Bamberg
Einzelhandel

Honer-Betriebsrat betet um Kraft und Mut

Beschäftigte, die bei der angekündigten Schließung des Bamberger Kaufhauses Honer mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes rechnen müssen, trafen sich nach Ladenschluss in der nahen St. Martinskirche. Unterstützt von der katholischen Betriebsseelsorge formulierten sie in Fürbitten ihre Ängste und Zweifel, aber auch Hoffnungen.
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Ulrike Schneider (Zweite von rechts) verteilt vor dem Kaufhaus Honer Kerzen an Arbeitskolleginnen und Passanten. Alle Fotos: Ronald Rinklef
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Unter dem Motto "Die Hoffnung stirbt zuletzt" fand am Donnerstag Abend in der Bamberger St. Martinskirche eine besondere Kreuzwegandacht statt. Sie wurde von Beschäftigten des Kaufhauses Honer am Maxplatz mitgestaltet, die damit rechnen müssen, dass sie im Lauf des Jahres ihren Arbeitsplatz verlieren. Seit Anfang 2012 ist bekannt, dass Franz-Josef Honer sein Kaufhaus schließen und die Immobilie vermieten will. Vorrangiges Ziel des Betriebsrats ist der Erhalt der Stellen. Er will erreichen, dass die Angestellten beim Nachmieter weiterarbeiten dürfen. Unterstützung erhält er u.a. von der Gewerkschaft Verdi und der katholischen Betriebsseelsorge.

Der Kaufhaus-Besitzer macht der Belegschaft jedoch keinerlei Hoffnungen, dass sich ein Nachmieter auf die Übernahme seiner Angestellten und Aushilfskräfte festlegen lassen wird. Das bedeute nicht, so Franz-Josef Honer (59), dass es nicht von Anfang an sein Bestreben gewesen sei, dass seine Leute übernommen werden.

Der Termin der Andacht mit voraus gegangenem Lichterzug durch die Fußgängerzone war mit Bedacht gewählt. Beides fand am Vorabend der nächsten Verhandlungsrunde statt, zu der sich Kaufhaus-Besitzer Franz Josef Honer und sein Betriebsrat mit ihren jeweiligen juristischen Beratern für den morgigen Freitag, 23. März, verabredet haben.

Man erwarte "zunächst einmal ein annehmbares Gesamtpaket für einen Sozialplan", sagt Hilmar Müller, der für den Einzelhandel im Verdi-Bezirk Oberfranken-West zuständige Gewerkschaftssekretär. Was die Geschäftsführung beim letzten Gespräch am 14. März erstmalig angeboten habe, sei "absolut unterirdisch". Bliebe es dabei, wird es nach den Worten des Arbeitnehmervertreter fast zwangsläufig zu einer harten Auseinandersetzung kommen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern kommen.

Eigentümer Honer wollte die Forderungen und Bewertungen des Verdi-Mannes nicht weiter kommentieren, gab aber zu verstehen, dass seinerseits das letzte Wort noch nicht gesprochen sei: "Wir sind mitten in den Verhandlungen. . ." Und fügte hinzu: "Ich bin schon auf eine Einigung aus."

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