Stegaurach

Hippies, Zombies und Kandidaten in Stegaurach

Im Stegauracher Gaudiwurm wurde nicht nur auf die große und die kleine Politik angespielt. Es wurde auch ausgelassen getanzt und gefeiert. Auf die zahlreichen Besucher regnete reichlich Konfetti und Kamelle.
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Die Stegauracher Feuerwehr ließ die Zombies tanzen. Fotos: Dieter Grams
Die Stegauracher Feuerwehr ließ die Zombies tanzen. Fotos: Dieter Grams
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"Wolle mir ihn reinlasse?" Diese Frage stellt sich nicht, denn er ist längst da - der Fasching. Ob man nun will oder nicht. Die gaudiwurmhungrigen Stegauracher wollten. Selbst aus abseits liegenden Winkeln, Gassen und Höfen klangen die der fünften Jahreszeit entsprechenden Melodien. Manchmal etwas verhalten, aber meistens laut, trotzig und rockig (die Bässe des Gewerbevereins gingen durch Mark und Pfennig), um auch die letzten noch frei lebenden Faschingsmuffel auf Fröhlichkeit zu trimmen.

Schließlich muss man sich ranhalten. Am Aschermittwoch ist Schluss mit lustig. Aufmerksame Beobachter wollen sogar Scharen der abtrünnigen Walsdorfer am Straßenrand ausgemacht haben. Rudelbildung nennt man das im Fußball-Jargon. Gelbe oder rote Karten gab es in Stegaurach dafür allerdings nicht. Im Gegenteil - es regnete Konfetti und Kamelle, und das reichlich. Die "Teilzeitkrieger" aus Erlau brachten einen kinderfreundlichen Kampfwagen mit. Ein paar Kampftrinker möglicherweise auch. Alles eine Hommage an Ursula von der Leyen - "Wir wollen doch nur spielen." "Krieg ist Scheiße" befanden dann auch die Hippies der Künstlerwerkstatt.

Gestutzte Gelbe Engel

Die Bauhandwerkerzunft stutzte den Gelben Engeln die Flügel und ein von Mühlendorfer Unholden geklauter Maibaum tauchte wie durch Zauberei wieder auf. Aufmerksame "Polizeibeamte" kontrollierten unschuldig dreinblickende Fahrradfahrer und stellten auch schon mal das eine oder andere Rad sicher. Dieser Tage eine leichte Beute.

Dominiert wurde der Gaudiwurm jedoch von der bevorstehenden Kommunalwahl. Der Chefsessel im Stegauracher Rathaus ist verwaist, nachdem Siegfried Stengel nicht noch einmal kandidiert. Ein neuer "Papa Schlumpf" muss her. Wer's denn wird - man weiß es nicht. Ein "4Kampf" ist entbrannt. Fricke, Schubert, Palasti oder Wagner? Einer der vier wird wachgeküsst. Gruselig fanden das Ganze die Zombies der Stegauracher Feuerwehr. Ihre Tanzeinlagen grenzten an Hochleistungssport, was der Fasching jetzt, in der heißen Phase, für die Baunacher Gardemädchen ohne Frage ist. Nach dem Marsch durch die dicht gesäumten Straßen, die schüchtern blinzelnde Sonne machte es wohl möglich, ging es in der Aurachtalhalle weiter.

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