Bamberg
Feuerwerk und Fachwerk

Hier herrscht Raketen- und Böllerverbot in Franken

Um der Brandgefahr durch Raketen und Böller entgegenzuwirken, herrscht in der Silvesternacht rund um Schlösser und Burgen sowie in historischen Innenstädten Böllerverbot.
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Foto: Ferdinand Merzbach
Foto: Ferdinand Merzbach
"Unsere Denkmäler sind nicht so einfach wiederherzustellen, wenn sie brennen", erklärte Cordula Mauß von der Bayerischen Schlösserverwaltung. Das Verbot gilt für alle Schlösser und Burgen im Freistaat.

Sollte sich doch einmal eine Rakete verirren, hat die Schlösserverwaltung vorgesorgt. "Wir haben Mitarbeiter auf den Dächern, um Raketen zu entfernen, bevor es brennt", erklärte Mauß. Die Plätze vor dem Münchner Schloss Nymphenburg und dem Schloss in Dachau seien zum Jahreswechsel ganz abgesperrt. "Hier haben wir in den vergangenen Jahren schlechte Erfahrungen gemacht." Auch die Nürnberger Kaiserburg und etliche Straßen rund um die Burg sollen böllerfrei bleiben.

Im Umkreis von 100 Metern um Kirchen, Krankenhäusern, Kindergärten und Altenheimen ist das Böllern bereits seit fünf Jahren bundesweit verboten. Einige Städte in Bayern haben zudem eigene Verbotszonen eingerichtet. In Augsburg muss Feuerwerk in weiten Teilen der Innenstadt draußenbleiben. Ähnliche böllerfreie Bereiche gibt es in Würzburg und Bamberg. Weder auf dem Domplatz, noch auf dem Michaelsberg oder der Altenburg dürfen Raketen gezündet werden. Zu sehr sorgt man sich in Bamberg um die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Fachwerkkäuser der Altstadt.

Vorsorge treffen auch kleinere Gemeinden, wie zum Beispiel Marktzeuln im Landkreis Lichtenfels. Hier wurden die Anwohner historischer Gebäude per Anschreiben der Gemeinde zur Vernunft gemahnt. Auf das Abbrennen "pyrotechnischer Gegenstände" in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Altenheimen und Fachwerkhäusern sollte verzichtet werden, wird der Bürgermeister zitiert.

Weitere Städte sind Lohr im Landkreis Main-Spessart, Königsberg und Unfinden im Landkreis Haßberge. In Kitzingen herrscht ebenfalls eingeschränktes pyrotechnisches Vergnügen. Auch in Naturschutzgebieten, wie etwa rund um das Walberla, herrscht Böller- und Raketenverbot.


Wer Unfälle beim Abbrennen und Zünden vermeiden will, sollte einige Regeln beachten. Drei wichtige Tipps:

- Auf Zulassung achten: Die Waren müssen von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren europäischen Behörde zugelassen sein, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In Deutschland geprüfte Ware ist an der Kennzeichnung BAM P I oder P II plus einer vierstelligen Zahlenreihe (zum Beispiel BAM - P II - 1912) zu erkennen. Europäische Ware trägt das CE-Zeichen mit Prüfnummer.

- Illegale Ware meiden: Von Feuerwerkskörpern ohne amtliche Prüfnummer sollten Kunden lieber die Finger lassen. Sie entsprächen meist nicht den üblichen Sicherheitsstandards. Und nicht nur das: Einfuhr und Verkauf dieser illegalen Waren sind nach Paragraf 5 des Sprengstoffgesetzes verboten. Wer Knaller ohne Zulassung zündet, verhält sich ordnungswidrig und kann für mögliche Personen- und Sachschäden haftbar gemacht werden.

- Auf sachgemäßen Umgang achten: Auch beim Hantieren mit erlaubten Feuerwerkskörpern kann es zu Unfällen kommen. Deshalb ist es ratsam, die Gebrauchsanweisung zu beachten. Auf keinen Fall sollte an den Knallern vor dem Abbrennen herumgebastelt werden. Blindgänger dürfen nicht ein zweites Mal gezündet und Raketen beim Zünden nie in der Hand gehalten werden.

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