Zwei sechs und sieben Jahre alte Burschen haben nach den Ermittlungen der Wasserschutzpolizei (WSP) Bamberg am Samstag die Taue eines Schubschiffes gelöst, das unterhalb der Schleuse Bamberg befestigt war. Das Fahrzeug trieb daraufhin eine Zeit lang herrenlos auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal. Rund eine Stunde lang war die Wasserstraße durch Bamberg vorsichtshalber für die Schifffahrt gesperrt.

Wie der Leiter der Wasserschutzpolizei Bamberg, Heinz Römmelt, heute Mittag auf Anfrage berichtete, ist es nicht zuletzt der Aufmerksamkeit eines Kapitäns zu verdanken, dass nichts passiert ist. Dem Schiffsführer sei beim Vorbeifahren aufgefallen, dass mit dem Kahn etwas nicht stimmte. Er alarmierte daraufhin die Schleuse Bamberg, die ihrerseits laut Römmelt prompt reagierte und die Kapitäne, die auf dem Weg nach Bamberg waren, von der möglichen Gefahr verständigte. Die Schifffahrt habe eine Zwangspause einlegen müssen, bis Beamte der Wasserschutzpolizei den herrenlosen Kahn wieder vertäut hatten.

Glück im Unglück war es nach Römmelts Worten, dass das Schiff zunächst an das östliche Kanalufer trieb und von dort in Richtung der Sandfangmauer unterhalb der Schleuse. Als es sich diesem Bauwerk auf ein bis zwei Meter genähert hatte, sei es Beamten der Wasserschutzpolizei und des Wasser- und Schifffahrtsamtes Nürnberg möglich gewesen, auf das herrenlose Schiff zu springen und wieder an den Pollern zu befestigen.

Nach dem bisherigen Erkenntnisstand blieb der Dummejungenstreich ohne Folgen. Ob Schäden am Rumpf des Schiffes entstanden sind, könne erst später geklärt werden, sagt der WSP-Leiter. Dann müssten die Eltern der strafunmündigen Jungen mit zivilrechtlichen Forderungen rechnen.