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ICE-Trasse

ICE im Maintal: Bahn bekommt die Baugenehmigung

Das Eisenbahnbundesamt hat der Bahn die Baugenehmigung für den Abschnitt Breitengüßbach-Zapfendorf erteilt. Die Bauarbeiten, einschließlich der achtmonatigen Streckensperrung, können wie geplant beginnen.
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Die Bahntrasse wird das Gesicht Breitengüßbachs verändern.Illustration: Deutsche Bahn
Die Bahntrasse wird das Gesicht Breitengüßbachs verändern.Illustration: Deutsche Bahn
Das vorprogrammierte Verkehrschaos kann kommen: Der ursprünglich zunächst für Ende 2014 und dann für Ende Juni 2015 erwartete Planfeststellungsbeschluss für den Bahnausbau zwischen Breitengüßbach und Zapfendorf wurde vom Eisenbahnbundesamt am 30. Juli erlassen. Das teilte die Bonner Behörde infranken.de auf Anfrage mit. "Der Beschluss wurde der Vorhabenträgerin übergeben, die weiteren Zustellungen sowie die öffentliche Auslegung werden in den nächsten Wochen erfolgen", heißt es in der Antwort wörtlich.

In Breitengüßbach ist Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB) insoweit informiert, dass die Gemeinde die schriftlichen Unterlagen Anfang der kommenden Woche per Post erhalten soll. Der Planfeststellungsbeschluss, also die Baugenehmigung für die Bahn, werde dann voraussichtlich in den beiden darauffolgenden Kalenderwochen öffentlich ausgelegt. Neue Einwände können dann jedoch nicht mehr vorgebracht werden. Nur diejenigen, die bereits während der Auslegungsfrist bis zum 30. Oktober 2013 Einwände erhoben haben, können dann gegen den Beschluss klagen.


Kaum Zugeständnisse beim Lärmschutz

Die Gemeinde Breitengüßbach wird die Unterlagen also in den kommenden Tagen sehr genau prüfen. Zwar weiß man laut Reinfelder aus den Verhandlungen mit der Bahn bereits bei welchen Einzelbauwerken Zugeständnisse gemacht wurden, doch die Details - gerade beim zentralen Thema Lärmschutz - sind noch nicht bekannt. Hier habe die Bahn bislang keine Hoffnungen gemacht, dass sie etwa auf den umstrittenen sogenannten Schienenbonus verzichten werde.

"Wenn die Unterlagen da sind, werden wir sie Punkt für Punkt durchgehen, und dann in Absprache mit dem Rechtsanwalt und den anderen betroffenen Kommunen überlegen, ob und wo eine Klage sinnvoll ist", kündigt die Breitengüßbacher Bürgermeisterin an. Eine gerichtliche Klärung werde allerdings keine aufschiebende Wirkung haben. Reinfelder will vor allem darauf achten, dass die Anwohner der kommenden Großbaustelle so gut weit wie möglichst wirksam von Lärm und anderen Beeinträchtigungen verschont bleiben. Denn die Baustelle wird nicht nur während der angekündigten achtmonatigen Vollsperrung der Bahnlinie zwischen Bamberg und Lichtenfels bestehen.


Baustelle bis 2017

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Baumaschinen anrollen, hat die Bahn angekündigt. Es müssen Baustraßen, Zufahrten, Lager- und Stellplätze geschaffen, beziehungsweise bestehende befestigte Wege und Flächen als solche umgenutzt werden. Und auch nach der Wiederfreigabe der Bahnstrecke wird bis ins Jahr 2017 hinein gebaut werden.

Die Sperrung, die vom 4. Januar bis zum 11. September wird zudem nicht nur Auswirkungen auf Bahnreisende und Anwohner haben. Auch Straßensperrungen und weiträumige Umleitungen sind in dieser Zeit nötig. Betroffen davon wird zum Beispiel auch Scheßlitz sein, wo über die Kreisstraße BA1 viel Ausweichverkehr zwischen der A73 bei Zapfendorf und A70 zu erwarten ist. Auch Rattelsdorf, Breitengüßbach und Hallstadt müssen sich auf einen erheblich erhöhten Durchgangsverkehr einstellen. Derzeit laufen starke Bemühungen der betroffenen Gemeinden und des Landkreis, dieses Verkehrschaos mit Ansage möglichst gering zu halten.


Ein Nadelöhr weniger

Reinfelder kann hier zumindest eine gute Nachricht für Breitengüßbach vermelden: Der Umbau der Autobahnbrücke über die Bahnlinie zwischen Breitengüßbach-Süd und Kemmern soll nun doch nicht während der Streckensperrung der Bahn, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Grund dafür ist wohl, dass das ursprünglich zu dem Planfeststellungsabschnitt gehörende Teilstück zwischen Hallstadt und Breitengüßbach aus den Planungen herausgenommen wurde und vorerst nicht viergleisig ausgebaut wird. Der Brückenbau hätte zusätzlichen Straßenverkehr von der Autobahn auf die Bundesstraße 4 - und damit in die Ortsdurchfahrt von Breitengüßbach - gezwungen.
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