Viele neue Möglichkeiten ergeben sich so.
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Rena Hashimoto begleitet am Mittwoch in Bamberg wieder den Solotubisten der Bamberger Symphoniker. Foto: pr
Rena Hashimoto begleitet am Mittwoch in Bamberg wieder den Solotubisten der Bamberger Symphoniker. Foto: pr
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Konzerte, Theater, Tanz-Performances, Lesungen - das alles bietet die Alte Seilerei. Nach nur einem Jahr ist die Spielstätte auf dem ehemaligen Schaeffler-Gelände aus Bambergs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. "Auch ich liebe diesen neuen Kulturstandort", bekennt Heiko Triebener. Ein Manko aber machte der Solotubist der Bamberger Symphoniker aus: "Das Fehlen eines Klaviers, durch das viele Aktivitäten bislang nicht machbar waren." Als kreativer Kopf überlegte Triebener nicht lange, fand Mitstreiter und veranstaltet nun in der Alten Seilerei kurzerhand ein Benefizkonzert mit Rena Hashimoto als Pianistin aus Osaka, die neben dem Tubisten für den guten Zweck in die Tasten haut.



Aus privater Hand

Ja, das neue Klavier, das die Musiker an dem Abend ab 19.30 Uhr erstmals stolz präsentieren, steht schon an Ort und Stelle. Finanziert werden muss es aber erst noch durch die Konzertbesucher. "Alle Einnahmen werden ausschließlich und in gesamter Höhe diesem Zweck zugute kommen", sagt Triebener, der mit dem Chapeau-Claque-Team um Markus Hörner und Nikola Voit die Anschaffung des Instruments aus privater Hand organisierte.



Knappes Budget

1200 Euro mussten für den Ankauf, Transport und das Stimmen des Klaviers vorfinanziert werden, wie Nikola Voit als Projektleiterin berichtet. "Übers knappe Seilerei-Budget können wir derartige Ausgaben aber kaum stemmen." Zumal weitere Investitionen für die Spielstätte anstünden. "Unsere Tontechnik muss sich verbessern, nachdem wir auch viele Nachfragen wegen klassischer Konzerte haben." Investieren will der Verein auch in die Lichttechnik und die Ausstattung der Zuschauertribüne. "Besuchern zuliebe würden wir die Sitze gerne mit Lehnen ausstatten."



Mit der Anschaffung des neuen Klaviers ist der erste Schritt getan, um das Konzertprogramm der Alten Seilerei auszuweiten. "Wir können künftig auch musikalische Lesungen mit Klavierbegleitung veranstalten. Für derartige Angebote gibt es viele Interessenten", meint Nikola Voit.



Französische Chansons

Ebenso wäre das Konzert "Voyage en chanson", das am 21. Januar in der Alten Seilerei über die Bühne geht, ohne Heiko Triebeners Initiative sang- und klanglos entfallen. "Jetzt aber konnte ich Dany Tollemer und Andreas Rüsing zusagen, was mich besonders freut." So dürfe man einen Abend mit französischen Chansons erwarten, den die in Nürnberg lebende Künstlerin bietet. "Ihr Repertoire reicht von Aznavour über Piaf, Brel und Gainsbourg bis hin zu Zaz."


Von Klassik bis Tango

Jetzt aber zurück zum Benefizkonzert mit Rena Hashimoto und Heiko Triebener, die zugunsten des neuen Klaviers auftreten. "Gespielt wird ein Programm, das die ganze Bandbreite von Klassik bis Tango abdeckt", berichtet der Solotubist der Symphoniker. Präsentiert würden Werke deutscher, französischer und lateinamerikanischer Komponisten, "die Instrumentalisten äußerste Virtuosität abfordern und oft sogar einen direkten Bamberg-Bezug haben". Beispielsweise wären sieben Variationen von Beethoven über ein Thema aus Mozarts "Zauberflöte" zu hören. Die "legendäre und bei Pianisten gefürchtete Tubasonate von Paul Hindemith" lebe ebenso auf wie "das aberwitzig schwierige und unterhaltsame Concertino des Franzosen Eugene Bozza". Und was den Bamberg-Bezug angeht, so dürfe man sich auf die "Escenas Latinas" von Enrique Crespo freuen, dem früheren Solo-Posaunisten der Bamberger Symphoniker und langjährigem Leiter von German Brass.



Es ist nicht das erste Zusammenspiel Triebeners mit der aus Osaka stammenden Pianistin. "Rena Hashimoto hat sich ja auf die Begleitung von Tubaspielern spezialisiert." Rund um den Globus reise sie zu Kongressen, Wettbewerben und Workshops, "um die führenden Tubisten in Japan, Korea, Australien, Italien, USA und anderen Ländern zu korrepetieren und in Konzerten Kammermusikpartner zu sein".



In die Stadt gleich verliebt

Zu Bamberg hat Triebeners Partnerin übrigens einen besonderen Bezug, wie der Musiker noch anmerkte. "Sie hat sich bei einem Deutschland-Besuch vor Jahren gleich in unsere Stadt verliebt - und sich nun auch spontan bereit erklärt, mit dem Benefizkonzert einer guten Sache zu dienen." Durchs Programm wird an dem Abend Triebener als Initiator der Benefizveranstaltung führen.

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