Herzogenaurach

"Ich habe Pubertät" - Überlebenstipp für Eltern - Teil 1

Michael und Nicola Busch - Unser Redakteur, Vater einer 13-jährigen Tochter, schreibt seine Erfahrungen in einer wöchentlichen Kolumne auf.
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Überleben im Urwald kann nicht schwieriger sein.
Überleben im Urwald kann nicht schwieriger sein.
Im Grunde war die Idee nicht schlecht, die meine Tochter Nicola mir im Rahmen dieser Kolumne offerierte. "Wenn du doch so ein schlauer Papa bist, dann gib doch mal fünf Überlebenstipps für Väter von pubertierenden Kindern heraus!" Sie meinte, dass mir das Ruhm auf Lebenszeit sichere und viele Männerfreundschaften. Tata - und da sind sie. Im Übrigen alle abgesprochen mit Nicola, also sollten sie wirklich funktionieren.

Tipp 1: Nur gemeinsames Schweigen macht Spaß! Machen Sie nicht den Fehler, wenn Ihr pubertierendes Kind auf eine Frage schweigt, das Gespräch in Gang bringen zu wollen. Es ist zwar gegen die Natur des Menschen, der Schweigephasen in der Regel maximal sieben Sekunden aushält (probieren Sie es mal bei diversen Veranstaltungen aus, das ist tatsächlich so), aber in diesem Fall soll es zum Erfolg führen. Nicola erklärt: "Das kann zwar auch mal eine Stunde dauern, aber dann erzählen wir wie von allein!"

Tipp 2: Niemals mit der eigenen Vergangenheit vergleichen. Auch wenn es noch so auf der Hand liegt, niemals den Satz nutzen: "Bei mir war das aber ..." Das mag zwar inhaltlich stimmen, kommt aber beim Nachwuchs definitiv falsch an. Entweder, weil der Elternteil zugeben muss, dass er doch nicht so perfekt war ("Ich bin auch dreimal sitzengeblieben.") oder weil es überdeutlich gelogen ist ("Ich war immer pünktlich zu Hause."). Nicola erklärt: "Wir wollen den Vergleich nicht. Ihr Eltern seid Vorbilder von Natur aus, bringt uns nicht in die Bredouille darüber nachdenken zu müssen, ob das auch wirklich so war!"

Tipp 3: Nicht immer alles wissen wollen! Wo warst du mit wem und wann und wie lange und wohin seid ihr gegangen, was habt ihr besprochen, mit welchem Ergebnis und hast du mich noch lieb? Fehler! Ganz großer Fehler. Eltern vergessen, dass sie zwar immer gerne alles wissen wollen, aber selber nicht unbedingt alles erzählen würden. Das wissen auch die Kinder. Wollen Sie wirklich Fragen beantworten wie: "Warum hast du dem Kellner gesagt, dass das Essen toll war, obwohl du gerade das Gegenteil erzählt hast?" Oder: "Wie viele Freundinnen hattest du eigentlich vor der Mama?" Nein, das wollen wir nicht. Und Nicola? "In der Pubertät zählt Intimsphäre wohl nicht. Lernt, dass ich erwachsen werde und manches halt nicht erzähle. Geht euch nix an!"

Tipp 4 und 5? Nächste Woche. Denn kurze Tipps sind bei dem Thema schwierig. Und das heißt? "Scheiß Pubertät!"

Und was sagt Nicola?
Oh Mann! Wenn Papa sich wenigstens an einen der schlauen Sprüche halten würde. Nicht nur reden, auch mal machen!

Kommentare (1)

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