Bamberg
Klassische Musik

Hofer Symphoniker unterwegs auf Beethovens musikalischen Spuren

Die Absicht der Hofer Symphoniker beim Konzert am Freitagabend war es, auf Beethovens Spuren zu wandeln.
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Foto: Ulrike Becker
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von Ulricke Becker

Dafür hatten sie in der Dr.-Stammberger-Halle als einen der Programmpunkte ursprünglich das Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll, op. 15 von Johannes Brahms vorgesehen, dessen musikalisches Gesamtwerk von Beethovens Vorbild inspiriert, zuweilen auch gelähmt wurde. Da Nicolai Gerassimez als Solist jedoch seinen Part am Flügel verletzungsbedingt nicht wahrnehmen konnte, interpretierte stattdessen Fabio Bidini Beethovens Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur, op. 73.

Eingeleitet wurde der Konzertabend von Beethovens 7. Sinfonie. Uraufgeführt 1813 in der Wiener Universität im Rahmen eines Benefizkonzertes, wurde sie schon zu seiner Zeit zu einem seiner größten Erfolge. Bereits Jahre vorher hatten sich bei dem Komponisten die ersten Symptome eines Gehörleidens gezeigt, das nicht nur seine musikalische Laufbahn, sondern auch sein gesellschaftliches Leben beeinflusste.

Trotzdem ist diese Musik geprägt von Freude und Lebensbejahung, wenn die langsame Einleitung des ersten Satzes in einen tänzerischen Rhythmus übergeht, der später selbst Richard Wagner beeindruckte und der sich auch im dritten Satz wiederfindet. Selbst der zweite Satz, beginnend mit einem traurig-schreitenden Motiv, findet durch die Streicher Versöhnliches, der abschließende vierte Satz führt die rhythmischen Grundmuster zu einem stürmischen Ende.

Die "Allgemeine musikalische Zeitung" schrieb 1814 über die 7.
Sinfonie, sie verdiene "jenen großen Beyfall und die ausserordentlich gute Aufnahme, die sie erhielt." - genauso empfanden es die Konzertbesucher in der nicht voll besetzten Stadthalle. Auch heute noch ist dieses Werk eines seiner bekanntesten.

Das Klavierkonzert Es-Dur op. 73 ist das fünfte Klavierkonzert Ludwig van Beethovens. Es entstand 1809 unmittelbar nach der 5. und 6. Symphonie in der Zeit der Napoleonischen Kriege, die auch ihn in materielle und finanzielle Nöte brachten. Bereits der breit angelegte erste Satz zeigt einen sinfonisch geprägten Klavierkonzertstil und lässt gleichzeitig Raum für solistisch anspruchsvolle Sequenzen. Im getragenen zweiten Satz unterstützen Streicher, Holzbläser und Hörner das Liedthema, bevor am Ende des dritten Satzes das Orchester einen fast triumphalen Schlusspunkt setzt.

Fabio Bidini spielte mit einfühlsamen und subtilen klanglichen Abstufungen in einer Virtuosität, die das Publikum auch in den Zugaben am Ende des Konzerts begeisterte. Er begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierunterricht, studierte bei Orazio Frugoni und Maria Tipo, und zahlreiche Siege bei internationalen Klavierwettbewerben ermöglichten ihm eine weltweite Karriere und eine Zusammenarbeit mit den bekanntesten Orchestern. Er arbeitet als Dozent in internationalen Meisterkursen und ist seit 2009 Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

Die musikalisch-künstlerische Leitung des Abends lag in den Händen des Dirigenten Daniel Klajner. Der gebürtige Schweizer war Assistent von Leonard Bernstein an der Staatsoper in Wien und von Claudio Abbado bei den Berliner Philharmonikern und bei den Salzburger Festspielen, unter anderem von 2000 bis 2005 Generalmusikdirektor in Würzburg und ist selbst Gewinner und Preisträger renommierter Wettbewerbe. Er unterrichtet als Gastprofessor am Konservatorium Wien und ist seit 2005 Chefdirigent des Orchestre Symphonique de Mulhouse. Regelmäßige Gastdirigate verbinden ihn mit bekannten Orchestern im In- und Ausland; seit der Saison 2010/2011 ist er Erster Gastdirigent bei den Hofer Symphonikern.


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