Bamberg
St. Michael

Herabfallende Steine - Sankt Michael gesperrt

Eines der bedeutendsten Wahrzeichen Bambergs muss wegen der Gefahr durch herabfallende Steine gesperrt werden
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Bamberger Wahrzeichen in Gefahr: St. Michael ist  seit  Donnerstag  gesperrt.  Foto:  Rinklef/Archiv
Bamberger Wahrzeichen in Gefahr: St. Michael ist seit Donnerstag gesperrt. Foto: Rinklef/Archiv
St. Michael ist seit Donnerstag aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit auf nicht absehbare Zeit nicht mehr zugänglich. Auch die Gottesdienste, die täglich um neun Uhr stattfinden, sind abgesagt.

Es war ein Mesner, der am Dienstagmorgen eine ungewöhnliche Entdeckung machte: Im Laufe der Nacht waren zwei faustgroße Putzbrocken von der Decke des Langhauses heruntergefallen. Die Teile, die bei ihrem Aufprall Spuren auf den Kirchenbänken hinterließen, stammen nicht aus dem Gewölbebereich, in dem sich der berühmte Deckengemälde des Himmelsgartens befindet, sondern aus dem Scheitel eines Obergadenfensters in etwa 15 Metern Höhe.

Dort hat sich aus unbekannter Ursache ein Riss gebildet.
Diese Feststellung machte der Statiker Udo Keßler aus Kulmbach, der die Michaelskirche im Auftrag der Bürgerspitalsstiftung noch am Dienstag untersuchte.

Der Verdacht, dass es sich wie bei St. Martin um einen größeren Schaden handeln könnte, hat sich bei der ersten Begutachtung zumindest nicht widerlegen lassen. Laut Keßler sind auch noch andere Obergadenfenster als schadhaft einzustufen. Wegen der Wucht, die bei einer solchen Sturzhöhe selbst kleine Putzteile erreichen, führte an der sofortigen Schließung des Kirchengebäudes aus Sicherheitsgründen kein Weg vorbei.

Näheren Aufschluss, welche Ursache die Schäden im Fensterputz haben, soll jetzt eine Hub-steigerbefahrung bringen, die voraussichtlich nächste Woche stattfindet. Erst dann können die Experten sagen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen und wie lange diese dauern. Bei der Gelegenheit soll auch ein großer Riss unter die Lupe genommen werden, der sich seit Jahrzehnten durch das Gewölbe zieht, bisher aber als unbedenklich eingestuft wurde.

Ob im Falle von St. Michael wie bei St. Martin ein Millionenschaden zu befürchten ist, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. In der Barockkirche St. Martin, die am 19. April dieses Jahres gesperrt worden war und erst im Juli teilweise wieder freigegeben wurde, steht man vor dem Problem, dass die Standsicherheit des Gebäudes bedroht ist. Nur eine kostspielige Generalsanierung kann helfen.

Mitten in der Sanierung befindet sich bereits die Obere Pfarre. Auch dort bestand Einsturzgefahr für die Kirchendecke.
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