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Holzpellets: Auf die Lagerung kommt es an

Nach den Austausch von 18 Tonnen Holzpellets aus dem Lagerraum der Reckendorfer Schule fragen sich auch Hausbesitzer: Wie sicher ist dieser Brennstoff?
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Symbolfoto: Jens Schierenbeck/dpa
Symbolfoto: Jens Schierenbeck/dpa
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Das "Futter" für die Holzpellet-Heizung kann Probleme machen. Besitzern beziehungsweise Betreibern größerer Anlagen ist das bekannt.

Nach dem Fall in der Reckendorfer Grundschule, wo am Montag eine Ladung vor kurzem angelieferter Pellets ausgetauscht werden musste, weil sie nicht nur im Lagerraum, sondern auch im Schulhaus erhöhte Kohlenmonoxidwerte verursacht hatte, fragen sich auch Hausbesitzer: Wie sieht das bei Brennstoffmengen für eine Heizung aus, die für Wärme in einer kleineren Einheit sorgen, beispielsweise in einem Zweifamilienhaus?
Wir haben nachgefragt bei Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands (DEPV).

Kann es auch bei vergleichsweise kleinen Mengen von zwei oder drei Tonnen zu gefährlichen Werten kommen?

Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein Gas, das beim Verbrennungsvorgang entsteht, weshalb beim Umgang mit allen Arten von Heizungen und Öfen - auch bei Öl- oder Gasheizungen grundsätzlich Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden müssen. Das gilt auch für die Lagerung jeglicher Energieträger, die immer mit Emissionen verbunden ist. Bei den von Ihnen genannten, kleinen Mengen gelagerter Pellets sind mir keine Vorfälle bekannt, bei denen es zu gefährlichen CO-Konzentrationen kam.

Was kann man als Besitzer einer solchen Heizung tun, um Gefahren zu vermeiden?

Der Sachverhalt ist seit Jahren bekannt und das Risiko für den Heizungsbesitzer gering. Die einfache Lösung des Problems erfolgt über Belüftung. Durch perforierte Deckel auf den Befüllleitungen zum Pelletlager kommt Sauerstoff hinein und baut das CO ab. Die Lüftungsdeckel sind unter www.depi.de bestellbar, genauso wie kostenlose Sicherheitshinweise als Aufkleber für die Lagertür. Diese sollten zusätzlich darauf hinweisen, dass der Lagerraum auch für Pellets nicht zum Aufenthalt gedacht ist. Bei Pellets denken die Menschen oft an Waldluft, aber das ist falsch. Auch hier sollte der Lagerraum für das Betreten tabu sein, außer zur Reinigung alle zwei Jahre, aber dann ist das Lager leer.

Was kann der Pelletlieferant beisteuern?

Auch mit der Auswahl des Pelletlieferanten kann der Heizungsbetreiber sich absichern. ENplus-Pelletlieferanten, das sind besonders qualifizierte Energiehändler, informieren über den Sachverhalt und können auch belüftende Deckel und Sicherheitsaufkleber liefern.

Wodurch kommt es überhaupt zur Emission dieser Gase aus den Holzpellets?

Obwohl in Pellets nur reines Holz ist, führt der Pressvorgang bei hohem Druck und Temperatur dazu, dass Fettsäuren im Holz in einen gasförmigen Zustand überführt werden können, die dann austreten.

Macht sich der DEPV als Brancheneinrichtung auch vor Ort ein Bild von Lagersituationen?

Auf jeden Fall. Ich kenne die Anlage in Reckendorf sogar, da wir die Schule vor einigen Jahren zusammen mit der damaligen Staatssekretärin und heutigen Ministerin Melanie Huml besucht haben. Wir haben damals zusammen mit den Schülern das Thema erneuerbare Energien diskutiert und dabei auch darüber gesprochen, dass erneuerbare Energien das Klima schonen, aber auch einen gewissenhaften Umgang erfordern. Das gilt nicht nur für Windräder und Biogas, sondern auch für Pellets. Bei Berücksichtigung einfacher Sicherheitshinweise ist das Risiko hier aber sehr gering.

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