Bamberg

Im Einsatz auf dem Wasser und zu Lande

Ob Main-Donau-Kanal oder Fränkische Schweiz: Die Beamten der Wasserschutzpolizei sind viel unterwegs. Wir haben sie einen Tag lang begleitet.
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Nicht ungefährlich: Heinz Römmelt steigt bei laufender Fahrt auf einen zu kontrollierenden Frachter über. Fotos: RiegerPress
Nicht ungefährlich: Heinz Römmelt steigt bei laufender Fahrt auf einen zu kontrollierenden Frachter über. Fotos: RiegerPress
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Wasserschutzpolizei? Na, klar, Einsätze auf dem Wasser, bei Schiffskontrollen, Bootsunfällen und dergleichen. Kann man sich denken. Doch dass das Arbeitsspektrum der Beamten der Wasserschutzpolizei (WSP) Bamberg erheblich größer ist und auch zahlreiche Aufgaben zu Lande umfasst, wissen nur wenige. "Wir schippern nicht nur den ganzen Tag auf dem Main-Donau-Kanal umher, sondern wir sind zum Beispiel auch zuständig bei Umweltverstößen auf dem Lande", erläutert Dienststellenleiter Heinz Römmelt.

So führt uns der erste Einsatz auch nicht aufs Wasser, sondern mit dem geländetauglichen BMW X3 in die Fränkische Schweiz. Hier streiten sich zwei Nachbarn wegen einer Bachverunreinigung. "Einer der beiden betreibt eine Entenzucht und leitet angeblich deren Hinterlassenschaften in den kleinen Bachlauf ein. Das stinkt im wahrsten Sinne des Wortes dem Nachbar, der ebenfalls sein Wasser aus dem Rinnsal entnimmt", schildert Polizeikommissar Elmar Mackert den Vorgang. Nun muss die Wasserschutzpolizei zusammen mit dem örtlichen Landratsamt eine Lösung finden. Und die ist vor Ort auch schnell gefunden: Der Hobby-Entenzüchter ist kooperativ und macht einen Vorschlag, wie er seine Tierlein aus dem Bächlein tränken kann, ohne dass ihre Hinterlassenschaften dabei in den Bach gelangen. Für Mackert ist damit der Fall abgeschlossen - ob der Nachbarschaftsstreit auf diese Weise beigelegt ist, bleibt freilich ungeklärt.

Zurück geht es nach Bamberg in den Hafen. Auf der Fahrt bleibt Zeit für ein Gespräch. "Jeder bei der Wasserschutzpolizei durchläuft zunächst die normale dreijährige Polizeiausbildung. Anschließend muss man noch einmal drei Jahre dranhängen", erläutert Mackert. In dieser Zeit erwirbt man sämtliche Bootsführerscheine und lernt die besonderen Gesetze, die auf den Schifffahrtstraßen gelten, kennen. Die Beamten bekommen aber auch viel über Schiffstechnik vermittelt.

Die Bamberger WSP-Truppe mit ihren fünf Beamten ist zwar die kleinste in ganz Bayern, steht aber in punkto Arbeitsaufwand mit an vorderster Stelle. Das Einsatzgebiet umfasst die Region auf dem Main-Donau-Kanal zwischen den Schleusen Limbach bei Eltmann und Hausen im Landkreis Forchheim. "Allein bis Ende August haben schon 900 Hotelschiffe unser Zuständigkeitsgebiet passiert. Hinzukommen viele Frachtschiffe sowie Sportbootfahrer", berichtet Mackert. Da habe es besonders an den zurückliegenden heißen Wochenenden viel zu tun gegeben für die Beamten.


Zahlreiche Kontrollen

Inzwischen sind wir im Bamberger Hafen angekommen, wo auch schon Dienststellenleiter Römmelt und sein Kollege Jürgen Fink mit dem Streckenboot "WSP 42" auf uns warten. Während Elmar Mackert sich zu Fuß hinüber an den Bootsanlegesteg für Hotelschiffe macht, um eines von ihnen zu kontrollieren, fahren wir hinaus in den Kanal Richtung Viereth. In Höhe Bischberg kommt uns ein holländischer Frachter entgegen. "Ich werfe zunächst einen Blick in den Computer. Anders als auf dem Land werden die Schiffe und deren Besatzung rund alle zwölf Wochen kontrolliert. Damit wir dabei den Überblick behalten, wird jede Kontrolle deutschlandweit in ein Datennetz eingepflegt", schildert Römmelt. Dies soll auch verhindern, dass die Schiffe zu oft bzw. zu wenig kontrolliert werden. Im Falle des Holländers liegt die Kontrolle schon länger zurück, weshalb diese nun fällig wird.

Anders als etwa bei einer Pkw-Kontrolle auf dem Land stoppt das Schiff dabei nicht. Das Streckenboot der Polizei fährt vielmehr dicht neben das Frachtschiff heran. Heinz Römmelt steigt während der Fahrt der beiden Schiffe über und nimmt das Schiff unter die Lupe. Das Polizeiboot bleibt währenddessen dich am Frachtschiff - was vom Bootsführer viel Geschick verlangt.

Die Kontrolle kann je nach Umfang bis zu zwei Stunden dauern. Denn überprüft werden nicht nur das Patent des Kapitäns und dessen Ladung, sondern auch beispielsweise die Klärsysteme der Schiffe. "Neben den Frachtschiffen kontrollieren wir auch Hotelschiffe. Selbst die Bamberger Personenschiffe werden regelmäßig von uns in Augenschein genommen", berichtet der Polizeihauptkommissar. Aber auch Sportsboote oder Angler (in Deutschland braucht man zum Fischen einen Angelschein) müssen mit einer Kontrolle rechnen.


Garantiert keine Langeweile

Dennoch sei das Klima unter den Beteiligten zu Wasser deutlich entspannter als auf dem Lande, betonen die beiden Beamten. Trotz der vielen Kontrollen grüßt man sich im Vorbeifahren und geht respektvoll miteinander um. "Viele Kapitäne, Angler oder Sportbootfahrer kennen wir im Laufe der Zeit und da bleibt auch mal etwas Zeit für einen Smalltalk", so Römmelt. Somit sei für ihn die Arbeit auch etwas Besonderes - und selbst nach über 30 Jahren alles andere als langweilig.

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