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Honer-Beschäftigte setzen ihren Streik fort

Das Bamberger Kaufhaus Honer wird seit dem Morgen wieder bestreikt. Zu Beginn ihrer Aktion demonstrierten die Beschäftigten vor dem Haupteingang am Maxplatz.
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Verdi-Bezirksvorsitzende Doris  Stadelmeyer spricht zu den streikenden Honer-Frauen.Foto: Michael Gründel
Verdi-Bezirksvorsitzende Doris Stadelmeyer spricht zu den streikenden Honer-Frauen.Foto: Michael Gründel
Damit wollen die Beschäftigten den Kaufhausbesitzer zur Anerkennung des Tarifvertrags für den bayerischen Einzelhandel zwingen. Die Belegschaft des Bamberger Traditions-Kaufhauses Honer zeigt sich entschlossen, ihren heute wieder aufgenommenen Streik notfalls Tage und Wochen durchzuhalten. "Wir haben nichts mehr zu verlieren", erklärt Betriebsrats-Vorsitzende Elke Weidner, warum sie und ihre Kolleginnen mit allen Mitteln kämpfen.

Den überwiegend weiblichen Honer-Beschäftigten droht die Arbeitslosigkeit, wenn ihr Chef seine Absicht wahr macht und das Kaufhaus im Lauf des Jahres schließt. Große Hoffnungen auf eine Fortbeschäftigung beim künftigen Mieter der Handelsimmobilie in Bestlage macht sich das Personal nicht mehr.

Jetzt streikt man in erster Linie um eine Anerkennung des Tarifvertrags für den bayerischen Einzelhandel, aus dem Honer schon vor Jahren ausgestiegen ist. Zwei Ziele verfolgt man damit, wie Hilmar Müller, Gewerkschaftssekretär bei Verdi und Partner des Honer-Betriebsrats in der laufenden Auseinandersetzung, erklärt. Erstens bekäme jede Kraft gleich mehr Geld, zweitens erhöht sich der Lohn, auf dessen Grundlage dann beim Beginn der Arbeitslosigkeit die Ansprüche berechnet werden.


Inhaber lässt sich nicht blicken


Der Inhaber des Kaufhauses, Franz-Josef Honer, ließ sich während der Demonstration vor seinem geschlossenen Kaufhaus nicht sehen - anders als vor zwei Wochen, als das Unternehmen schon einmal für mehrere Stunden bestreikt wurde. Dafür gab es mehrere Solidaritätsbekundungen für die streikenden Frauen. Auch der Betriebsrats-Vorsitzende des benachbarten Kaufhauses Karstadt, Theo Stärk, trat ans Mikrofon. Er sagte: "Als Arbeitnehmervertreter ist es für mich schlimm, wie man hier mit den Beschäftigten umgeht."

Verdi-Bezirksvorsitzende Doris Stadelmeyer sprach den Frauen Anerkennung für den Mut aus, für ihre Rechte zu kämpfen. Auch Redner von evangelischer und katholischer Seite ermutigten das Kaufhaus-Personal, weiter für ihre Sache einzutreten. Betriebsratsvorsitzende Weidner ist froh um die Geschlossenheit in der Belegschaft. Das mache alle stark: "So, wie wie Jahrzehnte lang hinter dem Unternehmen gestanden sind, so stehen wir jetzt geschlossen da." Man verlange nichts Unmögliches vom Arbeitgeber.
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